Ein Freesienstrauß hält sieben bis zwölf Tage in der Vase und lebt davon, dass sich seine Knospen nacheinander öffnen: Jeder Stiel trägt fünf bis zehn Blüten, die von unten nach oben aufgehen. Am gleichmäßigsten altert der Strauß mit Partnern ähnlicher Standzeit, also mit Rosen, Lilien oder Gerbera.
Vor dem Eimer im Blumenladen oder vor der Bestellseite fällt die Entscheidung in drei Schritten: wie viele Stiele, mit welchen Partnern, in welcher Farbe. Der Duft nimmt Ihnen dabei oft die erste Frage ab – wenige Schnittblumen riechen so deutlich. Und die Freesie entfaltet ihre Wirkung in Gruppen.
Inhaltsverzeichnis

Was einen Freesienstrauß ausmacht
Ein Freesienstrauß lebt von den Stielen mit fünf bis zehn Einzelblüten, die sich nacheinander öffnen. Die trichterförmigen Blüten sitzen alle auf einer Seite des Stiels, und unterhalb der untersten Blüte knickt der Stiel im rechten Winkel ab, sodass die Ähre nach oben zeigt. Genau diese Form macht sie zur Akzentblume: Sie bringt Höhe und Bewegung in ein Arrangement, ohne die Mitte zu beanspruchen. Gefüllte Hybriden wirken dabei üppiger als die einfachen Sorten.
Tatsächlich rechnet sich die Menge leichter, als es beim Griff in den Eimer aussieht. Ein Bund mit zehn Stielen bringt zwischen 50 und 100 Einzelblüten mit, die sich über die gesamte Vasenzeit verteilt öffnen. Wer einen mittleren Strauß plant, kauft die Freesie deshalb handvollweise, und er hat über Tage hinweg jeden Morgen ein etwas anderes Bild vor sich.
Im Handel bedeutet „ein Bund Freesien“ allerdings etwas anderes als „ein Freesienstrauß“. Der Bund ist die Handelseinheit aus gleichartigen Stielen, der Strauß das gebundene Arrangement aus mehreren Arten. Wer online bestellt, bekommt je nach Anbieter das eine oder das andere.
Vier Punkte helfen beim Zusammenstellen:
- Zehn Stiele sind eine häufige Bundgröße: Daraus werden 50 bis 100 Einzelblüten, die nacheinander aufgehen.
- Stiele ab 40 Zentimetern sind die übliche Handelslänge; für eine niedrige Vase werden sie gekürzt.
- Einzeln geht die Freesie unter: Zwischen großblütigen Partnern kommt sie erst als Gruppe oder als bewusster Akzent zur Geltung.
- Eine ungerade Stielzahl ist Brauch, keine Regel: Sie erleichtert das Binden, weil ein Mittelpunkt entsteht, und ab einer größeren Menge verliert sie ohnehin an Bedeutung. Ausgenommen bleibt die Dreizehn.
Steht die Menge fest, kommt die zweite Entscheidung: die Nachbarn in derselben Vase.
Diese Blumen passen zur Freesie im Strauß

Die Freesie verträgt sich mit fast allen Schnittblumen; entscheidend ist, dass die Partner ähnlich lange halten. Rosen geben die ruhige Mitte, an der die filigrane Ähre erst zur Geltung kommt. Lilien bringen festliche Größe und einen zweiten Duft mit, und was sie darüber hinaus sagen, steht in der Bedeutung der Lilie. Wer es fröhlicher mag, nimmt Gerbera dazu (Bedeutung der Gerbera). Im Sommer passt die Sonnenblume als kräftiger Gegenpol (Bedeutung der Sonnenblume), Schleierkraut füllt die Lücken, und Eukalyptus hält das Grün, wenn die Blüten längst durch sind.
| Partner | Wirkung im Strauß | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Rosen | große, ruhige Mitte zur filigranen Freesie | reagieren wie die Freesie empfindlich auf Ethylen, also kein reifendes Obst neben der Vase |
| Orientalische Lilien | festlich und großzügig, zweiter Duftträger | mit mindestens zwei entwickelten, noch geschlossenen Knospen kaufen; der Pollen färbt alles, was er berührt |
| Gerbera | runde Farbtupfer, moderner Kontrast | sauberes Wasser, enthärtetes Wasser meiden |
| Sonnenblumen | warm und sommerlich, kräftiger Gegenpol | halten ähnlich lange wie die Freesie und altern mit ihr gleichmäßig |
| Schleierkraut | luftige Fülle zwischen den Ähren | steht etwa so lange wie die Freesie, braucht keine Sonderbehandlung |
| Eukalyptus | ruhiges Grün, überdauert alle Blüten | vor dem Einstellen neu anschneiden und nie trocken stehen lassen; entlaubte Stellen sondern einen klebrigen Rückstand ab |
Doch bei der Freesie selbst und beim Eukalyptus steht derselbe Mechanismus dahinter: Ethylen, das Reifegas. Die Freesie reagiert darauf mäßig empfindlich, Knospen fallen ab und die Blütenblätter werden durchscheinend. Deshalb gilt für den gemischten Strauß dieselbe Standortregel wie für den reinen: zugfrei stellen und die Obstschale aus der Nähe der Vase räumen.
| Blume | Tage in der Vase (Richtwert) |
|---|---|
| Freesie | 4–12 |
| Rose | 5–15 |
| Orientalische Lilie | 6–14 |
| Gerbera | 4–14 |
| Sonnenblume | 5–14 |
| Schleierkraut | 5–10 |
| Tulpe | 5–7 |
| Narzisse | 5–7 |
Richtwerte einer einheitlichen Skala aus dem Blumenhandel: Sie taugen zum Vergleich untereinander, nicht als Zusage für den einzelnen Strauß (FloraLife).
Für den Strauß zählt der Abstand zwischen den Zeilen: Tulpe und Narzisse liegen unter der Freesie, Rose, Lilie und Gerbera darüber.
Drei Partner brauchen eine Sonderbehandlung; Tulpen und Narzissen kommen nicht ohne Vorbereitung dazu:
- Tulpen wachsen nach dem Schnitt weiter, bis zu 2,5 Zentimeter, und drehen sich zum Licht; die Form des Straußes verschiebt sich, und sie halten kürzer als die Freesie.
- Narzissen geben frisch angeschnitten einen Stoff ab, der anderen Blumen schadet. Üblich ist, sie etwa einen Tag allein ins Wasser zu stellen, die Stiele abzuwaschen und sie erst dann dazuzugeben; weiche Stiele wie die der Tulpe reagieren am empfindlichsten.
- Eukalyptus ist selbst langlebig und unempfindlich, setzt aber bei Wärme und Wassermangel Ethylen frei, auf das die Freesie mit Knospenfall reagiert. Vor dem Einstellen neu anschneiden und nie trocken stehen lassen.
Steht die Vase in einem Haushalt mit Katze, klärt Freesien und Katzen, worauf zu achten ist.
Welche Freesienfarbe zu welchem Anlass passt

Weiße Freesien tragen den formellen Anlass, warme Töne den fröhlichen. Im Strauß zählt zuerst die Wirkung der Farbe; welche Botschaft in welcher Farbe steckt, steht ausführlich unter was Freesien symbolisieren. Erhältlich ist die Freesie in Weiß, Rot, Blau, Gelb, Rosa, Violett und Orange, dazu kommen zwei- und mehrfarbige Sorten.
Fünf Farbwerte kommen im Laden regelmäßig vor:
- Weiß wirkt ruhig und formell und hält auch neben Lilien und Eukalyptus die Form: die klassische Wahl für Hochzeit und Taufe.
- Gelb und Orange setzen den hellsten Wert im Strauß und ziehen den Blick auf sich, ohne Rosa zu erdrücken: für Geburtstag und Genesungswunsch.
- Rot und Rosa bringen den Duft dazu, wenn rote Rosen die Mitte bilden, und was rote Rosen bedeuten ist dabei kein Zufall: für Jahrestag und Liebesgruß.
- Violett und Lila bleiben kühl und zurückhaltend und stehen mit Weiß und viel Grün am besten: für Dank und geschäftliche Anlässe.
- Blau ist ein seltener Farbwert, im Handel unter Sortennamen wie ‚Blue Moon‘ zu finden, und wirkt neben Weiß am ruhigsten.
Gefüllte und mehrfarbige Sorten wirken üppiger als die einfachen und ersetzen im kleinen Strauß eine zweite Blumenart. Für einen Tischstrauß aus wenigen Stielen ist das oft die einfachere Lösung, als eine weitere Art dazuzukaufen.
So intensiv duftet die Freesie

Freesien duften süß und frisch, mit einer klaren Zitrusnote. Je nach Sorte erinnert der Duft an Rose, Zitrone, Jasmin oder Flieder. Nicht ohne Grund gilt die Freesie als eine der wenigen Schnittblumen, die einen Raum von sich aus füllen: Man riecht sie, bevor man sie sieht. Wie stark sie das tut, schwankt allerdings von Bund zu Bund, und dafür gibt es einen messbaren Grund.
Der Träger des Freesienduftes ist Linalool, ein Duftstoff, der in jeder untersuchten Herkunft der Pflanze steckt. Sein Anteil an den flüchtigen Stoffen schwankt zwischen rund 21 und knapp 83 Prozent, und in gut der Hälfte der untersuchten Sorten ist er die Hauptkomponente. Manche Sorten riechen deshalb kaum, obwohl auch in ihnen Linalool steckt: Ihr Anteil liegt niedrig, oder es dominieren Stoffe, die der Mensch erst in weit höherer Konzentration wahrnimmt. Wie stark eine Freesie duftet, entscheidet also die Sorte (Molecules). Die Blütenfarbe sagt nichts über die Duftstärke. Zwei Bunde derselben Farbe können unterschiedlich stark riechen.
Wer den Duft als Kaufgrund hat, riecht am besten an einer bereits geöffneten Blüte des Bundes, denn voll geöffnet duftet die Freesie am stärksten. Ein Bund, der nur Knospen trägt, riecht anfangs kaum; der Duft kommt erst mit den geöffneten Blüten. Am Bund steht meist ein Sortenname, etwa ‚Blue Moon‘ oder ‚Mandarine‘. Wer eine Sorte gefunden hat, die stark duftet, kann sie beim nächsten Einkauf gezielt wiederholen.
Sieben bis zwölf Tage hält ein Freesienstrauß in der Vase

Ein Freesienstrauß hält in der Vase sieben bis zwölf Tage, und das ist der Normalfall. Ob es am Ende fünf Tage werden oder vierzehn, entscheiden drei Dinge: wie weit die Knospen beim Kauf entwickelt waren, wie warm der Raum steht und ob Ethylen im Spiel ist, etwa aus einer Obstschale neben der Vase. Die Spanne ist also das Ergebnis dieser drei Größen.
Doch wer beim Kauf eine Zusage über rund zwei Wochen liest, liest den Bestfall: gekauft im Knospenstadium, kühl gestellt und mit Frischhaltemittel versorgt. Im Alltag sind sieben bis zwölf Tage die belastbare Größe, und mit Blumennahrung rückt der Strauß ans obere Ende dieser Spanne.
Vier Schritte halten die Spanne oben:
- Die Stiele beim Auspacken 2 bis 5 Zentimeter schräg richtig anschneiden, mit einem sauberen, scharfen Messer statt der Schere: Die Freesie trocknet schnell aus und muss sofort Wasser ziehen.
- Die passende Vase ist sauber und nicht zu eng; hinein kommt lauwarmes Wasser mit Frischhaltemittel, und die Stiele stehen nicht zu tief, sonst faulen sie.
- Der Platz ist kühl und hell, ohne direkte Sonne und ohne Zugluft, nicht über der Heizung und nicht neben einer Obstschale: Reifendes Obst gibt Ethylen ab, und die Freesie quittiert das mit fallenden Knospen.
- Alle zwei bis drei Tage das Blumenwasser wechseln und dabei neu anschneiden; verblühte untere Blüten werden abgezupft.
Warum sich die Blüten nacheinander öffnen
Die Blütenähre der Freesie öffnet sich von unten nach oben, und sie tut das über die gesamte Vasenzeit verteilt. Zuerst springen die untersten Blüten auf, dann folgen die nächsten entlang derselben Seite des Stiels. Der Strauß sieht deshalb an Tag sechs anders aus als an Tag zwei, und er wächst in der Vase sogar noch ein Stück weiter.
Für die Pflege heißt das: Die verblühten unteren Blüten werden abgezupft, während oben noch Knospen stehen. Ohne diesen Griff wirkt ein Freesienstrauß in der Mitte seines Lebens älter, als er ist, denn das Auge bleibt an den braunen Rändern unten hängen und übersieht die frischen Trichter darüber. Tempo und Vollständigkeit der Öffnung hängen an der Raumwärme: Je wärmer der Raum, desto schneller ist die Ähre durch.
Ob sich am Ende alle Knospen öffnen, entscheidet sich schon im Laden. Greifen Sie zu Stielen, deren unterste Knospe fast vollständig entwickelt ist und Farbe zeigt, aber noch geschlossen steht, während die übrigen Knospen ebenfalls schon ausgefärbt sind. Zu grün geschnittene Ware bleibt oben zu: Die letzten Knospen gehen dann gar nicht mehr auf. Stiele, an denen einzelne Blüten braun oder durchscheinend sind, bleiben im Eimer stehen. Geschrumpfte Blüten sind ebenfalls ein Ausschussgrund.
Wann es Freesien als Schnittblume gibt
Als Schnittblume gibt es Freesien fast das ganze Jahr, denn die Ware im Laden kommt aus dem Gewächshaus. Im Freiland blüht die Freesie dagegen nur von Juli bis September, und die Blüte dauert dort in der Regel vier bis sechs Wochen. Wer im März ein Bund im Laden sieht, sieht also Gewächshausware; im Handel ist das der Normalfall.
Für die Bestellung heißt das: Ein Freesienstrauß ist das ganze Jahr über zu bekommen, online ebenso wie im Laden um die Ecke. Im Winter fällt das besonders ins Gewicht, denn dann gehört die Freesie zu den wenigen Schnittblumen, die Duft mitbringen. Der Angebotsschwerpunkt liegt im Frühjahr, gekauft wird sie aber zu jeder Jahreszeit.
Wer den Strauß verschicken lässt, hat es mit einer weiteren Größe zu tun, der Zeit zwischen Schnitt und erster Vase.
Freesienstrauß verschicken – worauf es ankommt

Beim Versand entscheidet nicht die Entfernung, sondern ob die Stiele feucht verpackt sind und wie schnell sie nach der Ankunft ins Wasser kommen. Die Freesie ist empfindlich gegen Austrocknung, und deshalb wird sie im Handel nass verpackt versendet. Kommt der Strauß trocken an, zählt jede Stunde, die das Paket ungeöffnet im Flur liegt. Öffnen sich später nicht alle Blüten oder gehen sie zu früh auf, liegt das an der Schnittreife und an der Temperatur während der Lagerung.
Für den Empfänger sind es drei Handgriffe:
- Öffnen Sie das Paket sofort, auch wenn gerade keine Zeit ist: Jede Stunde ohne Wasser geht von der Vasenzeit ab.
- Schneiden Sie die Stiele 2 bis 5 Zentimeter schräg an, mit einem sauberen, scharfen Messer statt der Schere.
- Stellen Sie den Strauß in lauwarmes Wasser mit Frischhaltemittel und lassen Sie ihn erst ein paar Stunden kühl stehen, bevor er seinen Platz im Zimmer bekommt.
Wer bestellt, wählt am besten einen Zustelltag, an dem jemand zu Hause ist; das ist die eine Stellschraube, die der Absender wirklich in der Hand hat. Freesien im Knospenstadium starten mit mehr Vasenzeit, ganz grün geschnitten öffnen sie dagegen nicht alle Blüten. Für den selbst getragenen Strauß gilt dasselbe wie beim Blumen transportieren: feuchte Stielenden, kurze Wege.
Häufig gestellte Fragen
Welche Blumen harmonieren miteinander?
Welche Blumen halten sich am längsten in der Vase?
Wie halten Schnittblumen in der Vase länger frisch?
Wie riecht Freesie?
Wie heißt Freesia auf Deutsch?
Artikel von
Anton PolitunGründer & Autor bei Blumengruss.de
Schreibt über Schnittblumen — ihre Bedeutung, Pflege und die Kunst, den richtigen Strauß zu wählen.