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Geburtsblume September: die Aster und die Prunkwinde

Die Geburtsblume des Septembers ist die Aster. Daneben steht die Prunkwinde als zweite Septemberblume, botanisch die Gattung Ipomoea: eine einjährige Kletterpflanze, deren einzelne Blüte nur einen Vormittag lang offen bleibt. Im Blumenladen bekommen Sie deshalb die Aster – in Weiß, Rosa, Rot, Blau und Violett.

Herbstastern mit vielen kleinen violetten Sternblüten im Herbstlicht: die Aster ist die Geburtsblume des Septembers
Foto: Masood Aslami / Pexels

Inhaltsverzeichnis

Die Aster ist die Geburtsblume des Septembers

Die Geburtsblume des Septembers ist die Aster, und als zweite Septemberblume steht die Prunkwinde daneben. Ihren Namen hat die Aster vom griechischen Wort für Stern. Im Handel finden Sie sie in Weiß, Rosa, Rot, Blau, Violett, Purpur und Gelb, mit einfachen Köpfen und gelber Mitte ebenso wie in dicht gefüllten Pompon-Formen.

Die zweite Blume des Monats ist die Prunkwinde, botanisch die Gattung Ipomoea, im Englischen Morning Glory. Dem September sind damit zwei Pflanzen zugeordnet, und tatsächlich könnten sie unterschiedlicher kaum sein: die eine steht als Schnittblume in der Vase, die andere klettert im Garten am Rankgitter. Welche Blume zu welchem Monat gehört, steht in der Übersicht aller zwölf Geburtsblumen. Als Monatsblume September ist ohnehin die Aster geläufig, denn sie ist die Blume, die Sie im September auch kaufen können. Die wichtigsten Unterschiede der beiden auf einen Blick:

MerkmalAsterPrunkwinde
Wuchseinjährige Sommeraster, rund 20 bis 90 cm, ein aufrechter Stiel; die Herbstaster ist eine Staudeeinjährige Kletterpflanze, windet sich an Rankhilfen hoch
BlütezeitSommeraster vom Frühsommer bis in den Herbst, Herbstaster im September und OktoberJuli bis Oktober
BlütenformKörbchen aus Zungen- und Röhrenblüten, einfach bis gefülltTrichter, fünfzählig, Krone 3 bis 5 cm, oft gestreift
Als Schnittblume erhältlichja, viele Sorten sind gute Schnittblumennein, die einzelne Blüte schließt sich am Vormittag
Haltbarkeit in der Vaserund ein bis zwei Wochen, geschnitten bei zwei bis drei geöffneten Blütenkreisenentfällt, sie kommt nicht als Schnittblume in den Handel

Für ein Geburtstagsgeschenk zählt allerdings weniger die Botanik als die Bedeutung, die der Aster überliefert wird.

Die Bedeutung der Aster reicht vom Wiedersehen bis zur Anerkennung

Überliefert ist die Aster als Zeichen des Wiedersehens: Sie blüht, wenn die Beete leerer werden. In den deutschen Blumensprache-Büchern des frühen 19. Jahrhunderts, mit denen man sich ohne Worte verständigte, kündet die Aster „die Freude des Wiedersehens nach langer Trennung“ an (Selam oder die Sprache der Blumen (1821)). Ein Strauß Astern begrüßt also jemanden, der lange fort war, und das ist etwas anderes als die Liebeserklärung einer Rose. Für die Rückkehr nach einem langen Auslandsjahr oder für das erste Wiedersehen nach einem Streit passt kaum ein Strauß besser.

Das Wort selbst ist älter als jede dieser Deutungen. Um 1700 wurde es als botanischer Name vergeben, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts stand die Aster auch in der deutschen Alltagssprache. In Frankreich las man die Sommeraster im 19. Jahrhundert als Sinnbild der Vielfalt – eine Deutung, die zu einer Blume passt, die in so vielen Formen und Farben wächst.

Für ein Geschenk lassen sich daraus vier Lesarten mitnehmen:

  • Wiedersehensfreude: passend, wenn jemand nach langer Zeit zurückkommt oder Sie sich nach einer Trennung wiedersehen
  • Anerkennung: für jemanden, der etwas geleistet hat; diese Lesart hängt an der chinesischen Sternblume, also genau an der Sommeraster aus dem Laden
  • Vielfalt: die französische Deutung des 19. Jahrhunderts, gut für ein Geburtstagskind mit vielen Facetten
  • Der Stern im Namen: astḗr heißt Stern, und der Strahlenkranz des Blütenkopfs trägt dieses Bild bis heute

Was die Überlieferung dem September zuschreibt, schreibt sie der Pflanze zu, nicht dem Menschen. Die Aster trägt einen Stern im Namen und blüht in ein Jahr hinein, das sich schon neigt. Wenn Sie einem Septemberkind Astern schenken, geben Sie ihm diese Bilder mit, kein Charakterzeugnis.

Prunkwinde, Trichterwinde, Morning Glory: die zweite Septemberblume

Prunkwinde (Ipomoea) mit blauen Trichterblüten, herzförmigen Blättern und windenden Trieben: die zweite Geburtsblume des Septembers

Die zweite Septemberblume ist die Prunkwinde, botanisch die Gattung Ipomoea, und die vielen Namen meinen dieselbe Pflanze. Im Garten begegnen Ihnen vor allem zwei Arten: die purpurne Ipomoea purpurea und die blaue Ipomoea tricolor. Beide sind einjährige, windende Kletterpflanzen, die an Rankhilfen bis rund drei Meter hoch klettern; ihre Heimat liegt in Mittel- und Südamerika. Botanisch gehören sie zu den Windengewächsen, und der Name sagt, was die Pflanze tut: Sie windet sich mit ihrem Trieb um jede Rankhilfe, die Halt gibt.

Im Deutschen heißt die Pflanze Prunkwinde oder Trichterwinde; beide Namen stehen seit dem 19. Jahrhundert für dasselbe Gewächs. Im englischsprachigen Raum trägt die ganze Gattung den Namen Morning Glory, und unter diesem Namen steht die zweite Septemberblume auch in englischen Aufstellungen. So kommt es, dass für den September scheinbar mehrere Pflanzen genannt werden, obwohl es immer dieselbe Gattung ist. Doch wer den Namen Morgenruhm liest, hat ebenfalls dieselbe Pflanze vor sich: eine wörtliche Übertragung von Morning Glory, die im deutschen Gegenwartswortschatz nicht verzeichnet ist.

Die Namen im Überblick:

  • Prunkwinde: der geläufige deutsche Name, ausführlich Purpur-Prunkwinde für die purpurne Art
  • Trichterwinde: zweiter deutscher Name derselben Pflanze, seit dem 19. Jahrhundert gleichbedeutend gebraucht
  • Morning Glory: der englische Name der ganzen Gattung
  • Ipomoea purpurea und Ipomoea tricolor: die beiden Arten, die im Garten stehen, purpurn die eine, blau die andere

Auffällig ist an dieser Pflanze weniger der Name als ihr Tagesrhythmus.

Die Prunkwinde blüht nur einen Vormittag lang

Kleine hellrosa Trichterblüten einer Winde mit dunklen Längsstreifen, niedrig im Gras: eine heimische Verwandte der Prunkwinde

Eine einzelne Prunkwindenblüte öffnet sich bei Tagesanbruch und schließt sich am späten Vormittag desselben Tages. Je nach Tag bleibt die Krone dabei zwischen vier und mehr als zehn Stunden offen (PMC). Die Spanne gilt für Sommer und Frühherbst, also für genau die Wochen, in denen der September liegt. Die Pflanze selbst blüht von Juli bis Oktober und schiebt in dieser Zeit ständig neue Trichter nach, jeden davon für einen Vormittag.

Die Blüte ist ein radiärsymmetrischer Trichter mit fünfzähliger Symmetrie, die Krone misst 3 bis 5 Zentimeter. Sie ist tiefpurpur, bläulich oder weiß und trägt häufig farbige Streifen. Bei der blauen Sorte Heavenly Blue wechselt die Farbe sogar während des Öffnens: Sie beginnt rot und geht ins Blau über, weil der Zellsaft in den gefärbten Zellen weniger sauer wird. Derselbe Farbstoff sieht am Morgen also anders aus als eine Stunde später.

Im September steht die Pflanze mitten in ihrer Blütezeit, und jeder Morgen bringt neue Trichter. Wer sie anschauen oder fotografieren will, muss früh aufstehen, denn am späten Vormittag sind die Blüten wieder zu. Für den Garten heißt das: Die Prunkwinde ist eine Pflanze für den Vormittag, und ihr Platz gehört dorthin, wo Sie morgens ohnehin vorbeikommen. Aus diesem Rhythmus folgt der praktische Teil: Als Schnittblume ist die Prunkwinde nicht zu bekommen. Eine Blüte, die am Vormittag zugeht, hat im Strauß nichts verloren; verkauft wird die Pflanze deshalb als Samen oder als Topfpflanze für Balkon und Garten.

Hinweis: Für Haushalte mit Tieren ist die Prunkwinde als giftig für Hunde, Katzen und Pferde eingestuft, der Grad gilt als gering, und die Gefahr liegt vor allem in den Samen (CliniTox). Die Aster dagegen ist für Hunde, Katzen und Pferde als ungiftig eingestuft (ASPCA); als Futter für Weidetiere taugen Astern trotzdem nicht.

Sommeraster und Herbstaster tragen denselben Namen

Sommeraster (Callistephus chinensis) mit großen, dicht gefüllten Blüten und gezähnten Blättern: eine andere Gattung als die Herbstaster

Im September stehen zwei verschiedene Pflanzen unter dem Namen Aster: die einjährige Sommeraster aus dem Blumenladen und die Herbstaster im Beet. Doch mit einem Blick auf den Stiel unterscheiden Sie beide sofort. Die Sommeraster trägt einen aufrechten Stiel mit einem großen Kopf und wird je nach Sorte rund 20 bis 90 Zentimeter hoch. Die Herbstaster ist eine Staude und schiebt viele kleine Körbchen an verzweigten Trieben.

Was dabei wie eine einzelne Blüte aussieht, ist bei beiden ein Körbchen: außen die Zungenblüten, die den Strahlenkranz bilden, innen die Röhrenblüten der Mitte. Jede dieser Zungen ist eine eigene Blüte, und bei der Sommeraster wird sie bis zu 3,5 Zentimeter lang. Die Sommeraster wurde zunächst als Aster chinensis beschrieben und 1832 in die Gattung Callistephus gestellt, deren Name auf griechisch kallistéphanos zurückgeht, „schön gekränzt“. Ihre Wildform stammt aus China, Japan und Korea, wächst dort an Waldrändern und blüht violett.

Die Sommeraster ist einjährig: Sie wird jedes Jahr neu ausgesät, während die Staude im Beet bleibt und im nächsten Herbst wieder austreibt. Im Handel läuft die Herbstaster meist unter dem Namen Aster novi-belgii; botanisch heißt sie heute Symphyotrichum novi-belgii. Sie steht gern sonnig und mag nährstoffreiche, frische Böden; bei Trockenheit bekommt sie leicht Mehltau. Für die Vase taugen beide: Viele Sorten der Herbstaster liefern gute Schnittblumen in Blau, Lila und Violett. In der Vase landet trotzdem fast immer die Sommeraster aus dem Laden.

Astern halten in der Vase rund ein bis zwei Wochen

Astern halten im Herbststrauß rund ein bis zwei Wochen, wenn sie im richtigen Stadium geschnitten werden. Die Farbe wählen Sie ganz nach dem Geburtstagskind. Wer es kräftig mag, kombiniert dunkles Violett mit Weiß, wer es leiser mag, bleibt bei Rosa und Hellblau.

Für den Geburtstag selbst reicht ein Strauß aus einer einzigen Farbe oft weiter als eine bunte Mischung: Zehn violette Astern in einer schlichten Glasvase wirken ruhiger als dieselbe Menge in fünf Farben. Wunderschön sieht die Aster außerdem in Kombination mit Gräsern und ein paar Zweigen aus, weil ihr runder Kopf dann einen Gegenpol bekommt.

Doch das Blau der Prunkwinde bleibt dem Garten vorbehalten, weil sich ihre Blüten schon am Vormittag schließen. Blaue und violette Astern übernehmen diesen Part im Strauß, und für einen Herbststrauß in Blau sind sie perfekt.

So kommen Astern gut durch die zwei Wochen:

  1. Beim Kauf oder beim Schnitt darauf achten, dass zwei bis drei Blütenkreise geöffnet sind. Fest geschlossene Knospen öffnen sich in der Vase oft nicht mehr.
  2. Die Stiele frisch anschneiden und die Vase gründlich ausspülen. Wie Sie Schnittblumen richtig anschneiden, steht ausführlich im eigenen Beitrag.
  3. Das Wasser regelmäßig wechseln und den Strauß kühl stellen. Wie oft Sie das Blumenwasser wechseln sollten, hängt von der Blume ab.

Tipp: Schauen Sie im Laden in die Mitte des Blütenkopfs. Sind dort zwei bis drei Kreise der Röhrenblüten geöffnet und die übrigen noch geschlossen, halten Sie genau das Stadium in der Hand, das die Schnittregel meint.

Wer im September Geburtstag hat, bekommt mit Astern also eine Blume, die zur Jahreszeit gehört und lange steht. Im Vergleich der Arten zeigt der Beitrag, welche Schnittblumen am längsten frisch bleiben.

Jungfrau und Waage teilen sich den September

Der September berührt zwei Sternzeichen: die Jungfrau bis um den 22. September, danach die Waage. Beide Zeichen sind über die ekliptikale Länge definiert, die Jungfrau umfasst 150 bis 180 Grad, die Waage 180 bis 210 Grad. Der Übergang hängt deshalb nicht am Kalender, sondern am Herbstpunkt: Genau dort, bei 180 Grad, beginnt die Waage. Die Jungfrau beginnt um den 23. August, die Waage läuft bis in den Oktober; der September liegt also mit einem Teil in jedem der beiden Zeichen.

Der Herbstpunkt selbst ist der Moment, in dem die Sonne die ekliptikale Länge von 180 Grad überschreitet. Weil das Herbstäquinoktium nicht jedes Jahr auf denselben Tag fällt, verschiebt sich dieser Übergang: 2025 lag er auf dem 22. September, 2026 auf dem 23. September. Zwei Menschen mit demselben Geburtstag können deshalb verschiedene Zeichen tragen. An der Geburtsblume ändert das nichts, denn sie hängt am Kalendermonat: Wer im September geboren ist, hat die Aster, ob das Zeichen nun Jungfrau oder Waage heißt. Die Zuordnung zum Monat ist damit die stabilere Auskunft, und wer sich die Septemberblume stechen lassen will, richtet sich ohnehin nach ihr.

Aster und Prunkwinde als Tattoo-Motiv

Wer die Septemberblume als Tattoo trägt, hat zwei sehr verschiedene Formen zur Wahl: den Strahlenkranz der Aster und den Trichter der Prunkwinde. Die Aster ist zeichnerisch ein Kranz schmaler Zungenblüten um eine dichte Mitte aus Röhrenblüten, und je nach Sorte fällt sie einfach und gänseblümchenartig oder dicht gefüllt als Pompon aus. Die Prunkwinde ist ein fünfzähliger Trichter von 3 bis 5 Zentimetern – als Linie wird er besonders klar, wenn die Ranke mitläuft.

Vier Varianten bieten sich an:

  • Der offene Strahlenkranz der einfachen Aster mit deutlicher Mitte
  • Die gefüllte Pompon-Form, dichter und runder im Umriss
  • Der fünfzählige Trichter der Prunkwinde, allein oder an einer Ranke
  • Beide Septemberpflanzen in einem Motiv, die Ranke als Verbindung zwischen ihnen

So oder so bleibt es dieselbe Auskunft: Der September gehört der Aster, und die Prunkwinde steht als zweite Blume daneben. Für den Strauß nehmen Sie die Aster, für das Rankgitter die Prunkwinde.

Häufig gestellte Fragen

Welche Geburtsblume ist für die Jungfrau?

Die Geburtsblume hängt am Kalendermonat, nicht am Sternzeichen. Die Jungfrau reicht vom 23. August bis um den 22. September und deckt damit zwei Monatsblumen ab. Für den ganzen September gilt deshalb dieselbe Blume: die Aster.

Hat jeder Monat zwei Geburtsblumen?

Welche Bedeutung hat die Aster in der Blumensprache?

Kann man Prunkwinden als Schnittblumen kaufen?

Sind Astern für Katzen giftig?

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