Blumengruß Logo

Lavendel trocknen: so behalten die Blüten Farbe und Duft

Lavendel trocknen gelingt am besten kopfüber im Bündel: Schneiden Sie die Stiele, sobald die ersten Blüten der Ähre offen und die übrigen noch geschlossen sind. Acht bis zehn Stängel mit einem Gummiband zusammenfassen, dunkel und luftig aufhängen. Nach ein bis zwei Wochen zerbröseln die Blüten zwischen den Fingern, und der Vorrat ist fertig.

Im Juli riecht der ganze Garten nach Sommer, und ein paar Bündel mehr am Haken kosten kaum Mühe. Im Januar liegt dieser Duft dann im Wäscheschrank, während draußen nichts mehr blüht. Mehr als ein Gummiband und einen dunklen Platz brauchen Sie dafür nicht.

Inhaltsverzeichnis

Lavendelbündel hängen kopfüber mit Gummiband an der Wand und trocknen dort in ein bis zwei Wochen dunkel und luftig durch
Foto: Ioan Vasilescu Apostol / Pexels

Lavendel trocknet kopfüber in ein bis zwei Wochen

Kopfüber an einem dunklen, luftigen Platz braucht Lavendel ein bis zwei Wochen, bis die Blüten zwischen den Fingern zerbröseln.

Die Spanne hat einen nüchternen Grund: Je dicker das Bündel, desto länger brauchen die Stiele in seiner Mitte. Zehn Stängel an einem luftigen Platz sind zügig durch, ein ganzer Strauß hängt deutlich länger, etwa zwei bis sechs Wochen. Dazu kommt das Raumklima. In einer feuchten Küche zieht sich alles hin, auf einem trockenen Dachboden geht es schneller.

Viel braucht der Platz nicht. Trocken und schattig sollte er sein, nicht zu warm, und die Luft sollte zirkulieren können. Ein Dachboden erfüllt das von allein, und die Bündel hängen dort mit Abstand nebeneinander.

Fertig ist der Lavendel nicht nach Kalender, sondern nach Probe. Zerreiben Sie ein paar Blüten zwischen den Fingern: Zerbröseln sie, ist die Restfeuchte draußen. Die zweite Probe geht über den Stiel, denn trockene Blüten lösen sich ohne Rupfen. Solange das Bündel hängt, sollten Sie die Blüten weder drücken noch quetschen, weil dabei ätherisches Öl austritt.

So läuft der Weg vom Schnitt bis zum fertigen Vorrat:

  1. Blütenstadium prüfen: einige Einzelblüten offen, die übrigen noch geschlossen.
  2. An einem trockenen Tag schneiden, sobald der Tau abgetrocknet ist.
  3. Etwa zehn Zentimeter unterhalb der Blüte abschneiden.
  4. Die Blätter vom unteren Stielteil abstreifen.
  5. Bei feuchtem Wetter oder großer Erntemenge die Stiele ein bis zwei Tage flach auf einem Tuch vortrocknen.
  6. Acht bis zehn Stängel zu einem handlichen Bündel legen.
  7. Zum Binden ein Gummiband nehmen, keinen Bindfaden.
  8. Kopfüber an einen dunklen, luftigen Platz hängen, die Bündel mit Abstand.
  9. Nach ein bis zwei Wochen den Zerbröseltest machen.
  10. Die Blüten abstreifen und in ein dicht schließendes Glas füllen, dunkel und kühl.

Wie stark der Duft am Ende ist, entscheidet sich allerdings schon vorher, beim Schnitt.

Der Erntezeitpunkt entscheidet über das Aroma

Lavendelähre am Strauch im richtigen Erntestadium: einige Einzelblüten offen, die meisten noch als Knospe geschlossen

Den stärksten Duft hat Lavendel kurz vor dem vollen Aufblühen: Einige Blüten der Ähre sind geöffnet, die übrigen noch geschlossen.

Dieses Stadium liegt je nach Sorte zwischen Juni und August; die Hochblüte ist Mitte Juli. Geschnitten wird nur an trockenen Tagen, etwa zehn Zentimeter unterhalb des Blütenansatzes. Nasses Schnittgut rächt sich später, denn Feuchtigkeit zwischen den Blüten bringt Schimmel ins Bündel.

Tatsächlich lohnt sich der frühe Schnitt: Kurz vor dem vollen Aufblühen ist das ätherische Öl am aromatischsten, und genau darauf kommt es im Säckchen an.

Wichtig: Wer den Halbstrauch im Spätsommer zurückschneidet, sollte dieses Schnittgut nicht trocknen. Zu diesem Zeitpunkt steckt kaum noch ätherisches Öl in den Blüten.

Später Vormittag bis Mittag, wenn der Tau abgetrocknet ist

Die entscheidende Größe ist die trockene Blüte, nicht die Uhrzeit. Am späten Vormittag oder um die Mittagszeit eines sonnigen Tages ist der Tau weg, und genau darauf kommt es an. Manche ernten lieber früher am Vormittag, sobald die Nässe abgezogen ist, und auch das funktioniert. Was in beiden Fällen zählt: Die Ähre darf sich beim Anfassen nicht klamm anfühlen, und nach einem Regenschauer wartet man, bis sie wieder trocken ist. Gewaschen wird Lavendel für die Trocknung ohnehin nie.

Verblühter Lavendel lohnt den Aufwand nicht mehr

Ist das Zeitfenster vorbei, lässt sich zwar weiter ernten, doch der Duft ist dann nicht mehr intensiv: Verblühte Blüten haben zu viele Duftstoffe verloren, und fürs Duftsäckchen lohnt sich der Aufwand nicht mehr. Weggeworfen wird deshalb nichts. Für Trockendeko und als Füllmaterial im Kranz ist das Material weiter brauchbar, und für den Duft schneiden Sie im nächsten Sommer einfach früher.

Kleine Bündel und ein Gummiband statt Bindfaden

Frisch geschnittener Lavendel zu einem handlichen Bündel gefasst, bereit zum Zusammenbinden und Aufhängen

Acht bis zehn Stängel pro Bündel und ein Gummiband statt Bindfaden, dann trocknen auch die inneren Stiele durch.

Das Gummiband hat einen praktischen Grund: Die Stängel verlieren Wasser und schrumpfen, und was am ersten Tag stramm sitzt, rutscht später auseinander. Ein Gummiband zieht einfach mit. Bindfaden und Draht müssten Sie nachziehen, und man merkt es erst, wenn die ersten Stiele auf dem Boden liegen.

Gebunden wird auf 15 bis 20 Zentimeter Höhe, wie ein Pferdeschwanz. Zu dicke Bündel rächen sich anders: Innen bleibt die Luft stehen, die mittleren Stiele bleiben klamm, und im schlimmsten Fall riecht das ganze Bündel muffig. Hängen Sie die Bündel deshalb mit Abstand nebeneinander und fassen Sie die Blüten in der Trockenzeit möglichst wenig an.

Bei großer Erntemenge oder feuchtem Wetter hilft ein Zwischenschritt: Die Stiele liegen ein bis zwei Tage flach auf einem Tuch, danach hängen sie kürzer am Haken. Doch manchmal soll es schneller gehen als in zwei Wochen, und dann fällt der Blick auf Ofen und Dörrautomat.

Backofen und Dörrautomat gegen die Lufttrocknung

Wärme kostet Duft, und zwar messbar: Der Ölgehalt fällt von 1,17 Prozent bei 25 Grad auf 0,18 Prozent bei 65 Grad (Biological Diversity and Conservation).

Das Optimum liegt bei 35 Grad. Als Faustregel für Geräte gilt: unter 40 Grad bleiben, denn schon der Weg von 25 auf 35 Grad kostet Öl.

Mit steigender Temperatur verschiebt sich zusätzlich das Verhältnis zugunsten von Campher, und das riecht krautiger.

MethodeDauerFarberhaltDuftintensität danachWofür geeignet
Kopfüber an der Luft1 bis 2 Wochen, ganzer Strauß 2 bis 6 Wochensehr gut im Dunkelnam höchstenTrockensträuße und Säckchen
Flach auf dem Tuch vortrocknen1 bis 2 Tage, dann kürzer am Hakengut im Dunkelnhochgroße Mengen, feuchtes Wetter
Lose Blüten im Gefäßfertig beim Zerbröseltestsehr guthoch bei kühler Lagerungreine Blüten fürs Säckchen
Stehend in der Vase ohne Wassernach Zerbröseltestgut im Dunkelnhoch, dafür bröselt esDeko-Strauß
Dörrautomat2 bis 6 Stunden bei 35 bis 40 Gradgut, kein Licht0,96 statt 1,17 Prozent Öl (35 gegen 25 Grad)große Mengen, wenn es schnell gehen muss
Backofenetwa 2 Stunden, niedrigste Stufe, Tür offenmäßig, Ausbleichrisiko0,65 Prozent bei 55 Grad, 0,18 bei 65 GradNotlösung, nur unter 40 Grad

Dörrautomat: 35 bis 40 Grad, zwei bis sechs Stunden

Der Dörrautomat hält diesen Korridor als einziges Heißluftgerät zuverlässig ein. Die Blüten liegen locker auf den Gittern, ohne sich zu überlappen. Bezahlt wird die Abkürzung mit Öl.

Backofen: nur auf niedrigster Stufe und mit offenem Türspalt

Wer den Ofen nimmt, bleibt auf der niedrigsten Stufe, lässt die Tür einen Spalt offen und rechnet mit rund zwei Stunden. Unterschreitet das Gerät die 40 Grad nicht, ist der Ofen die falsche Wahl.

Ein wasserreicher Blütenkopf braucht länger als die ölhaltige Ähre, nachzulesen beim Pfingstrosen trocknen und beim Dahlien trocknen.

So behalten die Blüten ihre violette Farbe

Getrockneter Lavendel im Dunkeln aufbewahrt: die Blüten behalten ihre violette Farbe statt auszubleichen

Farbe verliert Lavendel durch Licht und Wärme. Je dunkler der Trockenplatz, desto kräftiger bleibt das Violett.

Die Reihenfolge ist damit vorgegeben. Zuerst zählt die Dunkelheit beim Trocknen, dann die Dunkelheit bei der Lagerung: Ganze Blütenstände halten sich am besten in einem Pappkarton oder im geschlossenen Schrank, weil Licht sie ausbleichen lässt. Erst danach kommt die Sortenwahl, und dunkler blühende Sorten gelten als farbstabiler.

Auch für das Glas gilt dasselbe: Im dunklen Schrank bleibt das Violett wunderschön kräftig, auf dem Fensterbrett verblasst es.

Fünf Fehler kosten Farbe und Duft:

  • direkte Sonne auf Bündel oder Vorratsglas: die Blüten bleichen aus
  • ein zu warmer Trockenplatz: Farbe und Duftwirkung leiden zugleich
  • zu dicke Bündel ohne Luftzug: innen bleiben die Stiele klamm
  • Restfeuchte beim Abfüllen: im geschlossenen Gefäß setzt sich Schimmel an
  • ein offener Vorratsbehälter: das Aroma zieht mit der Zeit ab

Fixierspray kommt zuletzt und nur auf vollständig getrocknete Blüten; es fixiert die Blütenblätter und hält die Form. Wie sich der Film auf den Duft auswirkt, ist nicht untersucht. Deshalb bleibt das Spray der reinen Deko vorbehalten, und Blüten fürs Duftsäckchen bekommen keines.

Wie lange getrockneter Lavendel duftet

Kräftig duftet getrockneter Lavendel mehrere Monate bis etwa ein Jahr. Danach wird der Duft leiser, statt zu verschwinden.

Wie lange die volle Phase dauert, hängt an der Lagerung. Offen im Raum, als Deko oder im Kleiderschrank, gibt der Vorrat den Duft schneller ab; luftdicht und dunkel verschlossen hält er ihn länger. Im Kleiderschrank riecht die Wäsche deshalb über Monate nach Lavendel, während ein Schraubglas im kühlen Schrank die Blüten aromatischer hält.

Messbar ist der Verlust auch im geschlossenen Glas. In einem achtjährigen Lagerversuch an zwei Sorten des Echten Lavendels sank der Ölgehalt um rund 2,56 Prozent im Jahr (Industrial Crops and Products).

Doch der Duft lässt sich mechanisch zurückholen: Ein Säckchen durchkneten, die Blüten zwischen den Händen reiben, und für einige Wochen riecht es wieder deutlich. Ein Tropfen Lavendelöl auf dem Stoff wirkt ähnlich. Dazu kommt ein Wahrnehmungseffekt, der die Frage verzerrt: Wer den Vorrat täglich im Schrank hat, nimmt ihn irgendwann nicht mehr wahr, Besuch dagegen schon.

Warum Reiben den Duft zurückholt

Getrocknete Blüten enthalten ein bis drei Prozent ätherisches Öl, und es liegt nicht frei. Gebildet und gespeichert wird es in Drüsenhaaren der Blütenoberhaut; die scheibenförmigen Köpfe dieser Haare bestehen aus acht Zellen, und das Öl sammelt sich darunter. Beim Reiben brechen weitere dieser Speicher auf, und genau deshalb wirkt der Griff ins Säckchen.

Welcher Lavendel sich zum Trocknen wirklich eignet

Trocknen lässt sich jede Lavendelart. Nach Lavendel riecht hinterher aber nicht jede.

Den Unterschied macht das ätherische Öl. Im Echten Lavendel dominieren Linalylacetat und Linalool, und Campher bleibt bei höchstens 1,2 Prozent, wie es das Europäische Arzneibuch vorschreibt. Für den Hybrid Lavandin lässt die Norm ISO 8902:2009 dagegen sechs bis acht Prozent Campher zu, und das riecht man dem getrockneten Bund an: krautiger und kühler.

Beim Schopflavendel bestimmt Fenchon das Öl, dazu ein hoher Campheranteil, und getrocknet riecht er harzig statt blumig. Speiklavendel bringt viel 1,8-Cineol und Campher mit und wirkt eukalyptusartig. Dass eine dieser Arten besser gegen Motten hilft als die andere, ist nicht belegt; für Küche und Tee wird der Echte Lavendel bevorzugt.

ArtDuft nach dem TrocknenWofür sie taugt
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)blumig-süß, der erwartete LavendelduftSäckchen, Trockensträuße, Küche und Tee
Lavandin (Lavandula x intermedia)krautiger und kühler, mehr CampherTrockensträuße und große Mengen
Speiklavendel (Lavandula latifolia)eukalyptusartig, frisch-kampfrigDeko und Raumduft
Schopflavendel (Lavandula stoechas)harzig, von Fenchon bestimmtDeko wegen der Hochblätter, kaum fürs Säckchen

Lavendel für Duftsäckchen trocknen

Abgestreifte getrocknete Lavendelblüten in einem dicht verschlossenen Schraubglas als Vorrat

Ins Säckchen kommen nur vollständig durchgetrocknete Blüten, und 15 bis 20 Gramm reichen für ein kleines Säckchen.

Beim Stoff entscheidet die Maschenweite. Feinmaschige Baumwolle oder Leinen hält die Blütenreste zurück, grobmaschiger Organza lässt sie nach und nach in den Schrank rieseln. Wie viel hineinpasst, hängt am Format:

SäckchenformatFüllmenge getrockneter Blüten
8 × 10 cmetwa 8 Gramm
10 × 13 cmetwa 20 Gramm
kleines Säckchen, Faustregel15 bis 20 Gramm

Abgerebelt wird erst nach dem Trocknen, denn feuchte Blüten lassen sich schlecht vom Stiel streifen. Die abgestreiften Blüten kommen in eine dicht schließende Dose oder ein Schraubglas. Schon geringe Restfeuchte lässt sie schimmeln, und moderiger Geruch beim Öffnen ist das Signal, dass etwas schiefgegangen ist. Einmal zwischen den Händen gerieben, bevor das Säckchen in den Schrank wandert, aktiviert das Öl.

Als Mottenschutz ist Lavendel keine Garantie, gehört aber zu den wenigen Hausmitteln mit belegter Wirkung; wechseln Sie die Säckchen regelmäßig, weil der Geruch mit der Zeit verfliegt (ÖKO-TEST).

Wo solche Säckchen im Haushalt mit Katze liegen dürfen, steht im Beitrag darüber, ob Lavendel für Katzen giftig ist. Vom Kranz bis zur Tischdeko zeigt was sich aus getrocknetem Lavendel machen lässt, wie es weitergeht.

Ein gekaufter Strauß braucht eine andere Behandlung

Getrockneter Lavendelstrauß ohne Wasser in einer schlichten Vase an einem hellen Platz im Raum

Einen gekauften Strauß trocknen Sie am besten sofort, solange die Blüten noch bunt und fest sind.

Feuchte Stellen am Stiel tupfen Sie vorher ab, welke Blätter und Blütenteile kommen weg. Danach binden Sie die Stiele zusammen und hängen sie kopfüber an einen dunklen, luftigen Platz.

Doch nicht jeder Strauß ist gleich weit. Drei Dinge zeigen Ihnen, woran Sie sind:

  • Fallen beim vorsichtigen Abklopfen viele Blüten heraus, ist der Strauß weit getrocknet und kommt direkt an den Haken.
  • Wirken Stiele und Blüten fest und farbig, wird gebündelt und sofort aufgehängt.
  • Fühlen sich die Stielenden feucht an, werden sie abgetupft und angeschnitten, bevor das Bündel hängt.

Soll der Strauß vorher noch ein paar Tage stehen, gelten die Grundregeln, wie sich Schnittblumen frisch halten lassen.

Im Januar reicht dann ein Griff ins Glas: Zwischen den Händen gerieben, riechen die Blüten wieder nach Juli. Was der Lavendel darüber hinaus sagt, steht in der Bedeutung des Lavendels.

Häufig gestellte Fragen

Wie trockne ich Lavendel für Deko?

Für Deko gilt derselbe Weg wie für den Vorrat: acht bis zehn Stängel bündeln und kopfüber an einen dunklen, luftigen Platz hängen. Wer den Strauß gleich stehen lassen möchte, stellt ihn in eine Vase ohne Wasser und lässt ihn dort durchtrocknen. Dabei bröselt allerdings mehr ab als am Haken.

Wann schneidet man den Lavendel für Duftsäckchen?

Wie lange hält Lavendel im Säckchen?

Was mache ich mit vertrocknetem Lavendel?

Für was kann man getrockneten Lavendel verwenden?

Mehr über Lavendel