Die Geburtsblume für den Januar ist die Nelke, daneben steht das Schneeglöckchen. Die Nelke bekommen Sie mitten im Winter beim Floristen, weil sie aus dem Gewächshaus und aus dem Import kommt. Das Schneeglöckchen dagegen bleibt draußen: Es ist besonders geschützt, aus der Natur darf es nicht mitgenommen werden.

Inhaltsverzeichnis
Die Nelke ist die Geburtsblume des Januars
Dem Januar sind zwei Pflanzen zugeordnet: die Nelke als erste Blume des Monats und das Schneeglöckchen als zweite. Beide passen zum Winter, aber auf sehr verschiedene Weise. Die Nelke ist eine Handelsblume, das Schneeglöckchen wächst draußen. Eine Geburtsblume ist immer an den Kalendermonat gebunden, zwei Pflanzen je Monat sind dabei der Normalfall. Welche Pflanze zu welchem Monat gehört, steht in der Übersicht aller zwölf Geburtsblumen.
Gemeint ist die Gartennelke, botanisch Dianthus caryophyllus, die auch Landnelke heißt: die Pflanze aus dem Mittelmeerraum, die beim Floristen im Eimer steht. Mit der Gewürznelke aus der Küche hat sie nur den Namen gemeinsam. Als Tradition überliefert ist für den Januar genau dieses Paar (The Old Farmer’s Almanac). In manchen Übersichten wird der Monat trotzdem nur mit einer der beiden Blumen geführt, mal nur mit der Nelke, mal nur mit dem Schneeglöckchen.
Der Name Nelke kommt vom Nagel
Der Name Nelke ist eine Verkleinerungsform zu Nagel, und gemeint war damit zuerst das Gewürz. Getrocknete Gewürznelken sehen aus wie kleine Nägel, und genau danach hießen sie im Althochdeutschen negellī(n) und im Mittelhochdeutschen negel(l)īn. Im 15. Jahrhundert ging der Name auf die würzig duftende Gartenblume über, die Singularform Nelke entstand gegen Ende des 16. Jahrhunderts (DWDS). Botanisch gehört die Gewürznelke dabei nicht zur selben Gattung wie die Gartenblume; gemeinsam sind den beiden der Name und der würzige Geruch.
Aus dem Griechischen wird der Gattungsname Dianthus als Blume der Götter gedeutet; benannt haben soll die Pflanze der griechische Botaniker Theophrast. Wild wuchs die Art an den Hängen Griechenlands, zu Hause ist sie im Mittelmeerraum. Der alte Nagel steckt außerdem in den Mundarten: Im Wienerischen heißt die Nelke bis heute Nagerl – ein Wort, mit dem Johann Nestroy 1832 sogar eine Posse betitelte –, und im Schweizer Sprachraum sind Nägeli und Sammetnägeli belegt. Wer eine Nelke in die Hand nimmt und daran riecht, hat die ganze Namensgeschichte in der Nase: Es duftet würzig, ein wenig nach Küche und Gewürzregal.
Die Nelke steht für Bewunderung und Liebe, die rote auch für Politik
Der Nelke werden Liebe und Bewunderung zugeschrieben, und die Farbe verschiebt diese Deutung jedes Mal ein Stück. Darunter liegt eine ältere Schicht: Im Mittelalter galt die Nelke als Zeichen der Märtyrer, das Rot wurde als Blut gedeutet und die Blütenform als Nagel. Weiß stand für Unschuld; erst viel später wurde die weiße Nelke zur Blume von Ehe und Liebe.

In der überlieferten Blumensprache lesen sich die Farben so:
- Rot – helles Rot steht für Bewunderung, dunkles für tiefe Liebe; es ist die häufigste Farbe im Handel.
- Weiß – Unschuld und Erinnerung, passend auch bei stillen Anlässen.
- Rosa – Zuneigung, überliefert besonders die einer Mutter; zum Geburtstag die unverfänglichste Wahl.
- Gelb und gestreift – Enttäuschung und Bedauern; wer diese Deutung kennt, greift zum Geburtstag lieber zu einer anderen Farbe.
Wie sich die einzelnen Farben sonst noch lesen lassen, steht bei der Bedeutung der Nelke.
Doch eine Farbe trägt in Deutschland mehr mit sich als die anderen. Die rote Nelke ist ein Zeichen der Arbeiterbewegung; ihr politisches Bild entstand im Umfeld des Internationalen Sozialistenkongresses von 1889, auf dem der 1. Mai zum Kampftag wurde. Am 25. April 1974 steckten rote Nelken in den Gewehrläufen der portugiesischen Soldaten, und seither heißt dieser Umsturz Nelkenrevolution. Diese Nebenbedeutung schwingt hierzulande bis heute mit, daneben stehen ganz unpolitische Anlässe. Wer sichergehen will, greift zum Geburtstag zu Rosa. Nationalblume ist die Nelke außerdem in Spanien und in Slowenien.
Wer im Januar Geburtstag hat, bekommt mit der Nelke eine Blume mit, die im tiefsten Winter zu haben ist und trotzdem nach Gewürz duftet. Gedeutet wird dabei die Pflanze, nicht der Mensch dahinter.
Im Januar kommt die Nelke aus dem Gewächshaus
Im Garten blüht die Nelke von Juli bis September, im Januar wächst die Ware deshalb unter Glas oder kommt aus dem Import. Die Landnelke wird 40 bis 80 Zentimeter hoch, und in Mitteleuropa blüht sie im Januar nicht im Freiland. Die Hauptanbaugebiete der Schnittnelke liegen in kühlen Hochlagen, vor allem in Kolumbien und in China; der weltweit größte Produzent ist Kolumbien. Für den Handel wird dort das ganze Jahr über geschnitten, und genau deshalb steht die Nelke auch im Januar im Eimer. Sie hat dann entweder ein Gewächshaus oder einen langen Transportweg hinter sich.

In die Vase kommt dabei längst nicht jede Nelke. Die meisten Arten der Gattung sind für den Strauß zu klein und haben zu dünne Stiele; im Handel stehen deshalb vor allem zwei Formen. Die Edelnelke trägt einen großen gefüllten Blütenkopf auf kräftigem Stiel, die Bartnelke einen ganzen Blütenstand aus bis zu dreißig Einzelblüten. Die Gattung Dianthus umfasst 320 bis 600 Arten, registriert sind über 27.000 Sorten. Wie viele Formen dahinterstecken, zeigt der Überblick, welche Nelkenarten es gibt.
Unbehandelt hält eine Nelke fünf bis sieben Tage
Ohne Vorbehandlung hält eine gewöhnliche Nelke etwa fünf bis sieben Tage in der Vase. Produzenten setzen deshalb eine Vorbehandlungslösung ein, üblicherweise Silberthiosulfat, und damit steht die Blume deutlich länger. Auf Haltbarkeit gezüchtete Sorten erreichen unter Standardbedingungen 17,7 bis 20,7 Tage, eine Zuchtlinie sogar 27,8 bis 32,7 Tage. Woran eine Nelke zuletzt stirbt, ist bei allen Sorten dasselbe.
Am Ende steht ein Ethylenschub. Das Gas bildet die Blüte selbst, die Blütenblätter rollen sich ein und welken. Alle Nelken reagieren empfindlich darauf, und deshalb wirkt jede zusätzliche Ethylenquelle im Raum wie ein Beschleuniger.

Drei Ursachen verkürzen den Strauß besonders oft:
- Die Obstschale neben der Vase – reifendes Obst gibt Ethylen ab, und genau darauf reagiert die Nelke; ein anderer Platz im Raum genügt oft schon.
- Rauch und Heizungsluft – Zigarettenrauch wirkt wie das Obst, warme Luft beschleunigt das Welken zusätzlich; kühl und zugfrei steht der Strauß am längsten.
- Bestäubte Blüten im Strauß – sie schalten auf Blütenende um, und ihr Ethylen erreicht auch die Nachbarblüten; wer sie herausnimmt, verlängert den Rest.
Nelkenstiele tragen Verdickungen an den Knoten. Geschnitten wird zwischen zwei Knoten, damit die Verdickung heil bleibt. Tipp: Nehmen Sie Blüten, die gerade erst aufgegangen sind, denn sie halten am längsten. Wer selbst schneidet, tut das früh am Morgen oder spät am Abend und stellt die Stiele sofort ins kalte Wasser. Die Stiele stehen ohne Laub im Wasser, die Vase ist sauber, der Platz kühl und zugfrei. Alles Weitere zum Anschneiden und zum Wasserwechsel steht bei Nelken in der Vase.
Das Schneeglöckchen steht als zweite Januarblume daneben
Das Schneeglöckchen ist die zweite Blume des Januars, und ihm wird Hoffnung zugeschrieben: Es blüht als eine der ersten Pflanzen des Jahres. Seine Blüte ist eine der Leitphasen, mit denen in Deutschland der phänologische Vorfrühling festgelegt wird, der erste Abschnitt des Pflanzenjahres (Deutscher Wetterdienst).
Doch die Blüte kommt meist später: Blühmonate sind Februar und März, und ihr Beginn schwankt – je nach Witterung und Höhenlage – zwischen Mitte Dezember und März. In milden Jahren steht das Schneeglöckchen also schon im Januar da.

Der Gattungsname Galanthus setzt sich aus den griechischen Wörtern für Milch und Blume zusammen, der deutsche Name ist seit dem 18. Jahrhundert belegt. 1957 wurde aus dem Europäischen Schneeglöckchen der Wirkstoff Galantamin isoliert; ab dem Jahr 2000 kam er in mehreren europäischen Ländern zur Behandlung der Alzheimer-Demenz auf den Markt, in Deutschland 2001.
| Merkmal | Nelke | Schneeglöckchen |
|---|---|---|
| Bedeutung | Liebe, Faszination und Bewunderung; die Farbe verschiebt die Deutung | Hoffnung; eines der ersten Zeichen des neuen Pflanzenjahres |
| Blütezeit | im Garten Juli bis September; die Januarware kommt aus Gewächshaus und Import | Februar und März, in milden Jahren schon im Januar |
| Herkunft | Dianthus caryophyllus, aus dem Mittelmeerraum | Galanthus nivalis, einheimisch in Laubmischwäldern und auf Parkwiesen |
| Als Schnittblume | ja, das ganze Jahr über; im Handel vor allem Edelnelke und Bartnelke | nein: besonders geschützt, wild wachsende Pflanzen dürfen nicht entnommen werden |
| Haltbarkeit in der Vase | unbehandelt fünf bis sieben Tage, vorbehandelt deutlich länger | entfällt; im Garten blüht die Zwiebel jedes Jahr neu |
Aus der Natur darf das Schneeglöckchen nicht gepflückt werden
Das Schneeglöckchen ist besonders geschützt. Wild wachsende Pflanzen dürfen nach § 39 Absatz 2 BNatSchG nicht aus der Natur entnommen werden, weil die Art im Anhang V der FFH-Richtlinie steht. Die Handstraußregelung – die das Pflücken kleiner Mengen für den eigenen Bedarf erlaubt – gilt im Gesetz ausdrücklich für einen anderen Absatz und trägt hier deshalb nicht. Grund für das Verbot ist der Schutzstatus, nicht ein drohendes Aussterben: Bundesweit steht die Art auf der Vorwarnliste, und ihr Bestand ist kurzfristig gleichbleibend.
Wichtig: Wer trotzdem gräbt oder pflückt, handelt nach § 44 Absatz 1 Nummer 4 BNatSchG ordnungswidrig; der Bußgeldrahmen des § 69 reicht bis zu 50.000 Euro. Das Verbot betrifft die Entnahme aus der Natur.

Für den Alltag heißt das:
- Zwiebeln kaufen und setzen – im Herbst in den Halbschatten gepflanzt, blühen sie im Spätwinter und kommen jedes Jahr wieder.
- Topfware und der eigene Garten – gekaufte Pflanzen und der eigene Bestand fallen nicht unter das Entnahmeverbot; im eigenen Garten schneiden Sie Ihre eigenen Pflanzen.
- Pflücken oder Ausgraben im Wald – nicht zulässig, auch nicht als kleiner Strauß für den Eigenbedarf; das Verbot hängt am Schutzstatus der Art.
Wer Schneeglöckchen im Januar sehen will, setzt im Herbst davor die Zwiebeln. In kalten Wintern liegt es nahe, statt der Hauptblume die zweite Monatsblume zu nehmen; in Deutschland führt dieser Weg ins Leere, denn gerade das Schneeglöckchen ist die Pflanze, die stehen bleibt. Im Strauß landet deshalb die Nelke.
Steinbock und Wassermann teilen sich den Januar
Den Januar teilen sich zwei Sternzeichen: Astrologisch reicht der Steinbock bis zum 19. Januar, am 20. Januar beginnt der Wassermann. Für die Geburtsblume ändert das nichts, denn sie hängt am Kalendermonat: Beide Zeichen haben im Januar dieselben zwei Pflanzen, die Nelke und das Schneeglöckchen. Der Steinbock beginnt allerdings schon im Dezember, und dort gilt eine andere Paarung, nachzulesen bei der Geburtsblume Dezember.
Am Himmel sieht die Sache anders aus. Astronomisch tritt die Sonne erst am 19. Januar in das Sternbild Steinbock und am 16. Februar in den Wassermann; die Sternbildgrenzen wurden 1930 festgelegt, und seither sind die Tierkreisbilder unterschiedlich breit. Neben der Monatsliste läuft außerdem eine zweite Überlieferung, die den Zeichen eigene Blumen gibt: dem Wassermann die Orchidee, dem Steinbock den Efeu. Beide Systeme werden getrennt geführt.
Zum Januarstrauß passen Tulpen, Ranunkeln und Anemonen
Wer im Januar einen Strauß bindet, greift am einfachsten zu dem, was gerade Saison hat: Tulpen, Ranunkeln, Hyazinthen, Amaryllis und Anemonen stehen jetzt beim Floristen, dazu Frühlingszweige und Grün wie Eukalyptus oder Mimose. Tatsächlich ist der Januar im Blumenladen weniger karg, als er von außen wirkt. Im Strauß steht von den Nelken meist die Edelnelke mit ihrem großen gefüllten Kopf, die Bartnelke bringt gleich einen ganzen Blütenstand mit. Drei Kombinationen sind im Januar besonders naheliegend:

- Nelken mit Ranunkeln und Eukalyptus – die gefüllten Köpfe wiederholen sich, und das Graugrün des Eukalyptus nimmt die Farbe zurück.
- Nelken mit Anemonen – die dunkle Mitte der Anemone setzt einen Punkt, den die Nelke selbst nicht hat.
- Nelken mit Hyazinthen und Frühlingszweigen – Duft zu Duft, dazu Höhe durch die Zweige; ein Strauß, der schon nach Vorfrühling aussieht.
Für den Geburtstag selbst entscheidet vor allem die Farbe: Rosa gilt als die unverfänglichste Wahl, helles Rot als Zeichen der Bewunderung. Wunderschön wirkt ein solcher Strauß, wenn draußen alles grau ist. Wer selbst zur Schere greift, findet die Schritte unter einen Nelkenstrauß binden.
Nelke und Schneeglöckchen als Tattoo-Motiv
Als Tattoo unterscheiden sich die beiden Januarblumen vor allem in der Dichte. Der Nelkenkopf ist gefüllt und gezähnt, ein Motiv aus vielen kleinen Kanten; das Schneeglöckchen ist eine schmale, nickende Glocke an einem dünnen Stiel, zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch. Die Bedeutung bringt die Pflanze mit: Bewunderung und Liebe bei der Nelke, Hoffnung beim Schneeglöckchen. Drei Varianten stehen dabei zur Wahl:
- Einzelne Nelkenblüte – der gefüllte, gezähnte Kopf trägt das Motiv allein und bleibt auch in kleinem Format lesbar.
- Schneeglöckchen in feinen Linien – der dünne Stiel mit der hängenden Glocke lebt von wenigen Strichen und passt an schmale Stellen.
- Beide Januarblumen zusammen – unten die nickende Glocke, darüber der dichte Nelkenkopf: zwei sehr verschiedene Dichten in einem Bild.
Wer beide Pflanzen trägt, hat den ganzen Januar in einem Motiv.
Häufig gestellte Fragen
Warum gibt es zwei Geburtsblumen?
Welche Geburtsblume steht im Januar für Steinbock?
Was ist der Unterschied zwischen Januar Wassermann und Februar Wassermann?
Welche Bedeutung hat ein Schneeglöckchen-Tattoo?
Was ist das besondere an Schneeglöckchen?
Artikel von
Anton PolitunGründer & Autor bei Blumengruss.de
Schreibt über Schnittblumen — ihre Bedeutung, Pflege und die Kunst, den richtigen Strauß zu wählen.