Ein bunter Blumenstrauß erhellt jedes Zimmer, füllt es mit Leben und sorgt für gute Laune. Doch leider ist die Freude meist nur von kurzer Dauer, denn schon nach einigen Tagen verwelken die Blüten und der Strauß muss ausgetauscht werden. Wer aber die richtigen Schnittblumen wählt und sie dazu auch noch richtig pflegt, kann sich durchaus zwei bis drei Wochen an einem frischen Blumenstrauß erfreuen.
Welche Schnittblumen am längsten halten und wie man ihre Lebensdauer so weit wie möglich erhöht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Top 10 langlebigen Schnittblumen für Ihre Vase
Alle Blumen sind lebendige Pflanzen, die Wasser, Nährstoffe und frische Luft brauchen. Sie sind dafür gemacht, in der Erde zu wachsen, nicht in der Vase zu stehen. Dennoch gibt es einige Schnittblumen, die mit dem Leben in der Vase besser zurechtkommen als andere und auch nach mehreren Wochen frisch und schön aussehen.
Freesien
Die bunten, runden Blüten der Freesien wirken zart und filigran, doch diese wunderschöne Blume gehört zu den haltbarsten Schnittblumen. Bei richtiger Pflege strahlen sie auch nach zwei bis drei Wochen noch frisch und hübsch in der Vase – sofern sie nicht in der Nähe von Obst, Zugluft oder Heizung stehen.

Chrysanthemen
Große, üppige Blüten aus vielen einzelnen, fast kugelförmig angeordneten Blütenblättern und das auch noch in zahlreichen Farbvariationen: Die Chrysantheme gehört seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Schnittblumen. Das liegt sicher auch daran, dass die Büten zwar fein aussehen, aber sehr robust sind und in der Vase bis zu zwei Wochen halten.

Rosen
Die Rose ist die unangefochtene Nummer 1 unter den beliebtesten Schnittblumen in Deutschland. Mit der richtigen Pflege halten die weiße, rote, gelbe und rosa Rosen bis zu 14 Tage in der Vase. Auch getrocknete Rosen eignen sich als wunderschöne Deko. Um die Farbe der Blüten beim Trocknen zu erhalten, müssen sie vor Sonnenlicht geschützt werden. Beliebte Methoden zum Haltbarmachen von Rosen sind, sie kopfüber in einem dunklen Raum zu trocknen oder sie 3 bis 5 Tage luftdicht in Trockensalz zu legen. Die getrockneten Rosen halten nahezu ewig.

Nelken
Nelken sehen mit ihren dichten, gekräuselten Blütenblättern sehr zart aus, sind aber überraschend robust. In der Vase halten sie bei richtiger Pflege etwa 10 Tage, ohne ihre Farbenpracht und die faszinierende Blütenstruktur zu verlieren.

Gerbera
Große, farbenfrohe Blütenteller in Orange, Pink oder Weiß: Die Gerbera sieht vor allem in lebendigen Frühlings- und Sommersträußen schön aus. Sie hat zwar einen weichen Stiel, der anfällig für Bakterien ist, doch mit der richtigen Pflege halten die Schnittblumen trotzdem bis zu zwei Wochen.

Eustoma
Eustoma werden auch als Lisianthus oder Prärie-Enzian bezeichnet. Es handelt sich um eine amerikanische Rosenalternative. Obwohl die Blüten sehr zart und zerbrechlich wirken, halten diese Schnittblumen bis zu 12 Tage. Im Gegensatz zur Rose lassen sich die etwas filigranen Blätter allerdings nicht trocken, ohne die Form und Farbe zu verlieren.

Gladiolen
Gladiolen sind mit ihren bunten, trichterförmigen Blütenähren ein echter Blickfang. Richtig gepflegt halten sie in der Vase etwa 7 bis 10 Tage. Wichtig ist nur, dass sie zum richtigen Augenblick abgeschnitten werden: Wenn die Knospen bereits knallige Farben haben, aber noch nicht aufgeblüht sind. Dann gehen sie in der Vase auf und halten besonders lange.

Lilien
Die trichterförmige Blüte, deren Blütenblätter sich wie ein Stern nach außen wölben, gehört zu den beliebtesten Schnittblumen überhaupt. Egal ob in hellem Weiß und Rose, knalligem Rot und Orange oder tiefem Violett und Weiß-Blau: Sie machen jeden Blumenstrauß zu etwas Besonderem. In der Vase halten sie am längsten, wenn sie mit geschlossener Blüte abgeschnitten werden und sich dann in der Vase langsam öffnen können. Richtig gepflegt halten Lilien so 7 bis 10 Tage.

Craspedia
Die Craspedia war mit ihren strahlend gelben, kugelrunden Blüten in den letzten Jahren auf Instagram und Pinterest regelrecht im Hype. Nicht ohne Grund, denn die einzigartigen Blumen machen jeden Blumenstrauß interessanter, verspielter und lebendiger. Darüber hinaus halten sie nicht nur in der Vase lange, sondern trocknen auch, ohne ihre intensive Farbe oder die Form zu verlieren. Diese Schnittblume hält ewig.

Schleierkraut
Schleierkraut gibt es in zahlreichen Farbvariationen: Von sanften Weiß-, Rosa- und Pastell-Tönen zu knalligen Orange, Gelb oder Blau. Die kleinen, feinen Blüten eignen sich perfekt, um einen Blumenstrauß zu vervollständigen, denn sie ergänzen die größeren Schnittblumen und lassen ihn voller wirken. Ähnlich wie Craspedia trocknet Schleierkraut, ohne Farbe und Form zu verlieren. Im getrockneten Zustand hält Schleierkraut ewig.

Haltbarkeit der beliebtesten Schnittblumen
Natürlich kauft man Schnittblumen nicht nur wegen ihrer Haltbarkeit, sondern in erster Linie wegen ihrer Schönheit. Trotzdem ist es sinnvoll, vorher zu wissen, wie lange die Blumen wahrscheinlich halten – vor allem, wenn man sie verschenken möchte. Wir haben Ihnen die Haltbarkeiten der beliebtesten Schnittblumen zusammengetragen. Sollten Ihre Blumen oft nicht so lange halten, helfen Ihnen vielleicht die Tipps zur Maximierung der Haltbarkeit unten.
| Blume | Haltbarkeit |
| Rosen | bis 14 Tage |
| Tulpen | bis 10 Tage |
| Gerbera | bis 14 Tage |
| Lilien | bis 10 Tage |
| Chrysanthemen | bis 14 Tage |
| Sonnenblume | bis 10 Tage |
| Freesie | bis 21 Tage |
| Hortensie | bis 7 Tage |
| Nelke | bis 10 Tage |
| Ranunkel | bis 10 Tage |
Tipps zur Maximierung der Haltbarkeit von Schnittblumen
Die angegebene Haltbarkeit von Schnittblumen wird natürlich nur erreicht, wenn die Blumen richtig gepflegt werden. Sonst welken sie schon deutlich früher. Um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten, sollten die Blumen im Laden möglichst frisch abgeschnitten sein und nach Möglichkeit noch viele geschlossene Knospen haben. Beim Transport sollten Sie darauf achten, die Blumen nicht zu quetschen und sie auf keinen Fall lange an einem warmen Ort liegen lassen (wie z.B. im Auto). Stattdessen müssen die Blumen möglichst schnell ins Wasser.
Doch als Vase dient nicht jedes x-beliebige Gefäß: Es sollte möglichst hell und undurchsichtig sein, da das Wasser in schwarzen oder durchsichtigen Gefäßen zu schnell warm wird und verdampft. Außerdem sollte die Vase vorher gründlich gereinigt werden, damit keine Bakterien mehr darin sind.
Bevor Sie die Blumen ins Wasser stellen, sollten Sie die unteren Blätter entfernen und die Stiele anschneiden. Ohne Blätter können sich weniger Fäulnisbakterien bilden und das Anschneiden der Stiele erleichtert die Wasser- und Nährstoffaufnahme. Wie viel Wasser und welche Nährstofflösung die Schnittblumen brauchen, hängt von den Blumensorten ab. Sie sollten aber in jedem Fall darauf achten, dass die Vase nicht austrocknet und dass das Wasser alle paar Tage gewechselt wird, um Bakterienbildung zu vermeiden. Dabei können sie auch die Stiele neu anschneiden und welke oder faulige Blumen aus dem Strauß entfernen.
Hier finden Sie nochmal eine Schritt-für-Schritt-Liste zum Blumen frisch halten:
- Vorsichtiger Transport
- Helle, undurchsichtige und ausreichend große Vase auswählen
- Vase gründlich reinigen
- Blätter entfernen
- Stiele anschneiden
- Schnittblumen mit Wasser und Nährstoffen versorgen
- Alle paar Tage das Wasser wechseln und die Stiele neu anschneiden
Richtiges Anschneiden der Stiele
Eigentlich weiß jeder, dass man Blumen anschneiden soll, bevor man sie ins Wasser stellt. Doch die wenigsten machen es richtig. Die Blumen sollten auf keinen Fall mit einer Haushaltsschere oder einem stumpfen Messer abgeschnitten werden, weil das die Wasserleitbahnen quetscht. Stattdessen ist ein scharfes Messer oder eine Gartenschere nötig.
Grundsätzlich gilt beim Blumen anschneiden: Je größer die Schnittfläche ist, desto mehr Wasser kann die Blume aufnehmen. Deshalb werden harte, holzige Stiele schräg im 45°-Winkel angeschnitten, um die Fläche zu vergrößern. Weiche, hohle Stiele deuten darauf hin, dass die Blume weniger Wasser braucht und werden gerade angeschnitten. Da die Schnittstellen verholzen und anfällig für Bakterien sind, sollten sie spätestens alle 2-3 Tage nachgeschnitten werden.
Blumen, die nicht zusammen in einer Vase stehen sollten
Ein letzter Faktor, der beeinflusst, wie lange Schnittblumen halten, ist die Kombination im Strauß. Kombiniert man zwei Blumensorten, die sich nicht vertragen, lassen sie bei aller Langlebigkeit schon nach kürzester Zeit die Köpfe hängen. Narzissen und Hyazinthen sind zwei Blumensorten, die sich besonders schlecht im Strauß machen. Sie sind zwar wunderschön, sondern aber nach dem Anschneiden ein schleimiges Sekret ab, das die Wasseraufnahme der übrigen Blumen beeinträchtigt.
Gerade Blumen mit empfindlichen, weichen Stängeln wie etwa Tulpen leiden darunter. Eine Lösung: Die Narzissen nach dem Anschneiden erst für etwa 24 Stunden allein ins Wasser stellen, “ausschleimen” lassen, die Stiele abwaschen und dann zurück zu den übrigen Blumen geben. So bleibt der ganze Strauß länger frisch.
Artikel von
Anton PolitunGründer & Autor bei Blumengruss.de
Schreibt über Schnittblumen — ihre Bedeutung, Pflege und die Kunst, den richtigen Strauß zu wählen.

