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Geburtsblume November: die Chrysantheme und was sie bedeutet

Die Geburtsblume im November ist die Chrysantheme. Sie steht für Freundschaft, Loyalität und Ehrlichkeit, in China und Japan zusätzlich für ein langes Leben. Als zweite Novemberblume nennt man hierzulande die Kamelie. Frisch kaufen können Sie im November allerdings nur die eine von beiden: die Chrysantheme.

Vor dem Blumenladen zählt dann etwas anderes als die Überlieferung: welche Farbe zum Geburtstagskind passt, ob ein Herbststrauß im November überhaupt frisch zu haben ist und wie er beim Beschenkten ankommt. Bei der Chrysantheme kommt eine deutsche Eigenheit dazu: Anfang November steht dieselbe Blüte auf den Gräbern, und das verändert die Wahl der Farbe.

Inhaltsverzeichnis

Weiße, pinkfarbene und gelbe Chrysanthemen dicht beieinander — die Geburtsblume November in drei Farbvarianten

Die Chrysantheme ist die Geburtsblume des Novembers

Die Geburtsblume des Novembers ist die Chrysantheme, und sie steht für Freundschaft, Loyalität und Ehrlichkeit. Freude gehört in der Überlieferung ebenfalls dazu, in China und Japan außerdem ein langes Leben. Im Deutschen läuft sie auch als Monatsblume November; gemeint ist beide Male dieselbe Zuordnung zum Kalendermonat. Für einen Menschen, den Sie seit Jahren kennen, ist das eine passende Botschaft. Ihre Hauptblüte fällt in den Spätherbst, und damit gehört die Novemberblume zu den wenigen Geburtsblumen, die man im eigenen Geburtsmonat frisch bekommt. Welche Blume zu welchem Monat gehört, steht in der Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.

Der Name erzählt von der ursprünglichen Farbe: Er setzt sich aus den griechischen Wörtern „chrysos“ für Gold und „anthemon“ für Blume zusammen, und golden blühte die Pflanze auch, bevor die Züchtung die übrigen Farben von Weiß bis Rot hinzubrachte. Botanisch gehört die Chrysantheme zu den Korbblütlern; die Handelsware trägt den Namen Chrysanthemum × morifolium und ist das Ergebnis langer Zucht. Die Sorten reichen von einfachblühenden Formen bis zu dicht gefüllten Pompons. Tatsächlich zahlt sich diese Auslese im Strauß aus: Die Stiele sind kräftig genug für große Blütenköpfe, und die Blüten halten lange.

Neben der Chrysantheme führt der deutsche Sprachgebrauch eine zweite Novemberblume, die Kamelie. In den klassischen englischen Monatslisten steht für den November nur die Chrysantheme; die Kamelie als zweite Novemberblume ist eine Sache des deutschen Sprachgebrauchs. Wenn Sie im Kalender einmal beide Namen finden und einmal nur einen, haben Sie also richtig gelesen. Für den Geburtstagsstrauß ändert das wenig, denn blühend zu kaufen ist im November ohnehin nur die Chrysantheme.

Jede Farbe der Chrysantheme trägt eine eigene Bedeutung

Bunte Chrysanthemen in Gelb, Orange, Rot, Violett und Weiß: jede Farbe der Geburtsblume November trägt eine eigene symbolische Bedeutung

Weiß steht bei der Chrysantheme für Reinheit und Ehrlichkeit, Rot für die Liebe. Gelb gilt heute als Farbe der Lebensfreude und des Optimismus, Rosa und Violett stehen für Zuneigung und Wärme. Orange und Bronze sind die Farben der Jahreszeit und landen deshalb im gemischten Herbststrauß. Über allen Farben liegt dieselbe Botschaft: Loyalität und Freundschaft. In der Kombination mischen sich die Aussagen, denn ein gemischter Strauß sagt selten nur eine Sache.

Für den Geburtstagsstrauß heißt das: Die Aussage steckt vor allem in der Farbe. Wen Sie als aufrichtig und verlässlich erleben, bekommt Weiß; wer lebensfroh durch den Tag geht, bekommt Gelb. Für eine Liebeserklärung bleibt Rot die eindeutige Wahl, denn in der Blumensprache steht es für die wahre Liebe. Wenn Sie sich bei einer Farbe unsicher sind, sagen Sie die Bedeutung beim Überreichen einfach dazu; das nimmt jeder Blumensprache die Zweideutigkeit. Und weil Chrysanthemen in fast jedem Ton zu haben sind, lässt sich die Farbe am Menschen ausrichten, für den der Strauß gedacht ist:

PersönlichkeitsmerkmalPassende FarbeBedeutung
Loyal und aufrichtigWeißReinheit und Ehrlichkeit
Optimistisch und lebensfrohGelbLebensfreude und Optimismus
LeidenschaftlichRotLiebe
Warmherzig und zugewandtRosa und ViolettZuneigung, Wärme und Bewunderung
HerbstverliebtOrange und Bronzedie Farben der Jahreszeit, typisch für den gemischten Herbststrauß

Diese Zuordnungen stammen aus der Blumensprache, also aus der Überlieferung; ausschlaggebend bleiben der Mensch und der Anlass. Im November greifen viele ohnehin zu den warmen Tönen: Orange und Bronze harmonieren mit Beerenzweigen, und Gelb hellt einen grauen Novembertag auf.

In Deutschland gehört die Chrysantheme zu Allerheiligen

Anfang November stehen sie überall: in Kübeln vor den Friedhofstoren und als dicht gefüllte Kugel im Topf. Wer Ende Oktober an einer Gärtnerei vorbeikommt, sieht die Töpfe reihenweise vor dem Eingang. Die Chrysantheme gehört in Deutschland zu Allerheiligen, sie ist die beliebteste Herbstblume des Friedhofs und galt hierzulande lange nur als Totenblume (BR). Der klassische Allerseelenstock war ein weißer Chrysanthemenstock, und gerade die weiße Blüte trägt dabei eine eigene Aussage: eine Liebe, die über den Tod hinaus beständig bleibt.

Inzwischen steht dieselbe Pflanze ebenso in Gärten und auf Balkonen, und im Topf schmückt sie manches Wohnzimmerfenster, weil sie den späten Herbsttagen noch einmal wunderschöne Farben abgewinnt. Eine reine Trauerblume ist sie damit nicht. Beide Rollen laufen seit Jahrzehnten nebeneinander her: die Blume am Grab und die Blume auf der Fensterbank. Die Doppelrolle hat eine lange Vorgeschichte: Nach der Ankunft in Europa im 17. Jahrhundert gaben mehrere europäische Länder der Blüte die Bedeutung des Todes und nutzten sie für Gräber und Begräbnisse. Wie andere europäische Länder die Blüte lesen, steht in der Bedeutung der Chrysanthemen.

Für den Geburtstagsstrauß steuert damit die Farbe die Lesart. Ein Strauß in Gelb, Orange oder Rot ist als Herbstgruß eindeutig, ein rein weißer Strauß in der ersten Novemberwoche kann beim Beschenkten anders ankommen als gemeint. Und wenn der Geburtstag auf den 1. oder 2. November fällt, hilft ein Blick auf die Farbe umso mehr. Wenn Sie sichergehen wollen, bleiben Sie bei den warmen Tönen und mischen die Chrysantheme mit anderen Blüten; ein einzelner weißer Kopf zwischen Orange bleibt dann ein Farbtupfer.

Mehr als 3000 Jahre: die Chrysantheme in China und Japan

Die Chrysantheme stammt aus China, und ihre Nutzung reicht dort mehr als 3000 Jahre zurück (Journal of Ethnopharmacology). Am Anfang stand sie als Nahrung auf dem Tisch, später als Tee in der Schale, und erst danach wurde sie zur Heilpflanze. Als Nutzpflanze war sie also längst etabliert, bevor sie als Zierpflanze eine Rolle spielte. Nach Japan kam sie um die Heian-Zeit, und dort hat sie bis heute ihren eigenen Festtag: Das Chrysanthemenfest am 9. September gehört zu den fünf alten Jahresfesten, die ursprünglich aus China stammen. Gefeiert wird dabei genau das, was die Blüte in Ostasien ausmacht, ihre heilkräftige Wirkung für Gesundheit und ein langes Leben. Ihren wissenschaftlichen Gattungsnamen bekam die Pflanze dagegen spät: Carl von Linné vergab ihn 1753. Europa erreichte die Blüte im 17. Jahrhundert, und die europäische Lesart entstand erst hier.

In Japan wuchs der Blüte eine zweite Rolle zu. In der frühen Kamakura-Zeit wurde sie unter dem Einfluss von Kaiser Go-Toba zum kaiserlichen Wappen; die Form mit 16 gefüllten Blütenblättern legte man in der Meiji-Zeit fest, und dasselbe Muster steht heute auf japanischen Pässen. Kiku heißt die Blume auf Japanisch, und der höchste Orden des Landes trägt ihren Namen. Damit gehört sie in Japan zu den Staatssymbolen. Für einen Geburtstagsstrauß ist das eine freundliche Botschaft: Wer Chrysanthemen schenkt, wünscht in dieser Lesart ein langes Leben. Im Blumenladen merkt man von alledem wenig.

Im November steht die Chrysantheme frisch im Laden

Chrysanthemen in einem Glas mit klarem Wasser: Die Stiele stehen im Wasser, so bleibt die Novemberblume als Schnittblume lange haltbar

Im November hat die Gartenchrysantheme ihre Hauptsaison. Als Schnittblume steht sie durch die Gewächshauskultur ohnehin das ganze Jahr im Laden, doch die Ware aus dem Freiland kommt genau jetzt. Ausgelöst wird die Blüte vom kürzer werdenden Tag: Ab August induziert der natürliche Kurztag die Knospen. Von den Sorten, die bei natürlicher Tageslänge stehen, blüht ein Teil schon im September, die Masse im Oktober, und ein weiterer Teil erst im November. Diese späten Sorten geraten dabei in die ersten Nachtfröste. Das Zeitfenster für Topfpflanzen aus dem Freiland ist damit kurz, und wenn Sie eine kräftige Pflanze möchten, kaufen Sie sie in den ersten Novembertagen.

Bei einer Topfchrysantheme halten die Blüten im Schnitt etwa 30 Tage, je nach Sorte zwischen 19 und 42. Diese Werte gelten für die Pflanze am Topfballen. Für die Schnittblume in der Vase gelten eigene Zahlen: Wie lange welche Sorte hält, steht bei den Chrysanthemen-Arten.

Im Strauß braucht die Chrysantheme wenig Begleitung, denn ihre dichten Köpfe füllen die Vase von allein. Weil die Köpfe schwer sind und die Stiele kräftig, stellen Sie den Strauß am besten in eine standfeste Vase. Drei Partner funktionieren im November besonders gut:

  • Gerbera: bringt eine zweite große Blüte ins Bild, ohne der Chrysantheme die Form zu nehmen.
  • Getrocknete Weizenähren: geben dem Strauß die Herbstfarbe und halten länger als jede Blüte.
  • Beerenzweige: setzen Rot gegen die dichten Blütenköpfe und geben dem Strauß Struktur.

Tipp: Wer Katze, Hund oder Pferd im Haus hat, stellt den Strauß außer Reichweite: Chrysanthemen gelten für sie als giftig, typisch sind Erbrechen, Durchfall und vermehrter Speichelfluss (ASPCA). Meist bleibt es bei einer Reizung des Magen-Darm-Trakts. Was das für Haustiere heißt, steht im Beitrag dazu, ob Chrysanthemen giftig sind.

Die Kamelie ist die zweite Novemberblume im deutschen Sprachgebrauch

Rosa Kamelie (Camellia japonica) in voller Blüte: im deutschen Sprachgebrauch die zweite Novemberblume neben der Chrysantheme

Blühend zu kaufen ist die Kamelie erst im Spätwinter; im November zählt vor allem ihre Bedeutung. In der überlieferten Blumensprache steht die rote Kamelie für unaufdringliche Vortrefflichkeit, die weiße für vollendete Anmut. Das ist eine leise Botschaft, und sie passt zu Menschen, die wenig Aufhebens um sich machen. Wer sie verschenkt, macht ein Kompliment, ohne es auszusprechen.

Camellia japonica ist ein wintergrünes Gehölz aus Japan, Korea und Taiwan. Botanisch gehört sie zu den Teestrauchgewächsen, und in derselben Gattung steht Camellia sinensis, der Teestrauch für Schwarz- und Grüntee. Ihre Blüten erinnern an Rosen, was ihr den Handelsnamen japanische Rose eingetragen hat. Die Blütezeit liegt vom Spätwinter bis in den Frühling, meist von Februar bis April; im Garten verschiebt sie sich je nach Sorte, einzelne beginnen früh im Oktober, andere blühen bis Mitte März. Als blühende Ware für den Novemberstrauß ist die Kamelie hierzulande dennoch nicht zu bekommen. Wenn Sie im November schenken, greifen Sie also zur Chrysantheme und reichen die Kamelie im Februar nach, wenn sie in voller Blüte steht.

Begegnet Ihnen für den November die Pfingstrose statt der Kamelie, stammt diese Zuordnung aus amerikanischen Monatslisten: Dort steht die Pfingstrose neben der Chrysantheme, im deutschen Sprachgebrauch hat die Kamelie diesen Platz. Ihre eigene Zeit hat die Pfingstrose im Mai und Juni; was im November im Laden liegt, ist Importware. Für den Novembergeburtstag bleibt damit die Chrysantheme die Blume der Jahreszeit. Was die Pfingstrose bedeutet, steht in der Bedeutung der Pfingstrose.

Wie groß eine Kamelie werden kann, zeigt die Pillnitzer Kamelie im Schlosspark bei Dresden: 1801 an ihrem heutigen Standort ausgepflanzt, misst sie 8,94 Meter. Von Mitte Februar bis Anfang April blüht sie karminrot, und im Winter überdeckt sie ein fahrbares Glashaus von 13,2 Metern Höhe und 54 Tonnen Gewicht. Im Wohnzimmer bleibt die Pflanze kleiner, anspruchsvoll ist sie trotzdem: Sie überwintert hell und ungeheizt bei etwa 10 bis 15 Grad, sie will gleichmäßig feucht und mit kalkfreiem Wasser gegossen werden, und eine Kamelie mit Knospen bleibt am besten stehen, wie sie steht. Wird sie gedreht, wirft sie die Knospen ab.

Skorpion und Schütze teilen sich den November

Der November berührt zwei Sternzeichen, Skorpion und Schütze. An der Geburtsblume ändert das nichts: Sie hängt am Kalendermonat, und der ist für den 1. wie für den 30. November derselbe. Ende November wechselt das Zeichen vom Skorpion zum Schützen, der genaue Tag hängt vom Jahr ab. Wer noch Ende Oktober unter demselben Zeichen geboren ist, trägt die Ringelblume als Geburtsblume, wer im November Geburtstag hat, die Chrysantheme. Die Reihenfolge ist einfach: erst der Monat, dann das Zeichen. Wenn Sie erst Anfang Dezember Geburtstag haben, sind Sie bei die Dezemberblume Narzisse richtig.

Am Himmel selbst sieht die Aufteilung anders aus. Die Sonne zieht im November durch drei Sternbilder: bis zum 23. November durch die Waage, danach für wenige Tage durch den Skorpion und ab dem 30. November durch den Schlangenträger, in dem sie bis zum 18. Dezember bleibt. Der Skorpion ist auf Höhe der Ekliptik so schmal, dass die Sonne ihn in sechs Tagen durchquert. Das hat eine lange Vorgeschichte: Der westliche Teil des alten Sternbilds wurde bei den Römern zur Waage, im 20. Jahrhundert ging ein nördlicher Teil an den Schlangenträger. Die heutigen Sternbildgrenzen legte die Internationale Astronomische Union 1922 fest, die endgültigen Grenzlinien 1930.

Die Geburtsblume November als Tattoo-Motiv

Wer sich die Novemberblume stechen lässt, überträgt die Bedeutung der Blüte auf die Haut: Freundschaft, Beständigkeit und ein langes Leben. Die Chrysantheme bringt dafür eine dankbare Form mit, den dicht gefüllten Blütenkopf, der sich in der Draufsicht als Kreis und von der Seite als Kugel lesen lässt. Wer farbig sticht, kann die Farbdeutung mitnehmen: Rot steht für die Liebe, Gelb für die Lebensfreude. Und wer den Geburtsmonat mit einem zweiten Motiv verbinden will, hat mit der Kamelie eine Alternative, die dieselbe Zuordnung trägt.

Ein Punkt gehört vor den Termin im Studio, und er hat mit dem Stil wenig zu tun: Dieselbe Blüte trägt in zwei Kulturen zwei Botschaften. In Japan steht die Chrysantheme im Siegel des Kaiserhauses und im Namen des höchsten Ordens, in Teilen Europas ist sie die Blume der Gräber und der Begräbnisse. Beide Lesarten reisen mit, sobald das Motiv jemand sieht, der die andere Kultur kennt. Für ein Motiv, das ein Leben lang bleibt, ist das die eine Frage, die sich vorher klären lässt. Was die Blüte in beiden Fällen mitbringt, bleibt dasselbe: die Botschaft des Novembers, Freundschaft und ein langes Leben.

Häufig gestellte Fragen

Sind Chrysanthemen Beerdigungsblumen?

Grabschmuck und Geburtstagsstrauß sind bei der Chrysantheme dieselbe Pflanze in zwei Formen: Am Grab steht die Topfpflanze, klassisch der weiß blühende Allerseelenstock. Zum Geburtstag verschenkt man die Schnittware, und die lassen Sie so binden, wie sie zum Geburtstagskind passt.

Hat jeder Monat zwei Geburtsblumen?

Ist die Pfingstrose eine Geburtsblume?

Welche Blume steht für den Monat November?

Welche Geburtsblume hat der Skorpion?

Welche Blume passt zum November?

Was symbolisiert die Chrysantheme?

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