Getrockneter Lavendel hat zwei Verwendungen: Die abgestreiften Blüten füllen Duftsäckchen und wandern in Zucker oder Öl, die ganzen Stiele werden zu Kranz, Strauß und Tischdeko. In ein Säckchen von 8 mal 10 Zentimetern passen etwa acht Gramm Blüten. Gebunden wird dagegen frisch, denn trockene Stiele brechen beim Biegen.
Wahrscheinlich hängt Ihr Bündel schon kopfüber im Flur oder liegt fertig getrocknet in einer Schale, und jetzt steht die Frage im Raum, was daraus wird. Die Sortierung dahinter ist schnell erzählt: Gebunden wird frisch, gefüllt wird trocken. Wie viel Material die einzelnen Ideen brauchen, steht gleich in der Übersicht.
Inhaltsverzeichnis

Welche Idee getrockneten Lavendel braucht und welche frischen
Was gebunden oder gesteckt wird, entsteht aus frischem Lavendel und trocknet danach in Form. Was in ein geschlossenes Gefäß wandert, verlangt vollständig durchgetrocknete Blüten. Tatsächlich ist die Begründung jeweils eine andere. Frisch gebunden wird, weil die Stiele biegsam sind und der Kranz beim Trocknen seine Form behält. Trocken gefüllt wird, weil schon geringe Restfeuchte im geschlossenen Beutel Schimmel nach sich zieht.
Getrocknete Pflanzen brauchen kein Wasser, deshalb eignen sich auch undichte Gefäße und Körbe. Wer noch frische Stiele hängen hat, findet Erntezeitpunkt und Methode unter Lavendel trocknen.
| Idee | Frisch oder getrocknet | Menge | Wie lange es hält |
|---|---|---|---|
| Duftsäckchen | nur getrocknet, sonst schimmelt die Füllung | 8 g (8 × 10 cm), 20 g (10 × 13 cm) | 2 bis 3 Monate kräftig, dann auffrischen |
| Kranz | frisch binden, liegend trocknen | Bündel alle 1,5 bis 2 cm; 30-cm-Ring: vier Pflanzen | ein bis drei Jahre ansehnlich, trocken und ohne Sonne |
| Trockenstrauß | frisch gebunden hält die Form | keine feste Stielzahl; Vase ein Drittel bis Hälfte der Stiellänge | ein bis drei Jahre ansehnlich, hell oder feucht kürzer |
| Tischgesteck | getrocknet, Halt gibt Steckschaum | kurze Stiele, so viele der Schaum trägt | wie der Trockenstrauß, nicht auf der Fensterbank |
| Windlicht | frische Zweige stecken sich leichter | einige Zweige auf Glashöhe, dazu Naturkordel | solange die Zweige halten, trocken aufgestellt |
| Streublüten | getrocknet, Wochen vorher vorbereitet | 10 bis 20 g je Gast, je nach Blütenart | Einmalgebrauch, Vorbereitung ein bis zwei Monate vorher |
| Lavendelzucker | nur abgestreifte, trockene Blüten | Blüten von etwa acht Trieben, fingerdicke Zuckerlagen | zwei bis sechs Wochen ziehen, dann absieben |
| Ölauszug | getrocknete Blüten, ganz mit Öl bedeckt | keine Grammzahl; nichts darf herausragen | nach zehn bis vierzehn Tagen abseihen |
Für den Schrank wird aus getrockneten Blüten ein Duftsäckchen.
Duftsäckchen sind die naheliegendste Verwendung

Ein Lavendelsäckchen sorgt im Schrank für angenehmen Raumduft und kann als natürliche Mottenabwehr eingesetzt werden. Hinein kommen ausschließlich die abgestreiften Blüten, Blätter und Stiele bleiben draußen.
Beim Stoff arbeiten zwei Eigenschaften gegeneinander. Dicht gewebte Baumwolle oder Leinen halten die Krümel im Beutel, denn durch großmaschiges Gewebe rieseln Blütenreste in den Schrank. Je dünner der Stoff, desto besser verteilt sich dafür der Duft. Wer beides möchte, nimmt einen dünnen, aber dicht gewebten Naturstoff.
Der Zustand der Füllung entscheidet mit. Blüten mit Restfeuchte schimmeln im geschlossenen Beutel.
Hinweis: Riecht der Vorrat beim Öffnen moderig statt nach Lavendel, ist etwas schiefgegangen, und er gehört nicht in den Schrank.
Im Schrank will das Säckchen ein wenig Aufmerksamkeit. Kneten Sie den Inhalt wöchentlich kurz durch, so kommt der Duft wieder heraus. Nach zwei bis drei Monaten wird er schwächer, ein kräftiges Durchkneten holt ihn noch einmal hervor. Etwa drei Monate später ist die Füllung verbraucht: Sie kommt heraus, der Beutel in die Wäsche (TRIGEMA Magazin).
Wie viel Material hineingeht, entscheidet das Format des Beutels.
Wie viel getrockneter Lavendel in ein Säckchen gehört
In ein Säckchen von 8 mal 10 Zentimetern passen etwa acht Gramm getrocknete Blüten, in ein größeres von 10 mal 13 Zentimetern rund 20 Gramm.
| Säckchenformat | Ungefähre Füllmenge |
|---|---|
| 8 × 10 cm | etwa 8 g |
| 9 × 12 cm | etwa 12 g |
| 10 × 13 cm | etwa 20 g |
| Faustregel nach Größe | klein 3 bis 5 g, mittel 8 bis 20 g, groß bis 30 g |
In ein kleines Säckchen aus Baumwolle oder Leinen passen 15 bis 20 Gramm, und nach der Faustregel entspricht diese Menge der mittleren Größe, also einem Beutel um 10 mal 13 Zentimeter (t-online).
Ohne Waage hilft ein Haushaltsmaß. Ein Esslöffel wiegt etwa 2 bis 2,5 Gramm, ein Teelöffel 0,7 bis 0,8 Gramm. Für 20 Gramm rechnen Sie mit acht bis zehn Esslöffeln, als praktische Orientierung und nicht als geeichten Wert.
Wie viel am Ende hineingeht, hängt zusätzlich am Material und am Ort. Sauber abgestreifte Blüten wiegen weniger als eine grobe Mischung mit Stielen, und für eine Schublade reicht weniger als für den Kleiderschrank.
So füllen Sie ein Säckchen:
- Die Blüten von den Stielen abstreifen und nur die Blüten verwenden.
- Das leere Säckchen auf die Küchenwaage legen und portionsweise füllen.
- Wer nicht wiegen will, füllt bis zur Hälfte.
- Fest zubinden, damit nichts nachrieselt.
- Das fertige Säckchen zwischen den Händen reiben, dann duftet es sofort kräftiger.
Wer keinen fertigen Beutel hat, schneidet aus einem Stoffrest einen Kreis von etwa 15 Zentimetern, häuft die Blüten hinein und bindet ihn wie ein Bonbon ab. Beim Kranz gilt eine andere Einheit: Stiele und Bündel.
Ein Lavendelkranz hält länger als jeder Schnittblumenstrauß

Ein Lavendelkranz wird aus frischem Lavendel gebunden und trocknet anschließend liegend in Form. Doch trockene Stiele brechen, sobald man sie um den Ring legt. Wer im Juli mit der Schere in den Garten geht, bindet also zuerst – und lässt den Kranz danach liegen.
Die Unterlage ist ein Strohring von 30 Zentimetern, gewickelt wird mit grün lackiertem Draht. Zwei Wickelhaften halten Anfang und Ende: die erste fixiert den Draht, die zweite verschließt den Kranz und ist zugleich die Aufhängung. Für einen vollen Ring dieser Größe brauchen Sie das Material von etwa vier Lavendelpflanzen.
So binden Sie den Kranz:
- Lavendel frisch schneiden und die Blätter am unteren Stielteil abziehen.
- Kleine Bündel binden, etwa fünf bis sieben Stiele mit 8 bis 15 Zentimeter Stiellänge.
- Den Drahtanfang mit einer Wickelhafte am Strohring befestigen.
- Das erste Bündel auflegen und nur um die Stiele wickeln, die Blüten bleiben frei.
- Jedes weitere Bündel im Abstand von 1,5 bis 2 Zentimetern knapp unterhalb der Blüten des vorherigen ansetzen.
- Den Draht verknoten, die zweite Wickelhafte als Aufhängung setzen und den Kranz liegend trocknen lassen.
Hinweis: Der frisch gebundene Kranz sieht nach dem Trocknen dunkler aus als am Bindetag. Dafür bleibt er ein bis drei Jahre ansehnlich, an einem hellen oder feuchten Platz deutlich kürzer.
Welche Unterlage sich wofür eignet
- Strohring mit 30 Zentimetern: die volle Unterlage für einen Türkranz, dicht umwickelt mit dem Material von etwa vier Pflanzen.
- Drahtring: die Alternative zum Strohring für einen vollen Kranz; die Bündel sitzen direkt auf dem Draht und verdecken die Stiele des vorherigen.
- Kleiner Styroporring von 10 Zentimetern: die Stiele werden auf etwa 15 Zentimeter gekürzt, vier bis sechs Stiele kommen je Lage auf den Ring. Für so kleine Kränze reichen Sträußchen aus zwei bis drei kurz geschnittenen Blüten.
Einen Lavendelstrauß binden und in Szene setzen

Für einen Trockenstrauß legen Sie die Stiele leicht schräg spiralförmig übereinander und drehen den Strauß dabei in der Hand. Die Mitte bleibt der höchste Punkt, nach außen setzen Sie die Stiele kürzer an. Dann binden Sie alles mit einer Kordel und schneiden die Stielenden auf eine Länge.
Binden Sie frisch, behält der Strauß beim Trocknen seine Form. Er kommt ohne Wasser aus, das Gefäß darf also undicht sein. Ein bis drei Jahre bleibt er ansehnlich, wenn er trocken und nicht in der Sonne steht.
Für die Vase gilt eine Spanne statt einer festen Formel: Sie nimmt ein Drittel bis die Hälfte der Stiellänge ein, und ein Drittel Vase zu zwei Dritteln Strauß ist der untere Rand davon. Ob der Strauß Wasser bekommt und wie lange er steht, klärt Lavendel in der Vase.
Auf dem Esstisch wirkt ein hoher Strauß schnell wuchtig, dort übernehmen kurze Stiele und Gläser.
Lavendel auf dem Tisch und im Windlicht

Für ein Lavendel-Windlicht legen Sie eine Naturkordel um das Glas und stecken die gekürzten Zweige zwischen Kordel und Glas. Dafür genügen ein einfaches Glas und ein Teelicht, dazu Juteband, wenn keine Kordel im Haus ist. Frische Zweige lassen sich leichter einstecken, trockene brechen beim Biegen.
So entsteht das Windlicht:
- Die Zweige auf Glashöhe kürzen.
- Die Kordel um das Glas legen und knoten.
- Die Zweige rundherum zwischen Kordel und Glas stecken.
- Das Teelicht hineinstellen.
Als Variante kombinieren Sie Gläser in unterschiedlichen Höhen oder verteilen lose getrocknete Blüten rund um das Glas. Die zweite Bauart arbeitet mit einem Einweckglas und frischen Blüten, dazu Jutenband und ein drei Millimeter breites Satinbändchen.
Fürs Tischgesteck gibt Steckschaum den kurzen Stielen Halt, und weil kein Wasser nötig ist, dürfen auch Körbe und undichte Schalen mitspielen. Für eine sommerliche Tafel in kräftigeren Farben passt Tischdeko mit Sonnenblumen daneben.
Von der eigenen Tafel ist es nicht weit zur Hochzeitstafel.
Lavendel in der Hochzeitsdeko und im Brautstrauß

Ein getrockneter Lavendelstrauß übersteht den ganzen Hochzeitstag ohne Wasser und lässt sich Wochen vorher binden. Er braucht weder Kühlung noch einen Frischetransport. Worauf es bei frischen Sträußen unterwegs ankommt, beschreibt Blumen transportieren. Wer den Strauß fertig kauft, bestellt ihn am besten zwei bis vier Wochen vorher.
Diese vier Partner passen zu Lavendel:
- Eukalyptus: bringt Silbergrün und lange, weiche Linien in den Strauß.
- Schleierkraut: füllt die Lücken zwischen den Ähren und macht den Strauß luftiger.
- Rosen: setzen eine große Blüte gegen die feinen Rispen.
- Pfingstrosen: übernehmen die Hauptrolle, wenn Lavendel nur den Akzent geben soll.
Farblich bleibt Lavendel bei Naturtönen und Creme, zu knalligen Farben wird der Kontrast schnell zu stark. Wer Pfingstrosen als Hauptblüte will und Lavendel nur als Akzent, findet den Aufbau beim Brautstrauß mit Pfingstrosen.
Für Streublüten rechnen Sie mit etwa zehn bis zwanzig Gramm pro Gast, je nach Blütenart: Leichte Blüten wie Lavendel wiegen bei gleichem Volumen deutlich weniger als Rosenblätter. Vorbereiten lässt sich das ein bis zwei Monate vorher, und Blütenblätter sind heute die übliche Wurfvariante. Das Vorhaben wird vorher mit der Kirche oder der Location abgesprochen.
Aus dem eigenen Garten kommt Lavendel von Juni bis August, die Hauptblüte liegt im Juli und August. Für eine Junihochzeit ist im Beet unter Umständen noch nichts schnittreif. Was der Strauß über die Deko hinaus sagt, steht in der Bedeutung des Lavendels.
Lavendelzucker und Lavendelöl aus getrockneten Blüten
Für Lavendelzucker schichten Sie die Blüten von etwa acht Trieben abwechselnd mit fingerdicken Zuckerlagen in ein luftdicht schließendes Glas. Das Glas steht dunkel und kühl, etwa zwei bis sechs Wochen; je länger es zieht, desto kräftiger wird das Aroma. Danach sieben Sie die Blüten ab, und wirkt der Zucker feucht, trocknet er auf Backpapier nach. Lavendel schmeckt sehr intensiv, würzen Sie deshalb sparsam und probieren Sie zwischendurch.
Der zweite Weg ist ein Ölauszug: Die getrockneten Blüten müssen vollständig mit nativem Pflanzenöl bedeckt sein, sonst schimmelt der Ansatz. Nach zehn bis vierzehn Tagen können Sie abseihen, längeres Ziehen ist möglich. Als Badezusatz oder in einem Peeling tauchen die Blüten ebenfalls auf, das ist aber ein anderes Kapitel.
Bleibt die Frage, was mit dem Rest geschieht, der weder in den Zucker noch an die Wand passt.
Was aus ausgeblichenen und bröselnden Blüten noch wird

Bröselnde und ausgeblichene Blüten füllen Säckchen nach, werden Streudeko oder mit Natron zur Teppichfrische. Vorher entscheidet der Standort: Trockene Innenräume sind Pflicht, und direkte Sonne bleicht die Farben rasch aus. Die Raummitte ist deshalb der bessere Platz als die Fensterbank.
Zum Entstauben genügen sanftes Schütteln oder ein Staubwedel; sachtes Auspusten mit dem Föhn geht auch. Angefasst wird getrocknetes Material am Draht, nicht an der Blüte. Gekaufte Bündel sind dabei oft besonders brüchig.
Erst danach kommt Fixierspray in Betracht: Es reduziert Staubanhaftung und konserviert die Farben länger. Bei brüchigen Samenständen wie Pampasgras wird Aerosollack gegen das Zerfallen eingesetzt (University of Florida IFAS Extension). Sprühen Sie nur reine Deko ein; Blüten, die noch duften sollen, bleiben unbehandelt.
Der Vorrat gehört in ein dicht schließendes Gefäß, das dunkel steht, damit die Farbe bleibt; eine Dose oder ein Schraubglas genügt, bei großer Ernte ein Einmachglas.
Zweites Leben für Bruchblüten
Abgebrochene Blüten wandern nicht in den Müll:
- Nachfüllung für Säckchen und Potpourri, denn der Duft zählt dort mehr als die Optik.
- Streudeko auf der Tafel oder mit Heißkleber auf Kranz, Schachtel oder Sonnenhut.
- Zerkleinert mit Natron als Teppich- und Polsterfrische: aufstreuen, 10 Minuten einwirken lassen, absaugen.
Wer Katzen hat, sieht vor dem Streuen kurz bei Lavendel im Haushalt mit Katze nach.
Häufig gestellte Fragen
Wofür kann getrockneter Lavendel verwendet werden?
Wie dekoriert man getrockneten Lavendel?
Was kann ich mit frischem Lavendel machen?
Wie oft sollte man Lavendelsäckchen wechseln?
Wie kann ich den Duft meines Lavendelkissens wieder aktivieren?
Artikel von
Anton PolitunGründer & Autor bei Blumengruss.de
Schreibt über Schnittblumen — ihre Bedeutung, Pflege und die Kunst, den richtigen Strauß zu wählen.