Die Geburtsblume für den Dezember ist im deutschen Sprachraum der Weihnachtsstern, und als zweite Dezemberpflanze steht die Stechpalme daneben, im Handel auch Ilex genannt. Beide sind das, was im Dezember ohnehin im Haus steht: eine Topfpflanze mit roten Hochblättern und ein immergrüner Zweig mit roten Früchten.

Inhaltsverzeichnis
Der Weihnachtsstern ist die Geburtsblume des Dezembers
Dem Dezember sind zwei Pflanzen zugeordnet: der Weihnachtsstern als Hauptblume und die Stechpalme als zweite Blume des Monats. Beide tragen mitten im Winter Farbe, und beide sind in diesen Wochen im Handel. Der Weihnachtsstern steht von November an als Topfpflanze in den Gärtnereien, die Stechpalme kommt als Zweig in Kränze und Gestecke. Gemeint ist übrigens die Pflanze; der Stern aus Papier oder Stroh am Fenster trägt nur denselben Namen.
Eine Geburtsblume ist die Pflanze, die einem Geburtsmonat zugeordnet ist. Den meisten Monaten sind zwei Pflanzen zugeordnet, eine Hauptblume und eine Zweitblume; die erste trägt den Monat, die zweite steht daneben. Tatsächlich ist diese Einteilung eine gewachsene Konvention: In den Kalender kam eine Pflanze über ihre Bedeutung und über den Zeitpunkt, zu dem sie am Ort blüht, und in anderen Ländern und Regionen fiel die Wahl deshalb auf andere Pflanzen. Eine amtliche Liste der Geburtsblumen gibt es nicht.
In den englischsprachigen Listen steht für den Dezember die Narzisse an erster Stelle (The Old Farmer’s Almanac), gemeint ist die weiße Paperwhite, die im Zimmer blüht; die Stechpalme führen beide Traditionen. Wenn Ihnen also an anderer Stelle die Narzisse als Dezemberblume begegnet, folgt diese Angabe der englischsprachigen Überlieferung. Was die Narzisse als Blume sagt, steht in der Bedeutung der Narzisse. Welche Pflanze zu welchem Monat gehört, zeigt die Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.
Die Stechpalme ist die zweite Dezemberpflanze und heißt auch Ilex

Stechpalme und Ilex sind dieselbe Pflanze: die Europäische Stechpalme, botanisch Ilex aquifolium. Sie ist neben dem Buchsbaum die einzige in Mitteleuropa heimische immergrüne Laubbaumart, also einer von zwei Laubbäumen, die hier den Winter über grün bleiben. Zur Gattung Ilex zählen rund 400 Arten, die meisten davon in den Tropen und Subtropen.
Im Alltag begegnen Ihnen drei Namen:
- Stechpalme: der geläufige deutsche Name; so heißt das Gehölz im Forst und im Blumengeschäft.
- Ilex: der Gattungsname, der im Handel auf dem Schild steht; Ilex aquifolium ist die europäische Art mit dem stacheligen Blattrand.
- Hülse oder Hülsenbusch: der alte deutsche Name, der regional bis heute lebendig ist; in Österreich sagt man Christdorn.
Der Bestandteil „Palme“ im Namen kommt vom Palmsonntag: Weil in unseren Breiten keine Palmen wachsen, ersetzten Stechpalmenzweige den Palmzweig. Regional heißt das Gehölz außerdem Stecheiche oder Schwabendorn.
Die Stechpalme blüht von Mai bis Anfang Juni, und sie ist meist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Pflanzen. Doch Früchte tragen nur die weiblichen Exemplare, und botanisch sind die glänzend roten Kugeln keine Beeren, sondern Steinfrüchte. Wer einen Ilex im Garten hat, der jedes Jahr ohne Früchte bleibt, hat wahrscheinlich ein männliches Gehölz gepflanzt.
Wild wachsende Stechpalmen stehen in ganz Deutschland unter besonderem Schutz: Die Bundesartenschutzverordnung führt die Art als besonders geschützt, sie darf weder beschnitten noch ausgegraben werden. Ihr natürliches Vorkommen liegt im Norden, im Westen und ganz im Süden des Landes. 2021 war die Gemeine Stechpalme Baum des Jahres. Die Zweige mit den roten Früchten stammen aus Kultur und Handel, nicht aus dem Wald.
Alle Teile der Stechpalme sind für den Menschen giftig, die roten Früchte gehören nicht auf den Teller (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft).
Was Weihnachtsstern und Stechpalme bedeuten
Der Stechpalme werden Schutz und Ausdauer zugeschrieben, und diese Deutung ist älter als das Weihnachtsfest. Überliefert ist, dass Kelten, Germanen und Römer das immergrüne Laub bewunderten, weil es selten war; es galt ihnen als Zeichen für Wiedergeburt und Treue. In Wochen, in denen alles andere kahl dasteht, war ein grüner Zweig mit roten Früchten etwas Besonderes, und diese Wertschätzung reicht bis in die heutige Adventsdekoration. Das glänzende Blatt und das Rot der Früchte machten den Zweig über Jahrhunderte zum beliebten Schmuck an Weihnachten, an Allerheiligen und am Palmsonntag. Rot und Grün sind bis heute die Farben der Weihnachtszeit, und in Großbritannien ist Holly das Weihnachtssymbol schlechthin.
Dem Weihnachtsstern werden Licht und festliche Freude zugeschrieben. Erzählt wird dazu eine mexikanische Legende von einem Mädchen, dessen mitgebrachtes Grün sich am Heiligabend an den oberen Blättern leuchtend rot färbte. Die Deutung passt zu dem, was die Pflanze tatsächlich tut: Sie färbt sich, wenn die Tage am kürzesten sind. Ob man die Legende kennt oder nicht, die Wirkung bleibt dieselbe, und wunderschön sieht das Rot besonders dann aus, wenn draußen alles grau ist. Genau darin liegt die Deutung: Licht in einer Zeit, in der es wenig davon gibt.
Wer im Dezember geboren ist, bekommt mit diesen beiden Pflanzen zwei Zeichen mit: Beständigkeit im immergrünen Zweig und Licht in der dunkelsten Zeit des Jahres. Gedeutet wird dabei die Pflanze, nicht der Mensch. Als Geschenk lässt sich beides gut verbinden: der Weihnachtsstern im Topf, dazu ein Zweig der Stechpalme im Gesteck. Das hält deutlich länger als der Abend, an dem es überreicht wird, und beide stehen noch, wenn der Baum längst abgeschmückt ist.
Die roten Blätter des Weihnachtssterns sind Hochblätter

Was am Weihnachtsstern rot leuchtet, sind Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sind die kleinen gelben Gebilde in der Mitte, und sie fallen kaum auf. Botanisch ist die ganze rote „Blume“ ein Blütenstand: Winzige Blüten stehen in gelblichen Teilblütenständen im Zentrum, und die roten Blätter ringsum sind anders gefärbte Laubblätter, die Hochblätter oder Brakteen heißen. Groß sind an dieser Pflanze die Blätter, klein sind die Blüten, und deshalb sucht man an einem Weihnachtsstern vergeblich nach einer großen Einzelblüte.
Sehen Sie sich diese Mitte genauer an, wird der Aufbau deutlich. Jeder der kopfförmigen Teilblütenstände trägt in seinem Zentrum eine überhängende weibliche Blüte, und um sie herum stehen zahlreiche männliche Blüten, die bis auf ein einziges Staubblatt reduziert sind. Männliche und weibliche Blüten sitzen also in einem gemeinsamen kopfförmigen Blütenstand, und was von außen wie eine einzelne Blüte wirkt, ist eine ganze Gruppe. Der Weihnachtsstern ist ein Wolfsmilchgewächs, und bei den meisten Wolfsmilchgewächsen sind die Blüten auf diese Weise zusammengefasst.
Doch ob sich die Hochblätter überhaupt färben, entscheidet die Tageslänge. Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze, seine kritische Tageslänge liegt bei zwölf Stunden, und künstliche Lichtquellen in der Kurztagsphase beeinflussen die Blütenbildung. Genau daran scheitern viele alte Pflanzen auf der Fensterbank: Wo abends Lampen brennen, bleiben die Hochblätter grün. Kurze Tage sind für die Pflanze das Signal, und deshalb steht sie ausgerechnet im Winter in Farbe. Gefärbt und im Handel ist der Weihnachtsstern von November bis März; sein Weg in diese Rolle beginnt weit außerhalb Europas.
Vom mexikanischen Strauch zur meistverkauften Zimmerpflanze
Der Weihnachtsstern stammt aus Mexiko und Mittelamerika, wo er als Strauch bis zu vier Meter hoch wird. Die Azteken kultivierten ihn schon lange vor der Ankunft der Europäer: Aus den Hochblättern gewannen sie einen violetten Farbstoff, und den Milchsaft setzten sie gegen Fieber ein. Nach der spanischen Eroberung nahmen in Mexiko lebende Franziskaner die Pflanze in ihren Weihnachtsschmuck auf; bis heute heißt sie dort „La Flor de la Nochebuena“, die Blume des Heiligabends.
Nach Europa kam die Art 1804, mitgebracht von Alexander von Humboldt. Beschrieben wurde sie 1834 von Johann Friedrich Klotzsch, Arzt, Apotheker und Kustos am Botanischen Museum in Berlin, und zwar nach einem Beleg aus dem Herbarium Willdenow; Carl Ludwig Willdenow wiederum war einer der Lehrer Humboldts. Der zweite gängige Name – Poinsettie – geht auf Joel Roberts Poinsett zurück, den ersten Gesandten der Vereinigten Staaten in Mexiko.
Heute wird die Pflanze in Deutschland in großem Maßstab herangezogen: Im Wirtschaftsjahr von Juli 2024 bis Juni 2025 zogen deutsche Betriebe rund 86 Millionen Zimmerpflanzen heran, rund 18 Millionen davon waren Weihnachtssterne (Statistisches Bundesamt). Damit stellt eine einzige Art den größten Anteil an der deutschen Zimmerpflanzenproduktion. Vom Strauch in Mexiko bis zum Topf auf dem Adventstisch ist das ein weiter Weg, und er endet jedes Jahr an derselben Stelle: bei der Frage, wie die Pflanze die Feiertage übersteht.
Weihnachtssterne kaufen und über die Feiertage bringen
Ein Weihnachtsstern hält durch, wenn er aus dem warmen Verkaufsraum kommt, eingewickelt nach Hause fährt und dort hell und warm steht. Drei Punkte entscheiden über die Wochen danach:
- Im Laden: Nehmen Sie eine Pflanze, die drinnen steht, und nicht eine vom Wagen vor der Tür.
- Auf dem Weg: Wickeln Sie die Pflanze an kalten Tagen in Papier oder Vlies und lassen Sie sie nicht lange im kalten Auto stehen.
- Zu Hause: Ein heller, warmer Platz bei 18 bis 20 Grad ist richtig, keinesfalls direkt über der Heizung, ohne Zugluft und ohne Staunässe.
Achtung: Der Weihnachtsstern ist als gering giftig eingestuft, und sein Milchsaft kann die Haut reizen (Giftinformationszentrum Bonn). Kinder sollten mit dem Saft nicht in Berührung kommen, Hunde und Katzen die Pflanze nicht fressen, und beim Rückschnitt im Februar oder März gehören Handschuhe dazu.
Die kleinen gelben Blüten halten nur kurz und fallen ab, die Hochblätter bleiben dagegen über Monate farbig. Wer die Pflanze über das Jahr behält und im nächsten Advent wieder Farbe sehen möchte, braucht Geduld: Elf bis vierzehn Wochen lang muss sie täglich mindestens zwölf Stunden im Dunkeln stehen. Doch schon eine Straßenlaterne vor dem Fenster stört. Wer diesen Aufwand nicht treiben möchte, behandelt den Weihnachtsstern wie einen Strauß und kauft im nächsten Jahr eine neue Pflanze.
Tipp: Auch als Schnittblume ist der Weihnachtsstern brauchbar. Die Stielenden kommen dafür drei bis fünf Sekunden in etwa 60 Grad warmes Wasser, damit der austretende Milchsaft gerinnt und die Milchröhren verschließt. Kochendes Wasser ist dafür nicht geeignet, es schadet dem Gewebe.
Was im Dezember sonst blüht und in die Vase kommt

Im Dezember blühen die Christrose und der Weihnachtsstern; Barbarazweige und Paperwhite-Narzissen kommen dazu, weil sie im Zimmer getrieben werden. Draußen blüht sonst fast nichts mehr.
| Pflanze | Wann sie im Dezember zu sehen ist | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Weihnachtsstern | Hochblätter bleiben von November bis März gefärbt | die eigentlichen Blüten fallen früh ab; als Schnittform kommen die Stielenden kurz in etwa 60 Grad warmes Wasser |
| Christrose | blüht ab Dezember, daher der Name Schneerose | als Schnittblume bis zu zwei Wochen; alle Nieswurzarten sind stark giftig |
| Barbarazweige | am 4. Dezember geschnitten, offen zu Weihnachten | treiben nur nach Frostreiz; in milden Wintern hilft eine Nacht in der Gefriertruhe, danach warmes Wasser und kein Heizungsplatz |
| Stechpalmenzweige | Früchte den ganzen Winter über | Zweige kommen aus Kultur und Handel; die Pflanze ist bundesweit besonders geschützt |
| Paperwhite-Narzisse | blüht weiß im Zimmer, mitten im Winter | braucht keine Kältephase, dafür einen kühlen, hellen Stand; winterhart ist sie hier nicht |
Alle Nieswurzarten, auch die Christrose, sind stark giftig (Bayerische Gartenakademie). Geschnitten wird sie im Garten oder im Handel gekauft, denn alle europäischen Helleborus-Arten sind besonders geschützt.
Die weiße Paperwhite-Narzisse stammt aus dem Mittelmeerraum und braucht keine Kältephase, deshalb blüht sie mitten im Winter im Zimmer. Wie sich die Zwiebeln auf Kies ansetzen lassen, steht bei Paperwhite-Narzissen im Zimmer treiben.
Für alles, was im Dezember in der Vase steht, gilt dasselbe wie im Rest des Jahres: wie Schnittblumen länger frisch bleiben.
Schütze und Steinbock teilen sich den Dezember
Den Dezember teilen sich zwei Sternzeichen: Der Schütze reicht bis zum 21. oder 22. Dezember, danach beginnt der Steinbock. Welcher der beiden Tage es ist, hängt vom Jahr ab. Beide Zeichen decken damit je einen Teil des Monats ab, der Schütze die ersten drei Wochen, der Steinbock den Rest.
Daneben steht das astronomische Datum. 2026 beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel am 21. Dezember um 21:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit. In Deutschland, Österreich und der Schweiz fällt die Wintersonnenwende immer auf den 21. oder 22. Dezember; gegen Ende des Jahrhunderts kommt in dieser Zeitzone auch der 20. Dezember dazu. Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag des Jahres, danach werden die Tage wieder länger.
Die Geburtsblume folgt dem Kalendermonat. Für Schütze und Steinbock stehen im Dezember deshalb dieselben zwei Pflanzen. Wer im Dezember Geburtstag hat, bleibt also bei Weihnachtsstern und Stechpalme, ganz gleich, ob der Geburtstag vor oder nach der Sonnenwende liegt. Der Schütze beginnt schon im November; dort steht die Novemberblume Chrysantheme.
Die Dezemberblume als Tattoo-Motiv
Als Tattoo trägt die Dezemberblume die Bedeutung der Pflanze: Schutz und Ausdauer beim Stechpalmenzweig, Licht und festliche Freude beim Weihnachtsstern. Für die Umsetzung entscheidet vor allem die Kontur. Drei Motive bieten sich an:
- Stechpalmenzweig mit Früchten: der wellige, stachelige Blattrand und die runden Früchte ergeben eine klare Linie, die auch fein gestochen lesbar bleibt. Der Zweig ist auch ohne Farbe erkennbar.
- Weihnachtsstern: die sternförmig gestellten Hochblätter, also die Hauptblume des Monats; das Motiv lebt von der Anordnung der Blätter.
- Weiße Narzisse: für alle, die sich an den englischsprachigen Listen orientieren; ihre schmale, flache Nebenkrone unterscheidet sie von der Trompete der Osterglocke.
Wer beide Dezemberpflanzen zusammen stechen lässt, hat das Motiv des Monats in einem Bild: den Zweig und den Stern.
Häufig gestellte Fragen
Hat jeder Monat zwei Geburtsblumen?
Welche Blume passt zum Dezember?
Welche spirituelle Bedeutung hat die Stechpalme?
Was ist eine typische Winterblume?
Welche Geburtsblume steht für mein Sternzeichen?
Artikel von
Anton PolitunGründer & Autor bei Blumengruss.de
Schreibt über Schnittblumen — ihre Bedeutung, Pflege und die Kunst, den richtigen Strauß zu wählen.