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Geburtsblume Februar: das Veilchen und die Iris

Die Geburtsblume für den Februar ist das Veilchen, daneben steht die Iris, die auf Deutsch Schwertlilie heißt. Im Handel sind die beiden sehr ungleich verteilt: Die Iris bekommen Sie als Schnittblume beim Floristen, das Veilchen dagegen im Topf oder kandiert auf der Torte.

Duftveilchen im Freien: mehrere dunkelviolette Blüten stehen über den herzförmigen Blättern, die Geburtsblume des Februars
Foto: Kristina Kutleša / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Das Veilchen ist die Geburtsblume des Februars

Dem Februar sind zwei Pflanzen zugeordnet: das Veilchen als Hauptblume und die Iris, die auf Deutsch Schwertlilie heißt. Als Geburtsblume gilt dabei die Pflanze, die traditionell zu einem Geburtsmonat gehört – und dass ein Monat gleich zwei davon trägt, ist der Normalfall. Die Zuordnung selbst ist überlieferte Konvention: Sie fällt je nach Sprachraum verschieden aus, und nicht jede Pflanze ist überall zur gleichen Zeit zu bekommen.

Gemeint ist das Duftveilchen, botanisch Viola odorata: eine kleine, dunkelviolette Blüte, die ihren Namen dem Duft verdankt, mit den Laubblättern in einer bodennahen Rosette. Sie gehört zur Familie der Veilchengewächse, und die Gattung Viola umfasst je nach Zählung 400 bis 650 Arten. Zu ihr zählen auch das Gartenstiefmütterchen und das Hornveilchen aus dem Balkonkasten: Verwandte derselben Gattung, aber nicht die Blume, die dem Februar zugeordnet ist.

Tatsächlich läuft die Überlieferung an dieser Stelle auseinander. In den englischsprachigen Listen stehen für den Februar das Veilchen und die Primel (The Old Farmer’s Almanac), im deutschen Sprachraum steht an zweiter Stelle die Iris. Begegnet Ihnen die Primel als zweite Februarblume, folgt diese Angabe der englischen Überlieferung. Welche Pflanze zu welchem Monat gehört, zeigt die Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.

Das Veilchen steht für Bescheidenheit, in der Antike für Liebe

Dem Veilchen werden Bescheidenheit und Demut zugeschrieben, und diese Deutung hält sich seit Jahrhunderten. Auf Bildern des späten Mittelalters und der Renaissance steht das Duftveilchen als Attributpflanze Mariens, etwa auf der „Madonna mit dem Veilchen“ von Stefan Lochner. Später übernahm die Poesiealbum-Lyrik dasselbe Bild: das Veilchen im Moos, sittsam und bescheiden, und ihm gegenüber die stolze Rose, die bewundert werden will. Auch Goethes „Das Veilchen“, von Mozart vertont, zeigt das Blümchen gebückt in sich und unbekannt.

Drei Bedeutungen stehen dabei nebeneinander:

  • Bescheidenheit und Demut – die Bedeutung, die dem Veilchen bis heute anhängt: eine kleine, dunkle Blüte, die man eher riecht als sieht.
  • Unschuld – die Bedeutung des weißen Veilchens; in der Blumensprache geht sie der Bescheidenheit voraus.
  • Liebe – die ältere Schicht: In der Antike war das Veilchen die Blume, die man der Angebeteten schenkte.

Doch die ältere Schicht wiegt schwerer, als die Bescheidenheit vermuten lässt. Im griechischen und römischen Altertum war das Duftveilchen eine mehreren Gottheiten geweihte Kultpflanze, und wegen des Duftes und der dunklen Blüten galt es den Griechen als Blume der Liebe. Die Bescheidenheit kam erst später dazu.

Wer im Februar geboren ist, bekommt mit dem Veilchen ein Zeichen mit, das leise auftritt und trotzdem als Frühlingsbote gilt. Gedeutet wird dabei die Pflanze und nicht der Mensch. Übrigens trägt dasselbe Wort im Deutschen noch eine zweite, weit unromantischere Bedeutung: Ein Veilchen ist auch der Bluterguss um das Auge, und daher kommt die Redensart blau wie ein Veilchen.

Iris und Schwertlilie sind dieselbe Pflanze und die zweite Februarblume

Iris und Schwertlilie sind zwei Namen für dieselbe Gattung, und diese Gattung stellt die zweite Blume des Februars. Zu ihr gehören rund 300 Arten, alle von der Nordhalbkugel, mit einem Schwerpunkt in den gemäßigten Gebieten Asiens. Botanisch steht sie in der Familie der Schwertliliengewächse.

Blaue Schwertlilie in Nahaufnahme: drei hängende und drei aufrechte Blütenblätter zeigen den Bau der Irisblüte

Den Gattungsnamen gab ihr Linné, nach der griechischen Göttin des Regenbogens. Der deutsche Name zielt dagegen auf das Blatt, das schwertförmig und aufrecht aus dem Boden kommt; in alten Texten heißt die Pflanze schlicht Schwertel. In der Blumensprache trägt die Iris die Bedeutung Botschaft: Ihre Blüten, so bunt wie ein Regenbogen, brachten ihr den Namen der Götterbotin ein.

Doch genau dieser Name führt in die Irre. Mit den Lilien ist die Gattung nur entfernt verwandt: Die Lilien (Lilium) sind eine eigene Gattung mit rund 120 Arten, sie sind Zwiebelpflanzen und gehören zu den Liliengewächsen. Zwischen beiden liegen damit zwei verschiedene Familien und sogar zwei verschiedene Ordnungen. Wer nach der Schwertlilie sucht und bei den Lilien landet, ist bei einer anderen Pflanze – welche Lilienarten es gibt, ist eine eigene Geschichte.

Im Laden begegnen Ihnen von dieser Gattung verschiedene Formen. Die hohe Gartenstaude im Beet ist eine andere Pflanze als die schlanke Schnittblume beim Floristen, und dazu kommt eine kleine, sehr frühe Zwiebelform.

Veilchen kommen heute im Topf, nicht als Schnittblume

Ein Strauß Duftveilchen ist heute kaum zu bekommen, und das war einmal ganz anders. Bis in die 1930er Jahre gehörten Veilchen zu den beliebtesten Schnittblumen, und für sie gab es eine eigene Treiberei: Gezüchtet wurden großblütige und langstielige Sorten, die Erzeugung lief großenteils unter Glas und begann im Dezember, und Freilandkulturen belieferten den Markt bis in den April.

Noch um 1900 war das Veilchen eine Modepflanze. Ein Sträußchen steckte im Knopfloch des Büroangestellten, und spezialisierte Gärtnereien zogen zahlreiche besonders langstielige Sorten in großen Mengen heran. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Anbau zum Erliegen, und mit ihm ging ein Großteil dieser Sorten verloren; von den Treibsorten ist nur ‚Königin Charlotte‘ weit verbreitet geblieben. Als Schnittblume ist das Veilchen aus dem Handel verschwunden.

Ein Sträußchen Duftveilchen in einem kleinen Krug: so wurde die Februarblume verschenkt, als es sie noch als Schnittblume gab

Dazu kommt der Kalender. Das Duftveilchen blüht von März bis April, und nicht ohne Grund heißt die Art auch Märzveilchen. Die Blüte beginnt also erst nach dem Februar – der Monat folgt hier der Überlieferung und nicht dem Blühkalender.

Wer im Februar trotzdem etwas Veilchenhaftes verschenken möchte, hat drei Möglichkeiten:

  • Ein Topfveilchen – Duftveilchen und Hornveilchen kommen im Spätwinter als Topfpflanze in den Handel und blühen danach im Garten weiter.
  • Kandierte Veilchenblüten – die Blüten werden mit halbsteif geschlagenem Eiweiß bestrichen, dünn mit feinem Zucker bestäubt und rund zwei Tage getrocknet; in Toulouse und in Wien sind sie eine eigene Süßware.
  • Veilchensirup – aus den Blüten gekocht; dieselbe Blüte steckt auch in Veilchenessig und in Veilcheneis.

In Wien gelten die kandierten Blüten als Lieblingssüßigkeit der Kaiserin Elisabeth und werden dort bis heute verkauft; auf einer Torte sehen sie wunderschön aus. Ein Topfveilchen wiederum ist nach der Blüte nicht zu Ende: Es kommt in den Garten und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus.

Die Iris kommt als getriebene Zwiebelblume in den Laden

Die Iris beim Floristen ist meist die Holland-Iris (Iris × hollandica), eine niederländische Zwiebelkreuzung des 19. Jahrhunderts. Ihre Zwiebel lässt sich im Gewächshaus zu früher Blüte treiben, und deshalb liegt gerade sie im Februar im Eimer. Rund 60 Zentimeter wird sie hoch, ihre Blüten duften nicht.

Gekauft wird sie im sogenannten pencil stage: Ein Farbstreifen tritt längs aus den Hüllblättern, die Blütenblätter sind aber noch nicht zurückgebogen. Gelagert wird sie trocken und aufrecht bei 0 °C, höchstens eine Woche – steht sie länger, kann es passieren, dass sich die Blüten gar nicht mehr öffnen. Gefragt ist die Zwiebel-Iris und zugleich eine der kurzlebigsten Schnittblumen (UC Davis Postharvest Center). Tipp: Greifen Sie für den Strauß zur Zwiebelform – die Bart-Iris hält in der Vase noch kürzer.

Geschnittene blaue Zwiebel-Iris mit langen geraden Stielen: als getriebene Zwiebelblume kommt die Februarblume Iris in den Handel
MerkmalVeilchenIris (Schwertlilie)
SymbolikBescheidenheit und Demut, beim weißen Veilchen Unschuld; in der Antike LiebeBotschaft, nach der Göttin des Regenbogens benannt
BlütezeitMärz bis April, daher der Name MärzveilchenBart-Iris Mai bis Juni, Zwerg-Iris je nach Lage schon Ende Februar
FamilieVeilchengewächse, die Art ist Viola odorataSchwertliliengewächse, rund 300 Arten der Nordhalbkugel
Als Schnittblumebis in die 1930er Jahre groß im Handel, heute verschwundenja, als getriebene Zwiebel-Iris beim Floristen
Haltbarkeitentfällt, die Topfpflanze blüht im Garten weitereine der kurzlebigsten Schnittblumen; kaufen, solange die Knospe erst Farbe zeigt

Für einen Strauß im Februar bieten sich vor allem Anemonen, Ranunkeln, Hyazinthen und Tulpen an, dazu Frühlingszweige von Magnolie und Zierkirsche. Im Garten öffnet sich je nach Lage schon Ende Februar die Zwerg-Iris. Wie lange Tulpen durchhalten, steht bei Tulpen in der Vase, und für den Rest des Straußes lohnt der Blick darauf, welche Schnittblumen am längsten frisch bleiben.

Zwerg-Iris blüht dicht über dem kahlen Winterboden: violette Blüten mit gelbem Mittelstreifen am Ende des Winters

Der Veilchenduft der Parfümerie stammt von der Iris

Die Veilchenwurzel ist kein Veilchen. Gemeint ist das Rhizom von Iris-Arten, und der irreführende Name kommt von seinem veilchenähnlichen Geruch. Von dort stammte auch der Veilchenduft der Parfümerie: aus dem Rhizom von Iris germanica ‚Florentina‘.

Das Rhizom enthält 0,1 bis 0,2 Prozent ätherisches Öl, und die eigentlichen Riechstoffe, die Irone, entstehen erst bei der Gewinnung – ein Grund, warum das Öl nur in kleinsten Mengen dosiert wird. Der Duft der frischen Veilchenblüte ist dagegen ein anderer Stoff, Parmon, also trans-α-Jonon. Seit dem späten 19. Jahrhundert enthalten Veilchenparfüms überwiegend synthetische Jonone, und verwendet werden vor allem die Blätter, aus denen ein grüner Duft gewonnen wird.

Ob Sie diesen Duft überhaupt wahrnehmen, entscheidet ein einzelnes Gen. Die Empfindlichkeit für β-Jonon wird fast wie ein einfaches Mendel-Merkmal vererbt: Eine Variante im Geruchsrezeptorgen OR5A1 erklärt über 96 Prozent der Unterschiede darin, wie stark Menschen den Stoff riechen (Current Biology). Wer empfindlich ist, beschreibt ihn als blumig; wer es nicht ist, nimmt denselben Stoff völlig anders wahr.

Veilchendienstag, Napoleon und das erste Veilchen in Wien

Im deutschen Nordwesten heißt der Faschingsdienstag Veilchendienstag. Er steht dort in einer Reihe von Blumentagen: Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag, Veilchendienstag. Woher der Name kommt, ist nicht geklärt.

Viel älter ist ein Wiener Brauch. Am Hof wurde schon um 1200 das erste Veilchen des Jahres mit einem rauschenden Fest gefeiert. Wer es im März in den Donauauen fand, hatte sofort den Herzog zu benachrichtigen, und der zog mit seinem ganzen Hofstaat hinaus, um den Frühlingsboten feierlich zu begrüßen. Im Mittelalter war dieser Brauch in ganz Süddeutschland verbreitet.

Später wurde die kleine Blüte politisch. Als Napoleon nach Elba verbannt wurde, erkoren seine Anhänger das Veilchen zu ihrem Emblem: Veilchensträuße und veilchenfarbene Kleidung waren ein Bekenntnis, das ohne Worte auskam. Und eine dritte Linie reicht noch weiter zurück – das Veilchen gilt als eines der ältesten queeren Symbole, von der Dichterin Sappho bis zu den Pariserinnen, die es in den 1920er Jahren an der Kleidung trugen.

Wassermann und Fische teilen sich den Februar

Den Februar teilen sich zwei Sternzeichen: der Wassermann bis im Mittel zum 18. Februar, die Fische ab dem 19. Februar; ein fester Kalendertag ist diese Grenze allerdings nicht.

Sternzeichen und Sternbild sind dabei zweierlei: Das eine ist ein Zeitraum der Astrologie, das andere eine Sternengruppe am Himmel. Im Sternbild Wassermann steht die Sonne erst ungefähr vom 16. Februar bis zum 12. März, im Sternbild Fische von dort an bis in den April.

Die Geburtsblume richtet sich nach dem Kalendermonat. Für Wassermann und Fische gelten im Februar deshalb dieselben zwei Pflanzen: das Veilchen und die Iris. Und weil der Wassermann schon im Januar beginnt, teilen sich auch zwei Monatsblumen dieses eine Zeichen.

Veilchen und Iris als Tattoo-Motiv

Als Tattoo unterscheiden sich die beiden Februarblumen vor allem in der Linie. Die Veilchenblüte ist fünfzählig: Fünf dunkelviolette Kronblätter bilden eine Krone von 2 bis 3 Zentimetern, und das unterste trägt einen meist geraden Sporn von 5 bis 7 Millimetern. Die Irisblüte ist dreizählig, mit drei hängenden und drei aufrechten Blütenblättern; bei der Bart-Iris sitzt auf jedem hängenden Blatt ein Bart. Die Bedeutung bringt die Pflanze mit: Bescheidenheit oder Liebe beim Veilchen, Botschaft bei der Iris.

Drei Motive bieten sich an:

  • Einzelnes Veilchen – fünf Blütenblätter, das unterste mit kurzem Sporn; ein kleines Motiv, das auch in feinen Linien lesbar bleibt.
  • Irisblüte – drei hängende und drei aufrechte Blütenblätter; die Dreiteilung trägt die ganze Zeichnung.
  • Beide Februarblumen zusammen – das kleine Veilchen am Fuß der hohen Irisblüte; der Größenunterschied ergibt die Komposition von selbst.

Häufig gestellte Fragen

Wieso gibt es zwei Geburtsblumen?

Den meisten Monaten sind zwei Pflanzen zugeordnet, eine Hauptblume und eine zweite Blume. Welche Pflanze auf welchem Platz steht, ist von Kultur zu Kultur verschieden, und deshalb sehen die Listen nicht überall gleich aus. Auch die Verfügbarkeit spielte eine Rolle: Was am Ort nicht zu bekommen war, konnte dort schlecht zur Monatsblume werden.

Ist die Iris die Geburtsblume im Februar?

Welche Bedeutung haben lila Veilchen?

Welche Blumen sind im Februar?

Welche Geburtsblumen stehen für den Wassermann?

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