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Sind Chrysanthemen giftig? Was Haustierbesitzer wissen müssen

28.03.2026
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5 Min.

Chrysanthemen sind giftig — zumindest für Katzen, Hunde und empfindliche Kleinkinder. In Blättern und Blüten stecken Pyrethrine und Sesquiterpenlactone, zwei Stoffgruppen mit unterschiedlicher Wirkung. Wer einen Chrysanthemen-Strauß in der Vase stehen hat und gleichzeitig Haustiere hält, sollte die Risiken kennen. Hier erfahren Sie, welche Symptome auftreten können, was im Notfall hilft und welche Schnittblumen unbedenklich sind.

Orangefarbene Chrysanthemen in Nahaufnahme – Blüten und Blätter enthalten die Giftstoffe Pyrethrine und Sesquiterpenlactone
Foto: Tatyana Pligina / Pexels

Inhaltsverzeichnis

Welche Giftstoffe stecken in Chrysanthemen?

Chrysanthemen enthalten zwei Gruppen von Schadstoffen. Die erste — Pyrethrine — greift das Nervensystem an. Insekten sterben daran, bei Säugetieren löst der Stoff je nach Menge Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe aus. Tatsächlich bilden Pyrethrine die Grundlage für über 2.000 registrierte Insektizidprodukte weltweit: Floh-Shampoos, Mückensprays, sogar Kopflausmittel. Der gleiche Wirkstoff steckt also in dem Chrysanthemen-Strauß auf Ihrem Tisch.

Die zweite Gruppe — Sesquiterpenlactone — wirkt anders. Diese Substanzen lösen bei empfindlichen Personen eine Kontaktdermatitis aus: Rötung, Juckreiz, Ekzeme an Händen und Unterarmen. Floristen kennen das Problem seit Jahrzehnten, dokumentiert wurde es erstmals 1931 in The Lancet. Beide Giftstoffe kommen in der gesamten Pflanze vor – Blüten, Blätter, Stängel.

Chrysanthemen und Katzen

Neugierige Katze sitzt neben einer Glasvase mit bunten Chrysanthemen auf einem Holztisch – Chrysanthemen sind giftig für Katzen

Katzen reagieren auf Chrysanthemen besonders empfindlich. Die ASPCA stuft die Pflanze als „Toxic to Dogs, Toxic to Cats, Toxic to Horses“ ein. Der Grund: Katzen bauen Pyrethrine deutlich langsamer ab als Hunde – ihr Stoffwechsel ist dafür nicht ausgelegt.

Die Symptome nach dem Anknabbern eines Chrysanthemen-Straußes:

  • Erbrechen und Durchfall
  • Übermäßiger Speichelfluss
  • Koordinationsstörungen (unsicherer Gang)
  • Apathie und Zittern

Wichtig: Auch Speisechrysanthemen – für Menschen unbedenklich – sind für Katzen giftig. Alle Pflanzenteile. Es macht keinen Unterschied, ob die Blüte als Tee-Sorte verkauft wird oder als Herbststrauß.

TierSymptomeGefährlichkeitErste Hilfe
KatzeErbrechen, Durchfall, Speichelfluss, Koordinationsstörungen⚠️ HochSofort zum Tierarzt
HundErbrechen, Durchfall, BenommenheitMittelTierarzt aufsuchen
KleinkindHautreizung, Erbrechen, GesichtsrötungGering bis mittelWasser geben, bei Krämpfen → 112
Kaninchen/NagerApathie, Fressunlust⚠️ HochSofort zum Tierarzt

Chrysanthemen und Hunde

Hunde vertragen Chrysanthemen etwas besser als Katzen, doch unbedenklich ist die Pflanze auch für sie nicht. Nach dem Fressen von Blüten oder Blättern treten Erbrechen, Durchfall und Benommenheit auf. Schwere Vergiftungen sind bei Hunden selten, weil größere Mengen nötig wären – allerdings kann schon ein angekauter Stängel aus der Vase Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Auch für Kaninchen, Hamster und Ziervögel ist die Pflanze giftig, bei kleiner Körpermasse reichen geringere Mengen.

Sind Chrysanthemen gefährlich für Kinder?

Für Erwachsene sind Chrysanthemen bei Hautkontakt problematisch, beim Verschlucken einzelner Blütenblätter dagegen meist harmlos. Kinder — besonders Kleinkinder — sollten dennoch keinen Zugang zum Strauß haben. Wird ein Teil der Pflanze verschluckt, hilft viel Wasser trinken. Bei Krämpfen, Sehstörungen oder anhaltendem Erbrechen ist der Notruf 112 die richtige Adresse.

Tipp: Stellen Sie den Chrysanthemen-Strauß außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Haustieren auf – etwa auf einem hohen Regal oder hinter einer geschlossenen Tür.

Speisechrysanthemen: ein wichtiger Unterschied

Chrysanthemen-Tee in einem Glaskrug mit aufgeblühter Chrysanthemen-Blüte – Speisechrysanthemen sind für Menschen essbar, für Katzen jedoch giftig
Foto: MYKOLA OSMACHKO / Pexels

Bleibt die Frage, ob alle Chrysanthemen gleich giftig sind. Tatsächlich nicht. Die Speisechrysantheme (Glebionis coronaria, auch Shungiku) wird in Japan und China seit Jahrhunderten als Gemüse und Tee verwendet. Blätter, Triebspitzen und Blüten sind essbar und für Menschen unbedenklich.

Die dekorativen Chrysanthemen aus dem Blumenladen gehören dagegen zur Art Chrysanthemum × morifolium — und die enthält Pyrethrine. Doch Vorsicht: Selbst die essbare Speisechrysantheme ist für Katzen und Hunde giftig. Der menschliche Stoffwechsel verträgt die Stoffe, der tierische nicht. Wer sich also beruhigt eine Tasse Chrysanthemen-Tee aufbrüht, sollte trotzdem darauf achten, dass die Blüten nicht in den Wassernapf der Katze fallen.

Was tun bei Vergiftung? Erste Hilfe

Bei Haustieren gilt: sofort zum Tierarzt. Kein Erbrechen auslösen, kein Hausmittel ausprobieren. Bringen Sie nach Möglichkeit einen Teil der Pflanze mit, damit der Tierarzt den Giftstoff identifizieren kann.

Für den Anruf — ob beim Tierarzt oder beim Giftnotruf — halten Sie diese Angaben bereit:

  • Welches Tier (Art, Alter, Vorerkrankungen)
  • Was wurde gefressen (Blüte, Blatt, Stängel)
  • Geschätzte Menge
  • Wann (Uhrzeit)
  • Welche Symptome bereits aufgetreten sind

🚨 Giftnotruf-Zentralen in Deutschland (24 h):

  • Berlin / Brandenburg: 030 / 19 240
  • NRW (Bonn): 0228 / 19 240
  • Bayern (München): 089 / 19 240
  • Sachsen / Thüringen (Erfurt): 0361 / 730 730
  • Norddeutschland (Göttingen): 0551 / 19 240
  • Allgemeiner Notruf: 112

Sichere Schnittblumen für Haustierbesitzer

Haustierfreundlicher Blumenstrauß mit Rosen, Nelken und Lisianthus in Rosa und Creme – sichere Schnittblumen-Alternative zu Chrysanthemen
Foto: Артем Смолдарёв / Pexels

Wer Katzen oder Hunde hat, muss nicht auf Schnittblumen verzichten. Diese Sorten gelten als unbedenklich:

  • Rosen – der Klassiker, ungiftig für Katzen und Hunde
  • Gerbera – farbintensiv und sicher
  • Sonnenblumen – völlig unbedenklich
  • Freesien – dezent duftend, tiersicher
  • Dahlien – bunt, robust, ungiftig
  • Löwenmäulchen – eine sichere Wahl für den Herbststrauß

Tipp: Katzengras als Ablenkung aufstellen. Viele Katzen knabbern an Pflanzen, weil sie Grünfutter suchen — ein Topf Katzengras kann den Chrysanthemen-Strauß schützen.

Häufig gestellte Fragen

Sind Chrysanthemen giftig für Katzen?

Ja. Chrysanthemen enthalten Pyrethrine und Sesquiterpenlactone, die für Katzen in allen Pflanzenteilen giftig sind. Die ASPCA bestätigt die Einstufung als toxisch. Symptome reichen von Erbrechen und Durchfall bis zu Koordinationsstörungen. Auch Speisechrysanthemen – für Menschen essbar – bleiben für Katzen gefährlich.

Können Chrysanthemen Allergien auslösen?

Sind Speisechrysanthemen sicher für Haustiere?

Welche Schnittblumen sind ungiftig für Katzen?

Mehr zur Bedeutung der Chrysanthemen und welche Chrysanthemen-Arten als Schnittblumen in der Vase funktionieren, lesen Sie in unseren weiteren Beiträgen. Tipps zum Frischhalten Ihrer Schnittblumen finden Sie ebenfalls bei uns.

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