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Geburtsblume Juni: die Rose und das Geißblatt

Die Geburtsblume für den Juni ist die Rose, als zweite Junipflanze steht das Geißblatt daneben. Rosen bekommen Sie das ganze Jahr über beim Floristen, das Geißblatt klettert im Garten am Zaun und blüht dort vom Frühsommer an. Beide gehören zum Juni, weil sie in diesem Monat ihren Blütehöhepunkt erreichen.

Geöffnete Gartenrose in Nahaufnahme: gefüllte cremefarben-apricote Blüte mit klar getrennten Blütenblättern
Foto: Kyaw Tun / Unsplash

Inhaltsverzeichnis

Die Rose ist die Geburtsblume des Junis

Dem Juni sind zwei Pflanzen zugeordnet: die Rose als Blume des Monats und das Geißblatt als zweite. Gemeint ist mit der Juniblume die Gartenrose der Gattung Rosa, also dieselbe Pflanze, die auch sonst im Strauß steht. Ob jemand nach der Monatsblume Juni fragt oder nach der Blume des Geburtsmonats Juni: Es ist dieses Paar gemeint. Wer im Juni Geburtstag hat oder ein Geschenk für einen Junigeburtstag sucht, hat damit zwei Pflanzen zur Wahl, eine für die Vase und eine für den Garten. In der Reihe der Monatsblumen steht der Juni zwischen Mai und Juli; welche Blume zu welchem Monat gehört, zeigt die Übersicht.

Den Ausschlag für die Zuordnung gibt die Blütezeit. Der Kalender der Monatsblumen folgt dem Zeitpunkt, an dem eine Pflanze ihren Höhepunkt hat, und im Juni trifft das auf beide zu: Die Rose öffnet im Garten ihre Hauptblüte, das kletternde Geißblatt blüht an Zaun und Hecke. Die Zuordnung selbst ist überliefert und fällt je nach Sprachraum unterschiedlich aus (The Old Farmer’s Almanac). Für den Juni steht dabei die Rose im Vordergrund, das Geißblatt daneben.

Seit der Antike heißt die Rose Königin der Blumen

Königin der Blumen: So heißt die Rose seit der griechischen Antike, und der Titel hat sich gehalten. Die Gattung Rosa wächst auf der Nordhalbkugel und umfasst je nach Auffassung des Bearbeiters 100 bis 250 Arten. Die Spanne kommt daher, dass die Grenzen zwischen den Arten unterschiedlich gezogen werden. Art meint dabei die botanische Einheit und nicht die gärtnerische Sorte, von der es ein Vielfaches gibt. Aus den Kronblättern wird bis heute Rosenöl gewonnen, ein Grundstoff der Parfümerie.

Der berühmteste Rosenstrauch Deutschlands wächst an der Apsis des Hildesheimer Doms: der Tausendjährige Rosenstock, botanisch die heimische Wildart Rosa canina, also eine Hundsrose. Beim Bombenangriff im März 1945 verbrannte alles, was über der Erde stand, und der Strauch lag unter Trümmern; acht Wochen später trieb die Wurzel 25 neue Triebe. Heute reicht er an Rankhilfen fast zehn Meter hoch. Doch sein Alter lässt sich nicht mehr rekonstruieren und wird auf 400 bis 700 Jahre geschätzt: Der Beiname ist ein Name, keine Altersangabe. Seine Blüte ist witterungsabhängig, liegt in der Regel schon Ende Mai und dauert etwa zwei Wochen. Der Juni gilt als Rosenmonat, die berühmteste deutsche Rose blüht also etwas früher.

Blüte der Hundsrose: fünf flach ausgebreitete rosa Blütenblätter mit gelben Staubblättern in der Mitte, dahinter gefiedertes Laub

Was die Rose bedeutet, gilt im Juni wie im Rest des Jahres

Für Liebe und Schönheit steht die Rose, im Juni wie im übrigen Jahr. In den Monat gekommen ist sie über ihre Blütezeit; eine eigene Junibedeutung trägt sie nicht. Wer sie zum Geburtstag verschenkt, verschenkt deshalb die Botschaft der Rose selbst, und die ist alt genug, um ohne Erklärung anzukommen.

In der überlieferten Blumensprache wird dabei nach der Form der Blüte unterschieden, und drei Lesarten sind daraus geblieben:

  • Die einfache Rose steht für Schönheit: Die offene, fünfblättrige Blüte wirkt zurückhaltender als die gefüllte und passt zu Anlässen, die keine große Geste brauchen.
  • Die Moosrose steht für Liebe und Verlangen: Ihre dicht gefüllte, bemooste Knospe ist die deutlichste Form der Zuneigung, die diese Reihe kennt.
  • Weiße und rote Rosen zusammen stehen für die Leiden der Liebe: Wer nur nach der Farbe greift, verschickt hier ungewollt eine Botschaft, die zum Geburtstag nicht gemeint ist.

Doch die Farbe verschiebt die Deutung noch einmal, zum Beispiel was rosa Rosen bedeuten. Den vollständigen Farbschlüssel führen die eigenen Seiten zu den einzelnen Rosenfarben; für den Juni genügt, dass Rot und Rosa im Strauß verschiedene Töne anschlagen.

Wer im Juni Geburtstag hat, bekommt eine Blume mit, die in diesem Monat im Garten ihren Höhepunkt erreicht und im Laden trotzdem das ganze Jahr über zu haben ist. Übertragen wird dabei, was der Pflanze zugeschrieben wird: Liebe und Schönheit, in der älteren Lesart auch das Verlangen. Ein Juniglückwunsch mit Rosen sagt damit dasselbe wie einer im November, nur dass die Blume dann gerade draußen blüht.

Geißblatt und Heckenkirsche gehören zur selben Gattung

Geißblatt und Heckenkirsche sind zwei deutsche Namen für dieselbe Gattung: Die kletternden Arten der Gattung Lonicera werden meist Geißblatt genannt, umgangssprachlich auch Jelängerjelieber, die strauchig wachsenden Heckenkirsche (Wikipedia). Etwa 180 Arten gehören dazu. Als zweite Junipflanze gemeint ist die Kletterform mit den duftenden Trompetenblüten.

Das Gartengeißblatt, Lonicera caprifolium, ist eine rechtswindende, sommergrüne Kletterpflanze, frei etwa zwei Meter hoch, an einer Kletterhilfe sechs bis zehn Meter. Von Mai bis Juli sitzen bis zu zwölf trompetenförmige Blüten in einem Kopf, gelblich weiß und oft rötlich überlaufen; die oberen Blattpaare sind am Zweig zusammengewachsen. Geöffnet wird abends, und dann duften die nektarreichen Blüten am stärksten.

Blühendes Geißblatt über einer Hecke: windende rötliche Triebe und mehrere langröhrige cremeweiße Blüten in einem Kopf

Die Strauchform sieht anders aus: Die Rote Heckenkirsche, Lonicera xylosteum, bleibt ein niedriger Strauch von etwa ein bis zwei Metern und trägt ihre gelblichweißen Blüten paarweise im Mai und Juni. Ihre roten Beeren sind giftig; essbar ist in dieser Gattung allein die Blaue Heckenkirsche, die Maibeere.

Rote Heckenkirsche: zwei rote Beeren sitzen paarweise auf einem gemeinsamen Stiel über gegenständigen Blättern

Dem Geißblatt wird dauerhafte Verbundenheit zugeschrieben, und in der überlieferten Blumensprache stehen seine Ranken für die Bande der Liebe. Die Ranke hält, woran sie sich einmal gewunden hat.

Die beiden Junipflanzen nebeneinander:

MerkmalRoseGeißblatt (Heckenkirsche)
SymbolikLiebe und Schönheit; die einfache Blüte für Schönheit, die Moosrose für Liebe und Verlangendauerhafte Verbundenheit; die Ranken stehen für die Bande der Liebe
Blütezeitim Garten ab dem Frühsommer; die heimische Wildrose blüht witterungsabhängig meist Ende Mai, etwa zwei Wochendie Kletterformen im Frühsommer, das Waldgeißblatt von Juni an über den Sommer
HerkunftGattung Rosa, 100 bis 250 Arten auf der NordhalbkugelGattung Lonicera, etwa 180 Arten, kletternd und strauchig
Als Schnittblume erhältlichja, das ganze Jahr übernein: das kletternde Geißblatt ist eine Gartenpflanze
Duftje nach Sorte unterschiedlich stark; aus den Kronblättern kommt das Rosenölabends am stärksten, dann fliegen Nachtfalter an

Die Rose kauft man, das Geißblatt pflanzt man

Die beiden Junipflanzen unterscheiden sich vor allem darin, wie man an sie herankommt. Schnittrosen liegen das ganze Jahr über im Laden, und das hat einen Grund im Anbau: Unter Glas und ähnlichen hohen Schutzabdeckungen nehmen Rosen die größte Fläche des deutschen Schnittblumenanbaus ein.

Wer im Juni eine Rose in den Garten setzen will, greift zur Containerrose. Solche Pflanzen können außer bei Frost und großer Hitze ganzjährig und sogar in voller Blüte gepflanzt werden und wachsen im Mai, Juni und September besonders gut an, sofern sie ausreichend gewässert werden (Bayerische Gartenakademie). Wurzelnackte Rosen gehören dagegen in die kalte Jahreszeit: Sie kommen von Mitte Oktober bis Ende März in den Boden. Tipp: Gießen Sie in den ersten Wochen nach dem Pflanzen regelmäßig.

Blühendes Rosenbeet im Juni: rosa, rote und weiße Rosen an mehreren Sträuchern im sommerlichen Garten

Das kletternde Geißblatt geht den anderen Weg: Es kommt nicht als Schnittblume in den Handel, sondern wird gepflanzt. An Zaun oder Spalier kommt das Gartengeißblatt mit Kletterhilfe auf sechs bis zehn Meter, frei bleibt es bei etwa zwei Metern. Das Waldgeißblatt blüht von Juni an über den Sommer, seine Früchte reifen von August bis September. Im Juni läuft beides nebeneinander: In der Vase steht die Rose, am Zaun blüht das Geißblatt.

Neben der Rose stehen im Juni Hortensien, Pfingstrosen und Bartnelken

Wer im Juni einen Strauß bindet, findet neben Rosen vor allem Hortensien, Pfingstrosen und Bartnelken. Die Rose hält dabei die Mitte, denn ihre gefüllte Blüte entsteht aus umgewandelten Staubblättern und bringt genug Volumen mit, um allein zu tragen. Drei Begleiterinnen bieten sich im Juni an:

Sommerstrauß mit cremefarbenen Rosen und weißen Hortensien
  • Hortensie: große, dichte Dolde, die den Strauß in wenigen Stielen füllt; sie nimmt der Rose nichts weg und gibt ihr Volumen.
  • Pfingstrose: die kurze Saison macht sie zur typischen Junipflanze, und ihre schwere, gefüllte Blüte wiederholt die Form der Rose in Groß.
  • Bartnelke: ein ganzer Blütenstand aus vielen kleinen Einzelblüten auf einem Stiel; sie blüht von Juni bis September und bringt Farbe ohne zweite große Blüte.

Unter anderem finden sich im Juni auch Skabiosen und Astilben im Angebot. Bei der Pfingstrose ist die Zeit im Jahr besonders kurz: wann die Pfingstrosen-Saison läuft, steht auf der eigenen Seite. Ein Junistrauß aus Rosen und Hortensien sieht wunderschön aus – und er braucht dafür nur wenige Stiele.

Rosen halten in der Vase bis zu zehn Tage

Richtig behandelt halten Schnittrosen in der Vase bis zu zehn Tage. Ob eine Rose diese Spanne erreicht, entscheidet sich schon im Laden: Geschnitten wird sie, wenn ein Teil der Kelchblätter zurückgeschlagen ist, die Blütenblätter sich aber noch nicht öffnen. Diese Stufe erkennen Sie am Kelch, der schon absteht, während die Blüte noch geschlossen wirkt. Wer eine Rose in diesem Stadium mitnimmt, hat die volle Vasenzeit vor sich.

Blätter und Dornen unterhalb der Wasserlinie dürfen weg: Entlaubte Stiele halten in der Vase genauso lange, sofern sie in eine Frischhaltelösung kommen. Doch drei Gründe verkürzen diese Zeit:

Frische Schnittrosen in einer schlichten Vase: halb geöffnete Blüten im Tageslicht am Fenster
  • Der Blütenhals knickt: Die Knospe bekommt kein Wasser mehr und öffnet sich nicht; schneiden Sie die Stiele deshalb frisch an und stellen Sie sie sofort ins Wasser.
  • Reifendes Obst neben der Vase: Die Blüten altern schneller, als sie müssten; ein anderer Platz im Raum reicht meistens schon.
  • Nässe auf den Blütenblättern: Sie hinterlässt braune Flecken auf den äußeren Blättern; sprühen Sie Rosen deshalb nicht über und stellen Sie sie trocken.

Wichtig: Die zehn Tage gelten für die fachgerecht behandelte Rose und beschreiben, was möglich ist, wenn Schnittstadium und Standort zusammenpassen. Alles Weitere zum Anschneiden und zum Wasserwechsel steht bei wie Rosen länger in der Vase halten.

Die Sonnenwende trennt im Juni Zwillinge und Krebs

Im Juni wechselt das Sternzeichen mit der Sommersonnenwende: Bis dahin gilt der Zwilling, danach der Krebs. Der Krebs beginnt genau in dem Moment, in dem die Sonne im Zenit über dem Wendekreis des Krebses steht, und dieser Moment fällt auf der Nordhalbkugel auf den 20., 21. oder 22. Juni, meist auf den 20. oder 21. Deshalb wandert die Grenze von Jahr zu Jahr. Es ist zugleich der längste Tag des Jahres und der Beginn des astronomischen Sommers; die Zwillinge belegen den Abschnitt davor, im Mittel von der zweiten Maihälfte bis zur Sonnenwende.

Die Geburtsblume folgt dem Kalendermonat, deshalb tragen beide Zeichen im Juni dieselbe Paarung aus Rose und Geißblatt. Die Zwillinge beginnen schon im Mai, und dort steht die Geburtsblume Mai. Der Krebs reicht bis weit in den Juli, wo die Geburtsblume Juli wartet.

Als Tattoo trägt die Rose die Blüte, das Geißblatt die Linie

Für ein Juni-Tattoo mit der Rose stehen zwei Formen derselben Pflanze zur Wahl. Die Wildrose zeigt fünf Blütenblätter um eine offene Mitte, dazu ein unpaarig gefiedertes Blatt mit meist fünf bis neun Fiederblättchen und längliche Hagebutten; drei bis sieben Zentimeter misst eine solche Blüte. In feinen Strichen bleibt diese Form auch im Kleinen lesbar. Die Gartenrose ist der Gegenentwurf: Bei ihr sind Staubblätter in Kronblätter umgewandelt, die Blüte ist gefüllt und wirkt als Fläche, die Platz braucht. Beide gehören zur selben Gattung; der Unterschied im Motiv liegt in der Zahl der Kronblätter.

Das Geißblatt arbeitet mit der Linie. Bis zu zwölf trompetenförmige Blüten sitzen in einem Kopf, ihre Kronröhren werden bis zu vier Zentimeter lang, und die oberen Blattpaare sind am Zweig zusammengewachsen. Aus dieser Anordnung ergibt sich ein Kranz oder eine Ranke, also eine Linie statt einer Fläche. Wer beide Junipflanzen in ein Motiv nimmt, trägt damit auch beide Bedeutungen: Liebe und Schönheit von der Rose, dauerhafte Verbundenheit vom Geißblatt.

Häufig gestellte Fragen

Hat jeder Monat zwei Geburtsblumen?

Den meisten Monaten sind zwei Pflanzen zugeordnet, eine Hauptblume und eine zweite dazu; im Juni sind das die Rose und das Geißblatt. Die Reihe ist überliefert und fällt je nach Sprachraum unterschiedlich aus, auch weil nicht jede Pflanze überall zur selben Zeit blüht.

Welche Geburtsblume passt zum Sternzeichen Zwilling?

Gibt es ein Tattoo der Geburtsblume Juni?

Was bedeutet Geißblatt?

Welche Blumen sind typisch für Juni?

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