Blumengruß Logo

Geburtsblume Mai: das Maiglöckchen, der Weißdorn und ihre Bedeutung

Die Geburtsblume für den Mai ist das Maiglöckchen. Als zweite Maiblume gilt der Weißdorn, dessen weiße Blüten im selben Monat die Hecken überziehen. In der Blumensprache trägt das Maiglöckchen eine der freundlichsten Botschaften überhaupt: Das Glück kehrt zurück. Der Weißdorn steht für Hoffnung.

Blühendes Maiglöckchen: Am blattlosen Schaft hängen die weißen Glöckchen einseitig, dahinter stehen die breiten grünen Blätter der Pflanze
Foto: 대정 김 / Pexels

Inhaltsverzeichnis

Das Maiglöckchen ist die Geburtsblume des Mais

Die Geburtsblume für den Mai ist das Maiglöckchen; als zweite Maiblume steht der Weißdorn daneben. Geburtsblume und Monatsblume meinen dasselbe: die Pflanze, die einem Kalendermonat zugeordnet ist. Wer nach der Monatsblume Mai oder nach der Blume für den Monat Mai sucht, kommt deshalb bei denselben zwei Pflanzen heraus. Welche Pflanze einem Monat zugeordnet wird, hängt meist damit zusammen, wann sie blüht, und das Maiglöckchen öffnet seine Glöckchen im Mai und Juni. Die Zuordnung selbst ist ein gewachsener Brauch, über Generationen weitergegeben. Üblich ist die Reihenfolge, die auch die älteren Listen kennen: das Maiglöckchen zuerst, der Weißdorn als traditionelle zweite Maiblume.

Tatsächlich hat der Weißdorn einen sehr sichtbaren Grund, im Mai zu stehen: Er blüht in diesem Monat, im Englischen heißt er darum May tree, und die Hecken werden weiß, wenn der Frühling in den Sommer übergeht. Im englischen Sprachraum trug er dazu den Beinamen Mary’s Flower of May. Manche deutsche Übersichten setzen an die zweite Stelle die Lilie; der Weißdorn steht dort, wo ihn die älteren, englischsprachigen Listen führen (The Old Farmer’s Almanac). Das Maiglöckchen selbst gehört nicht zu den Lilien, sondern zu den Spargelgewächsen; im Englischen heißt es lily of the valley und trägt das Wort nur im Namen.

Für den Mai heißt das: zwei Pflanzen, zwei Bedeutungen, ein Monat. Das Maiglöckchen trägt die Botschaft, dass das Glück zurückkehrt, der Weißdorn steht für Hoffnung – und wer im Mai Geburtstag hat, kann sich aussuchen, welche der beiden ihm näher ist. Zwei Blumen für einen Monat sind dabei verbreitet: Viele Monate tragen neben ihrer Hauptblume eine zweite Zuordnung. Welche Blume zu welchem Monat gehört, steht in der Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.

Was das Maiglöckchen über im Mai Geborene sagt

Makro einer Maiglöckchen-Traube: Die weißen Glocken hängen einseitig am blattlosen Schaft, die Zipfel sind nach außen zurückgeschlagen

In der Blumensprache steht das Maiglöckchen für die Rückkehr des Glücks. Diese Botschaft ist ungewöhnlich hell. Die ältere, ausführlichere Fassung derselben Lesart spricht von der Hoffnung auf Liebe und vom Ende allen Kummers; beide sind seit dem 19. Jahrhundert überliefert. Für einen Geburtstagsstrauß ist das eine wunderschöne Ausgangslage: Die Blume sagt etwas, das man selten so klar sagen kann.

  • Das Glück kehrt zurück: die Bedeutung, die einen kleinen Strauß zum Zeichen für einen Neuanfang macht.
  • Hoffnung auf Liebe und das Ende allen Kummers: die ausführliche Lesart, passend für jemanden, der eine schwere Zeit hinter sich hat.
  • Marienblume: Zeichen der keuschen Liebe; Demut und Bescheidenheit gehören in derselben Überlieferung dazu.
  • Zeichen der Heilkundigen: die Blume stand für die Kunst derer, die heilen.

Auf den Menschen übertragen werden diese Bedeutungen so, wie sie entstanden sind: Wer im Mai geboren ist, bekommt die Zeichen seines Geburtsmonats zugeschrieben, weil die Überlieferung sie über Generationen weitergereicht hat. Der Brauch bleibt damit das, was er ist: eine Möglichkeit, mit einer Blume etwas zu sagen, das man selbst gemeint hat. Wenn Sie den Strauß verschenken, können Sie die Bedeutung auf die Karte schreiben; sie erklärt sich in einem Satz. Für ein Geschenk zählt am Ende, dass der Beschenkte die Botschaft mitbekommt.

Der Artname majalis heißt schlicht „im Mai blühend“, und Convallaria kommt von convallis, dem Tal: die Pflanze der schattigen Waldtäler. Deutscher und lateinischer Name nennen damit beide den Mai. Den Namen vergab Carl von Linné 1753. Im Deutschen heißt die Blume außerdem Maiblume oder Maililie, in der Schweiz Maieriesli. Wer sie im Wald findet, versteht die Namensgebung sofort: Die Glöckchen hängen dort, wo es feucht und schattig ist, und der Duft steht in der Luft, bevor man die Pflanze sieht.

Der Weißdorn ist die zweite Maiblume

Blühender Weißdorn: Weiße fünfzählige Blüten mit dunkelroten Staubbeuteln stehen dicht gedrängt über tief gelappten dunkelgrünen Blättern

Die zweite Maiblume ist der Weißdorn, ein dorniger Strauch aus der Familie der Rosengewächse. Botanisch heißt die im Mai blühende Art Crataegus monogyna, und ihre Blütezeit liegt im Mai und Juni. Ihre Zweige tragen rundliche grüne Blätter und Dolden aus cremeweißen, fünfblättrigen Blüten, die manchmal rosa überhaucht sind; im Herbst werden daraus leuchtend rote Früchte. Hinter dem Wort Weißdorn stehen mehrere Arten; die beiden häufigsten blühen im Mai und Juni beziehungsweise schon ab April.

In deutschen Gärten ist der Weißdorn vor allem Heckenpflanze: In der Hecke wird er zwei bis fünf Meter hoch, hält Blicke und Grenzen und bietet Vögeln einen Nistplatz, den die Dornen zuverlässig schützen. Der Rotdorn im Vorgarten ist die gefüllt blühende Gartenform dieser Verwandtschaft; seine Blüten haben ihren Pollenwert verloren und sind damit ohne Wert für Insekten. Wenn Sie im Mai an einer weiß blühenden Hecke vorbeigehen, haben Sie den Strauch mit ziemlicher Sicherheit schon gesehen.

Die Bedeutung des Weißdorns ist seit dem 19. Jahrhundert dieselbe: Hoffnung, im Französischen Espérance. In England schmückte man mit blühenden Weißdornzweigen die Häuser und den Maibaum. Für einen deutschen Geburtstagsgruß bleibt davon vor allem die Botschaft, und sie passt zum Maiglöckchen wie ein zweiter Satz zum ersten.

MerkmalMaiglöckchenWeißdorn
SymbolikDas Glück kehrt zurück; Hoffnung auf LiebeHoffnung
BlütezeitMai bis JuniMai bis Juni; die zweite häufige Art blüht schon ab April
PflanzenfamilieSpargelgewächse (Asparagaceae)Rosengewächse (Crataegus monogyna)
Rolle im Garten und im StraußGartenstaude, Topf- und Schnittblume; in der Vase vier bis sechs TageHeckenstrauch mit Dornen und Nistplatz für Vögel; im Mai blühende Zweige
BesonderheitDer Artname majalis heißt „im Mai blühend“Der Rotdorn im Vorgarten ist die gefüllt blühende Gartenform

Ein Maistrauß aus Maiglöckchen hält vier bis sechs Tage

Ein kleines, mit Bastschnur gebundenes Maiglöckchen-Sträußchen liegt auf verwittertem Holz, wie es in Frankreich am 1. Mai verkauft wird

Ein Strauß Maiglöckchen hält in der Vase vier bis sechs Tage. Im Garten blüht die Pflanze deutlich länger, etwa 14 Tage; die beiden Zahlen gehören zu zwei verschiedenen Situationen. Die Blütezeit der Art liegt im Mai und Juni, der Strauß ist also ein Gruß, den es nur wenige Wochen im Jahr gibt. Vier bis sechs Tage sind wenig; welche Schnittblumen am längsten frisch bleiben, ist eine andere Liga. Doch für den Anlass, für den dieser Strauß gedacht ist, reicht die Zeit, und dazu duftet er.

In vielen Gegenden gehört der kleine Maiglöckchenstrauß zur Konfirmation, als Strauß in der Hand oder als Anstecker am Revers. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden tragen die kleinen Sträuße dabei in den Händen, und wer als Gast einen mitbringt, trifft den Ton des Tages. Der Brauch ist evangelisch geprägt und regional verschieden verbreitet, und dort, wo er lebt, ist er fest. Im Garten ist das Maiglöckchen eine beliebte Staude, und als Topf- und Schnittblume ist es im Mai die naheliegende Pflanze.

Wenn Sie selbst pflücken möchten, dürfen Sie das in Grenzen: Die Handstraußregel erlaubt geringe Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen, die frei betreten werden dürfen, während in Schutzgebieten und auf fremden Grundstücken eigene Regeln gelten (§ 39 Absatz 3 BNatSchG). Das Gesetz verlangt dabei, die Pflanzen pfleglich zu entnehmen. Zu finden ist das Maiglöckchen in schattigen Laubwäldern, wo es flächig den Boden bedeckt. Das Maiglöckchen ist dabei nicht besonders geschützt und gilt als ungefährdet. Wer selbst schneidet, sollte danach die Stiele richtig anschneiden, damit der Strauß seine vier bis sechs Tage auch wirklich schafft.

Strauß Maiglöckchen in einer hellen Keramikvase auf einem gewebten Platzset: so hält der Maistrauß vier bis sechs Tage

Eine Sache gehört beim Maiglöckchen dazu: Alle Pflanzenteile sind sehr stark giftig (Botanischer Sondergarten Wandsbek); in Haushalten mit kleinen Kindern oder Katzen ist das zu bedenken.

Woher die Maiglöckchen im Handel kommen

Maiglöckchen für den Handel kommen aus Gärtnereien, und ihre wichtigste Arbeitszeit ist der Herbst. Für die Gärtner in den Vierlanden bei Hamburg war und ist die eigentliche Maiblumenzeit der Oktober und der November: Dann werden die Keime aus dem Boden geholt und nach Treibkeimen und Pflanzkeimen sortiert. Durch Erwärmung lassen sich Treibkeime schon zu Weihnachten zur Blüte bringen, durch Kühlung lässt sich die Saison fast beliebig steuern. Im Freiland läuft das Jahr anders herum: Im April treibt die Pflanze zuerst ihre langstieligen Blätter, im Mai erscheinen die Blüten in der einseitswendigen Traube, und im Sommer folgen die runden roten Früchte. Wer im Dezember ein blühendes Töpfchen im Laden sieht, hat also das Ergebnis einer Arbeit vor sich, die im Herbst begann.

Früher spielte das Maiglöckchen eine bedeutende Rolle im deutschen Zierpflanzenbau, als anspruchslose bodendeckende Staude und als beliebte Schnittblume. Vor dem Ersten Weltkrieg dienten in den Vierlanden über 150 Hektar dem Maiblumenanbau, eine Größenordnung, die den Umfang des damaligen Gewerbes zeigt. Nach dem Krieg belebte sich die Ausfuhr wieder, vor allem in die USA, nach England und nach Skandinavien. In den Vierlanden gehörte die Maiblume damit zum festen Bestand des Gartenbaus. Das Blütenöl wird bis heute für die Parfümherstellung genutzt.

Doch geblieben ist der Anbau bis heute, nur an anderer Stelle: In der Elbmarsch im Landkreis Harburg werden Maiglöckchen für den französischen Markt gezogen. Ein Betrieb dort bringt rund eine Million Keime im Jahr auf den Weg nach Frankreich (Kreiszeitung Wochenblatt, 2022). In Frankreich hat der 1. Mai seinen eigenen Brauch: Dort schenkt man sich Maiglöckchen als Glücksbringer. Für den deutschen Kunden heißt das: Der Strauß im Mai ist Saisonware, und ein blühender Topf ist dank der gesteuerten Kultur auch außerhalb der Saison zu haben.

Stier und Zwilling teilen sich den Mai

Der Mai berührt zwei Tierkreiszeichen: Bis etwa zum 20. Mai gilt der Stier, ab etwa dem 21. Mai der Zwilling. Ein festes Datum hat diese Grenze nicht: Sie kann durch die Schaltjahre um einen Tag abweichen. Die verbreiteten Datumstabellen nennen deshalb Mittelwerte: Stier vom 20. April bis zum 20. Mai, Zwillinge vom 21. Mai bis zum 20. Juni. Wer am 19. Mai Geburtstag hat, fällt nach diesen Tabellen unter den Stier, wer am 22. Mai geboren ist, unter den Zwilling; nur die Tage um den 20. und 21. Mai können je nach Jahr wechseln.

Astronomisch sieht der Mai anders aus. In das Sternbild Stier tritt die Sonne erst am 14. Mai ein und bleibt dort bis zum 21. Juni. Der Sonnendurchgang durch das Sternbild dauert dabei bis in den Juni hinein, die Zeichenperiode endet schon im Mai. Beides beruht auf unterschiedlichen Einteilungen: Die Tierkreiszeichen teilen den Kreis in zwölf gleich große Abschnitte und gehen auf die antike Astronomie zurück. Die Grenzen der Sternbilder wurden dagegen erst 1922 und 1930 als Flächen am Himmel festgelegt. Beide Angaben stehen nebeneinander: Das eine ist eine Einteilung des Kalenders, das andere eine Einteilung des Himmels. Für den Mai heißt das: Der Kalender kennt zwei Zeichen, der Himmel eine lange Stierzeit. Die Geburtsblume folgt dabei dem Kalendermonat: Wer im Mai geboren ist, hat das Maiglöckchen, ob Stier oder Zwilling.

Das Maiglöckchen als Tattoo-Motiv

Als Tattoo ist das Maiglöckchen ein Motiv für feine Linien: ein leicht gebogener Stiel mit fünf bis zehn Glöckchen, die alle zur selben Seite hängen. Die Pflanze wird 10 bis 20 Zentimeter hoch, die einzelnen Glocken messen fünf bis zehn Millimeter, dazu kommen ein bis zwei breit lanzettliche Blätter, die bis zu 22 Zentimeter lang werden. Aus diesen Größenverhältnissen ergibt sich die dünne Linienführung von selbst.

  • Einzelner Stiel: die schlichteste Form; die einseitswendige Traube gibt der Linie von selbst einen Bogen.
  • Stiel mit Sternzeichen: verbindet Monat und Zeichen, im Mai also Stier oder Zwilling.
  • Zwei Blumen aus zwei Monaten: für alle, die ein zweites Geburtsdatum mit ins Motiv nehmen wollen.

Die Bedeutung kommt aus der Pflanze mit: Wer sich das Maiglöckchen stechen lässt, trägt die Rückkehr des Glücks auf der Haut, beim Weißdorn wäre es die Hoffnung. Damit ist der Mai in beiden Zeichen gut versorgt: als Strauß für ein paar Tage oder als Linie, die bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Wieso gibt es zwei Geburtsblumen?

Für viele Monate haben sich im Lauf der Zeit zwei Pflanzen eingebürgert: eine Hauptblume und eine zweite, ältere Zuordnung. Der Mai führt das Maiglöckchen an erster Stelle und den Weißdorn daneben. Beide Zuschreibungen sind gewachsener Brauch, über Generationen weitergegeben.

Welche Geburtsblume steht für mein Sternzeichen?

Welche Blumen sind typisch für Mai?

Welche Blume passt zum Mai?

Welche Geburtsblumen für welchen Monat?

Mehr über Geburtsblumen