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Geburtsblume August: die Gladiole und der Mohn

Die Geburtsblume des Augusts ist die Gladiole, als zweite Augustblume gilt der Mohn. Die Gladiole steht in der Überlieferung für Stärke und Sieg, der Mohn für Erinnerung. Im August hat die Gladiole ihren Monat: Sie blüht von Juni bis September und steht dann frisch auf dem Feld. Klatschmohn dagegen hält in der Vase nur ein bis drei Tage.

Gladiolen in Koralle und Violett nebeneinander: an jeder Ähre sind unten die Blüten offen, oben stehen noch geschlossene Knospen
Foto: monicore / Pexels

Inhaltsverzeichnis

Die Gladiole ist die Geburtsblume des Augusts

Dem August sind zwei Blumen zugeordnet: die Gladiole als Hauptblume, der Mohn als zweite. Überliefert ist für den August genau dieses Paar (Old Farmer’s Almanac). Wer nach der Monatsblume August sucht, kommt deshalb zuerst bei der hohen Gladiolenähre heraus, und der Mohn steht mit einer eigenen Bedeutung daneben.

Kurz gefasst trennt die beiden Augustblumen vor allem die Praxis: Die Gladiole blüht von Juni bis September, der August liegt mitten in dieser Spanne. Beim Klatschmohn fällt die Hauptblüte früher, und in der Vase hält seine Blüte ein bis drei Tage. Für den Strauß im August spricht daher vor allem die Gladiole.

MerkmalGladioleMohn
SymbolikStärke, Sieg und EhreErinnerung und ruhiger Schlaf
BlütezeitJuni bis SeptemberHauptblüte Mai und Juni, einzelne Bestände bis in den August
HerkunftUrsprungszentrum im südlichen Afrika, einzelne Arten im Mittelmeerraummit dem Getreide in der Jungsteinzeit eingewandert
Als Schnittblume erhältlichja, im Handel und auf SelbstpflückfeldernKlatschmohn kaum, angeboten werden andere Mohnarten; vom Klatschmohn bleiben die Samenkapseln
Haltbarkeit in der Vasesechs bis zehn Tage als Orientierungdie einzelne Blüte ein bis drei Tage

Tatsächlich hängt die Zuordnung allein am Kalendermonat, und gewachsen ist sie über Jahrhunderte, statt von einer Stelle festgelegt worden zu sein. Die meisten Monate tragen deshalb zwei Pflanzen. Welche Blume zu welchem Monat gehört, steht in der Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.

Die Gladiole steht für Stärke, der Mohn für Erinnerung

Zur Stärke kommen bei der Gladiole der Sieg und die Ehre, beim Mohn der ruhige Schlaf. Diese Deutungen stammen aus der Überlieferung und sind über Generationen weitergegeben worden. Bei der Gladiole reicht die Erzählung bis in die römische Arena: Sie gilt dort als Blume der Gladiatoren, mit der die Zuschauer den Sieger des Kampfes überschütteten. Auch der Brauch, zum 40. Hochzeitstag Gladiolen zu schenken, gehört in diese Linie.

Klatschmohnfeld im Sommerlicht: einzelne rote Blüten mit knittrigen Blättern stehen über Halmen, Gräsern und Kornblumen

Doch die Bedeutung hängt bei der Gladiole auch an der Farbe. Fünf Lesarten sind überliefert:

  • Rot steht für Liebe und Leidenschaft: die Farbe für den Menschen, mit dem Sie das Leben teilen.
  • Rosa meint Zuneigung und mütterliche Fürsorge: passend zum Geburtstag der Mutter.
  • Weiß trägt Unschuld und Reinheit: die ruhige Wahl, wenn der Strauß leise bleiben soll.
  • Gelb gilt als Farbe der Freundschaft und der Freude: der Strauß für jemanden, der Ihnen gut tut.
  • Violett steht für Glück und Schönheit: die Farbe, die im Strauß am meisten hermacht.

Beim Mohn hat die Erinnerung ein Datum. 1915 schrieb der kanadische Militärarzt John McCrae das Gedicht «In Flanders Fields», das mit den Mohnblüten zwischen den Kreuzreihen beginnt, und seit 1920 ist der Mohn die Blume der American Legion.

Wer im August Geburtstag hat, bekommt damit eine Blume der Stärke geschenkt, und der Mohn legt die Erinnerung daneben. Für den Strauß heißt das vor allem eines: Die Farbe entscheidet mit, wie der Glückwunsch klingt, lauter oder leiser.

Gladiole, Siegwurz, Schwertel: drei Namen für dieselbe Pflanze

Der Name Gladiole kommt vom lateinischen gladiolus, dem kleinen Schwert; das Wort ist die Verkleinerungsform von gladius, dem Schwert. Gemeint sind die schmalen Blätter, die in aufrechten Fächern stehen. Als botanischer Gattungsname steht Gladiolus seit 1753 im Pflanzenregister, die Gattung gehört zur Familie der Iridaceae, und ins Deutsche kam das Wort Gladiole erst im 19. Jahrhundert.

Älter als die Gladiole ist der deutsche Name Siegwurz, und er ist bis heute in Gebrauch. Er gehört zu einer Gruppe von Pflanzennamen, in denen die Vorstellung von Unverwundbarkeit und Sieg steckt; die Gladiole ist eine davon. Schwertlilie dagegen heißt im Deutschen die Iris (DWDS). Den Namen Schwertliliengewächse trägt die Familie Iridaceae, zu der beide Pflanzen gehören.

  • Gladiole: der geläufige Name, aus dem lateinischen gladiolus entlehnt und seit dem 19. Jahrhundert im Deutschen zu Hause.
  • Siegwurz: der alte deutsche Name; er steht bis heute in Gartenbüchern und trägt die Vorstellung vom Sieg.
  • Schwertel: die ältere Form desselben Namensfeldes, heute nur noch selten zu hören.
  • Schwertlilie: der deutsche Name der Iris, also einer anderen Pflanze aus derselben Familie.

Im Deutschen lebt die Gladiole außerdem in der Sportsprache weiter: In Berichten über entscheidende Spiele heißt es «Tod oder Gladiolen». Zu Hause ist die Gattung im südlichen Afrika, dem Ursprungs- und Vielfaltszentrum, einzelne Arten wachsen auch im Mittelmeerraum. Rund 300 Arten gehören dazu, und die Stängel reichen je nach Art von 30 Zentimetern bis knapp zwei Meter. An ihnen sitzen die Blüten in einer Reihe übereinander.

Die Gladiolenähre blüht von unten nach oben

Die Gladiolenähre öffnet ihre Blüten von unten nach oben, etwa eine pro Tag. Geschnitten wird sie früh, nämlich dann, wenn die unteren zwei bis drei Blüten Farbe zeigen und alles darüber noch Knospe ist. In der Vase arbeitet die Ähre diesen Vorrat ab, Blüte für Blüte weiter nach oben. Wer täglich hinsieht, findet meist genau eine neue offene Blüte. Sechs bis zehn Tage sind dabei die Orientierung, mit der Sie rechnen können; die untersten Blüten sind am Ende längst verblüht, während oben noch Knospen sitzen. Eine Gladiole ist damit eine Blume, die sich in der Vase noch entwickelt.

Gladiolenähre aus der Nähe: unten sind die Blüten geöffnet, nach oben folgen immer kleinere Knospen an der aufrechten Achse

Zwei Eigenheiten kommen dazu. Gladiolen sind stark geotrop: Liegt der Stiel, richtet sich die Spitze nach oben aus und bleibt gebogen, auch später in der Vase. Und die abgeblühten Blüten unten ziehen Wasser, das die Knospen darüber zum Öffnen brauchen.

Daraus folgen drei Handgriffe:

  • Auf das Stadium achten: Eine Ähre mit Farbe unten und Knospen oben hat ihre Zeit noch vor sich.
  • Stehend transportieren und aufbewahren: Liegende Stiele krümmen sich nach oben und bleiben krumm. Worauf es auf dem Weg nach Hause sonst noch ankommt, steht bei Blumen richtig transportieren.
  • Abgeblühte Blüten unten abzupfen: Wasser und Nährstoffe gehen dann an die Knospen darüber, und die Ähre sieht länger frisch aus.

Der Rest ist Routine: Die unteren Blätter kommen ab, alle paar Tage wird der Stiel gekürzt, und das Wasser wechseln Sie mindestens jeden zweiten Tag. Wie oft Sie das Blumenwasser wechseln sollten, hängt von der Blume ab. Die pralle Sonne bekommt der Ähre schlecht, und reifes Obst neben der Vase kostet Knospen: Gladiolen reagieren empfindlich auf das Reifegas Ethylen, ungeöffnete Knospen können dann abfallen.

Beim Klatschmohn entscheidet sich alles am Tag des Schnitts.

Klatschmohn hält in der Vase nur ein bis drei Tage

Nach ein bis drei Tagen fallen die Blütenblätter des Klatschmohns ab, und die längliche Samenkapsel bleibt am Stiel zurück. Die kurze Blütezeit gehört zur Pflanze selbst. Auf dem Feld fällt das kaum auf: Der Bestand schiebt Tag für Tag neue rote Blüten nach. Statt Nektar bietet die Blüte Pollen, und davon reichlich: etwa 2,5 Millionen Körner je Blüte. In der Vase steht dagegen genau eine Blüte, und mit ihr endet die Aussicht nach spätestens drei Tagen.

Klatschmohn aus der Nähe: dünne, knittrige rote Blütenblätter, die dunkle Mitte und behaarte Knospen an schmalen Stielen

Doch die kurze Blüte ist nur die eine Hälfte. Dazu kommt der Schnitt. Papaver rhoeas führt seinen Milchsaft in eigenen Röhren, und an der Schnittfläche tritt er aus; dem bitteren Geschmack wird wahrscheinlich eine Schutzwirkung gegen Fraß zugeschrieben. Für die Vase zählt eine andere Folge: Der austretende Saft verklebt die Leitbahnen und das Wasser, das der Stiel aufnehmen soll. Beides zusammen, die kurze Blüte und der Milchsaft, macht den Klatschmohn zur schwierigsten der beiden Augustblumen.

Wer Klatschmohn trotzdem in die Vase stellen möchte, geht in drei Schritten vor:

  1. Knospen schneiden, sobald die Farbe durchschimmert; eine offene Blüte hat ihre kurze Zeit schon begonnen.
  2. Das Stielende sofort etwa fünfzehn Sekunden in heißes Wasser halten oder kurz über eine Flamme führen (Servus).
  3. Danach in lauwarmes Wasser stellen und nach jedem Nachschnitt erneut versiegeln.

Achtung: Führen Sie den Stiel über die Flamme, nicht hinein. Jeder neue Anschnitt öffnet die Leitbahnen wieder, und dann tritt auch wieder Milchsaft aus. Frisch angeschnitten wird auch der Mohn, nur kommt bei ihm das Versiegeln dazu; wie der Anschnitt bei anderen Arten aussieht, steht bei Schnittblumen richtig anschneiden.

Andere Mohnarten halten in der Vase deutlich länger; genannt werden dafür der Islandmohn und der Türkenmohn. Wer die rote Blüte des Klatschmohns sucht, findet sie im August eher am Feldrand als im Eimer beim Händler.

Im August: Gladiolen vom Feld, vom Mohn die Samenkapseln

Der August fällt mitten in die Blütezeit der Gladiole, die von Juni bis September reicht. Auf Selbstpflückfeldern gehört sie damit zum Sommersortiment: Sie schneiden selbst, zählen die Stiele und werfen das Geld in die Kasse des Vertrauens. Ein Stiel kostet dort meist etwa einen bis zwei Euro, und den Preis setzt jeder Betrieb selbst. Wunderschön sieht so ein Feld am Morgen aus – die Ähren stehen dann noch halb geschlossen.

Gladiolenfeld im August: rote Ähren stehen dicht beieinander, dahinter geht jemand zwischen den Reihen

Im eigenen Garten schneiden Sie am besten morgens und nehmen die Stängel, bei denen nur die unteren Blüten offen sind; der Rest öffnet sich in der Vase. Ein paar Blütenstängel bleiben dabei stehen, damit die Knolle im Boden Energie einlagern kann. Jeder Monat trägt sein eigenes Paar; das des Vormonats steht bei der Geburtsblume Juli.

Doch der Klatschmohn hat seinen Höhepunkt früher: Die Hauptblüte liegt im Mai und Juni; einzelne Bestände blühen bis in den August hinein, und ab August reifen zugleich die Samen. Auf den Acker gehört er seit Langem: Mit dem Getreide kam er in der Jungsteinzeit nach Norden, zwischen etwa 4.500 und 3.000 v. Chr., als Beimischung im Saatgut. 2017 war er Blume des Jahres, Anlass war der Rückgang der Ackerwildpflanzen. Ganze Mohnblüten lassen sich nicht trocknen, die Samenkapseln dagegen sehr gut.

Getrocknete Mohnkapseln an dünnen Stielen: graubraune Köpfe mit dem gezackten Deckelrand, wie sie nach der Blüte stehen bleiben

Tipp: Ernten Sie die Kapseln, sobald sie braun sind, und trocknen Sie sie bei Zimmertemperatur; in Kränzen und Gestecken halten sie sich jahrelang.

Löwe und Jungfrau teilen sich den August

Der Löwe läuft vom 23. Juli bis in der Regel zum 22. August, danach beginnt die Jungfrau. Diese Kalenderdaten sind Mittelwerte und können je nach Jahr um einen Tag abweichen; wer am 22. oder 23. August geboren ist, schaut deshalb auf das jeweilige Jahr. Zwei Menschen mit einem Tag Abstand können auf diese Weise verschiedene Zeichen tragen. Die Geburtsblume folgt einem anderen Maß, dem Kalendermonat: Löwe und Jungfrau bekommen im August dieselbe Gladiole.

Gemessen werden die Zeichen in ekliptikaler Länge, auf den Löwen entfallen die Grade 120 bis 150. Am Himmel fällt der Wechsel anders aus: Die Sonne tritt erst um den 10. oder 11. August in das Sternbild Löwe. Die Grenzen der 88 Sternbilder legte die Internationale Astronomische Union 1922 fest und veröffentlichte sie 1930; seither wandert die Sonne unterschiedlich lange durch die einzelnen Bilder. Die Jungfrau reicht bis in den September, und dort steht die Geburtsblume September.

Die Augustblumen als Tattoo: hohe Ähre, runde Blüte

Für ein August-Tattoo stehen zwei Formen zur Wahl, und unterschiedlicher könnten sie kaum sein: die senkrechte Achse der Gladiole und die runde Schale der Mohnblüte. Die Gladiole kommt einer feinen Linie entgegen, weil ihre Blüten an einer aufrechten Achse sitzen und die Blätter in Fächern danebenstehen; unten offene Blüten, oben Knospen, das gibt dem Motiv eine Richtung. Der Mohn arbeitet mit der Fläche – knittrige Blütenblätter, danach die Kapsel am Stiel. Vier Varianten liegen nahe:

  • die ganze Gladiolenähre mit geöffneten Blüten unten und Knospen oben
  • eine feine Kontur im Fineline-Stil, die nur Achse, Blattfächer und zwei, drei Blüten stehen lässt
  • die einzelne Mohnblüte mit den knittrigen Blütenblättern
  • die Samenkapsel des Mohns, allein oder neben der Blüte

Die Bedeutung bringt in jedem Fall die Blüte mit: Stärke bei der Gladiole, Erinnerung beim Mohn.

Häufig gestellte Fragen

Hat jeder Monat zwei Geburtsblumen?

Für die meisten Monate sind zwei Pflanzen überliefert, eine Hauptblume und eine zweite. Die Listen sind über Jahrhunderte in verschiedenen Regionen gewachsen, und weil keine einzelne Kultur sie festgelegt hat, weichen die Übersichten voneinander ab: Ein Teil der deutschsprachigen Übersichten führt den August nur mit der Gladiole. Überliefert ist für den August das Paar Gladiole und Mohn.

Welche Geburtsblume hat der Löwe im August?

Kann man Klatschmohn als Schnittblume kaufen?

Welche Blumen haben eine Bedeutung im Tod?

Was bedeutet die Redewendung «Tod oder Gladiolen»?

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