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Gerbera Arten und Sorten: Welche Schnittgerbera gibt es?

30.03.2026
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Gerbera Arten unterscheiden sich stärker, als die meisten Blumenliebhaber vermuten. Sechs Haupttypen werden heute als Schnittblume gehandelt – von der klassischen Standard-Gerbera mit 10 bis 13 Zentimetern Blütendurchmesser bis zur exotischen Pasta-Gerbera mit gedrehten Blütenblättern. Sie alle gehen auf eine einzige Wildart zurück: die Gerbera jamesonii, die 1884 in Südafrika entdeckt wurde. Hier erfahren Sie, worin sich die einzelnen Typen unterscheiden. Außerdem zeigt eine Vergleichstabelle, welche Sorte am längsten in der Vase hält.

Verschiedene Gerbera Arten in bunten Farben – gelbe, orangefarbene, rosa und zweifarbige Gerbera-Blüten nebeneinander
Foto: Tiểu Bảo Trương / Pexels

Inhaltsverzeichnis

Gerbera jamesonii – die Mutter aller Schnittgerbera

Alle Schnittgerbera, die heute in Vasen und Sträußen stecken, verdanken ihre Existenz einer zufälligen Entdeckung. 1884 fand der Schotte Robert Jameson eine auffällige orangerote Blume nahe der Goldgräberstadt Barberton in Südafrika – er war eigentlich auf der Suche nach Gold. Jameson schickte die Pflanze nach Cambridge, wo der Botaniker Richard Irwin Lynch sie mit der verwandten Gerbera viridifolia kreuzte. So entstanden die ersten Florist-Gerbera, damals „Gerbera cantabrigiensis“ genannt (Wikipedia).

Doch den entscheidenden Schub gab der deutsche Obergärtner DIEM, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Französischen Riviera arbeitete. Bis 1909 führte er über 3.000 Bestäubungen durch und selektierte daraus 25.000 Hybriden. Seine Sorten galten als so revolutionär, dass Fachleute bis heute von „DIEM-Sorten“ sprechen. Die Gattung Gerbera umfasst rund 30 Wildarten – 18 davon in Südafrika, 8 auf Madagaskar und etwa 6 in Asien (mein-schoener-garten.de).

Aus diesen bescheidenen Anfängen ist die Gerbera zur fünftbeliebtesten Schnittblume der Welt geworden – nach Rose, Nelke, Chrysantheme und Tulpe. Ganzjährig liefern heute niederländische Gewächshäuser Schnittgerbera in alle Farben außer Blau. Blaue Exemplare im Handel sind nachträglich gefärbt.

Klassische Gerbera – der Allrounder unter den Schnittblumen

Die Standard-Gerbera ist der Typ, den die meisten Menschen vor Augen haben: große, strahlenförmige Blüten mit 10 bis 13 Zentimetern Durchmesser auf kräftigen Stielen von 50 bis 70 Zentimetern Länge. In der Vase hält sie 12 bis 17 Tage.

Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf zwei Merkmale. Einfache Gerbera tragen eine einzelne Reihe von Blütenblättern mit offen sichtbarem Zentrum – das wirkt grafisch und modern. Gefüllte Sorten dagegen besitzen mehrere Blütenblattschichten übereinander und wirken dadurch üppiger. Dazu kommt die Herzfarbe: Ein schwarzes Zentrum erzeugt einen starken Kontrast, während ein grünes Herz weicher und natürlicher aussieht.

Bekannte Sorten sind Don Leo (gelb), Red Explosion (rot) und Pretty Nova (pink) – letztere hält mit 15 bis 20 Tagen besonders lange in der Vase.

Gefüllte Gerbera – doppelte Blütenpracht

Gefüllte Gerbera tragen mehrere Reihen von Blütenblättern übereinander. Das Ergebnis wirkt voller und texturreicher als bei der einfachen Variante – fast wie eine kleine Dahlie. Sorten wie Pole Ice (weiß) und White House (cremeweiß) erreichen 10 bis 12 Zentimeter Durchmesser und halten 12 bis 17 Tage.

Besonders in der Hochzeitsfloristik sind gefüllte Gerbera gefragt. Die dichten Blütenblätter fangen das Licht anders ein als einfache Sorten und verleihen Arrangements eine wunderschöne Tiefe. Doch es geht noch ausgefallener – drei Spezialtypen bringen ganz neue Formen ins Spiel.

Spider-Gerbera, Pasta und Pomponi – die Spezialtypen

Neben den klassischen Typen gibt es drei Spezialformen, die seit wenigen Jahren vermehrt im Sortiment niederländischer Züchter auftauchen.

Spider-Gerbera

Spider-Gerbera fallen sofort auf: Ihre Blütenblätter sind schmal, spitz und laufen strahlenförmig auseinander. Das Ergebnis wirkt dynamisch und modern – ein Stilbruch zum runden, weichen Look der Standard-Gerbera. Der Durchmesser liegt bei rund 10 Zentimetern. Zu den bekanntesten Sorten zählen Premiere, Cupido und Renegade.

Rosa Spider-Gerbera mit schmalen spitzen Blütenblättern vor dunklem Hintergrund – eine moderne Gerbera-Sorte für zeitgenössische Arrangements
Foto: Manoj Poosam / Pexels

Gerbera Pasta

Die Gerbera Pasta trägt ihren Namen zu Recht: Ihre Blütenblätter sind gewellt und gedreht wie Bandnudeln. Rund 20 Sorten gibt es derzeit bei spezialisierten Züchtern. Blondie (rosa-grün), Brenn (orange) und Foxy (pink) gehören zu den beliebtesten. Die ungewöhnliche Blütenform bringt Bewegung in jedes Arrangement – besonders in modernen, verspielten Designs.

Gerbera Pomponi

Pomponi-Gerbera wirken wie kleine Pompons: dicht geschichtete, kurze Blütenblätter formen eine volle Kugel. Auf den ersten Blick erinnern sie eher an Dahlien als an Gerbera. Sorten wie Big Lemon (gelb), Big One (weiß) und Big Sija (rosa) halten mit 14 bis 17 Tagen überdurchschnittlich lange. In der Hochzeits- und Eventfloristik sind sie besonders beliebt.

Mini-Gerbera und Germini – klein, bunt, vielseitig

Bunte Germini-Gerbera in Gelb, Rot, Pink und Orange – die Mini-Gerbera mit 6 bis 9 Zentimeter Blütendurchmesser
Foto: wagamama / Pexels

Germini

Germini heißt die kleine Schwester der Gerbera – ein Wortspiel aus „Gerbera“ und „Mini“. Der Blütendurchmesser liegt bei 6 bis 9 Zentimetern, also knapp halb so groß wie die Standardsorte. Dafür überrascht die Germini mit Ausdauer: 14 bis 17 Tage hält sie in der Vase, oft länger als ihre große Verwandte. Zudem gelten Gerbera als ungiftig für Katzen – ein Pluspunkt für Haushalte mit Haustieren.

In gemischten Sträußen spielen Germini ihre Stärke aus. Die kompakte Blüte fügt sich in jede Komposition ein, ohne andere Blumen zu dominieren. Zusammen mit der großen Schwester im selben Strauß entsteht ein lebendiges Bild aus verschiedenen Größen – ein Trick, den viele Floristen nutzen. Beliebte Sorten sind Albino (weiß), Snoopy (weiß mit dunklem Herz), Whisper (pink) und Terra Chantie (gelb).

Nano und Piccolini – die Winzlinge

Noch kleiner geht es mit der Nano-Reihe: nur 4 bis 5 Zentimeter Blütendurchmesser. Unter den Handelsnamen Micro und Piccolini eignen sich diese Winzlinge für Corsagen, Tischkarten und filigrane Gestecke. Trotz ihrer Größe halten sie 14 bis 17 Tage.

Alle Gerbera Sorten im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt alle Schnittgerbera-Typen auf einen Blick – mit Durchmesser, Haltbarkeit und bekannten Sorten.

TypDurchmesserVasenlebenBeispielsorten
Standard (einfach)10–13 cm12–17 TageDon Leo, Full Moon, Red Explosion
Standard (gefüllt)10–13 cm12–17 TagePole Ice, White House
Spider~10 cm12–15 TagePremiere, Cupido, Renegade
Pasta~10 cm12–15 TageBlondie, Brenn, Foxy
Pomponi~10 cm14–17 TageBig Lemon, Big One, Big Sija
Germini (Mini)6–9 cm14–17 TageAlbino, Snoopy, Whisper
Nano (Micro)4–5 cm14–17 TageMicro Alp, Piccolini Murano

Tipp: Die Sorte Pretty Nova (Standard, pink) hält mit 15 bis 20 Tagen besonders lange – ideal, wenn der Strauß möglichst lang Freude bereiten soll.

Gerbera, Gänseblümchen und Margerite im Vergleich

Gerbera, Margerite und Gänseblümchen nebeneinander im Größenvergleich – drei Korbblütler von 10 cm bis 2 cm Durchmesser

Alle drei gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) – doch Gerbera, Gänseblümchen und Margerite stammen aus drei völlig verschiedenen Gattungen. Der englische Name „Gerbera Daisy“ sorgt zusätzlich für Verwirrung, denn „Daisy“ bedeutet eigentlich Gänseblümchen.

MerkmalGerberaMargeriteGänseblümchen
GattungGerbera (Mutisioideae)Leucanthemum (Asteroideae)Bellis (Asteroideae)
Blütengröße10–13 cm5–7 cm2–3 cm
VerwendungSchnittblumeGarten, WieseRasen, Deko
HeimatSüdafrika, AsienEuropaEuropa
Vasenleben12–17 Tage5–7 Tagekaum geeignet

Der deutlichste Unterschied: Nur die Gerbera wird als professionelle Schnittblume gehandelt und gezielt für Blumensträuße gezüchtet. Margeriten und Gänseblümchen begegnen Ihnen dagegen eher in der Wiese als in der Vase. Wer also im Blumenladen „Gerbera Daisy“ liest, weiß jetzt: Gemeint ist die Gerbera – nicht das kleine Gänseblümchen aus dem Rasen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Gerbera Arten gibt es?

Es gibt rund 30 Wildarten der Gattung Gerbera – die meisten in Südafrika, einige auf Madagaskar und wenige in Asien von Indien bis Thailand. Als Schnittblume werden daraus sechs Haupttypen gezüchtet: Standard, Gefüllte, Spider, Pasta, Pomponi und Germini.

Was ist der Unterschied zwischen Gerbera und Germini?

Gibt es blaue Gerbera?

Welche Gerbera Sorte hält am längsten in der Vase?

Sind Gerbera und Gänseblümchen verwandt?

Was ist eine Spider-Gerbera?

Die Vielfalt der Gerbera-Sorten überrascht selbst erfahrene Blumenfans. Ob Standard oder Spider, Germini oder Pomponi – jeder Typ hat seinen Platz im Strauß. Mehr über die Symbolik der einzelnen Farben erfahren Sie in unserem Artikel zur Gerbera Bedeutung. Und wenn Ihre Gerbera möglichst lange frisch bleiben soll, lohnt sich ein Blick auf unsere Tipps zur Gerbera in der Vase.

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