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Sind Freesien giftig für Katzen und Hunde?

Freesien sind für Katzen nicht giftig: Blüte, Blätter und Stängel richten auch dann nichts an, wenn die Katze daran knabbert; allenfalls rebelliert kurz der Magen. Heikel ist allein die Knolle, aus der die Pflanze wächst. Sie gehört verschlossen und außer Reichweite, der Strauß in der Vase nicht.

Der Strauß steht auf dem Tisch, die Katze springt hinauf, und erst hinterher kommt die Frage, ob das gut geht. Ein botanisches Detail nimmt ihr die Schärfe: Die Freesie gehört zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie als die echten Lilien, vor denen in jedem Katzenhaushalt gewarnt wird.

Inhaltsverzeichnis

Katze schnuppert an einem ungiftigen Freesienstrauß in der Vase

Blüte, Blätter und Stängel sind für Katzen ungiftig

Nahaufnahme einer Freesienblüte mit der typischen einseitig gebogenen Ähre

Die Freesie ist für Katzen ungiftig, und zwar in genau dem Teil, der als Schnittblume in der Wohnung steht. Blüte, Blätter und Stängel der Freesie sind für Katzen und Hunde nicht giftig; möglich ist allenfalls eine vorübergehende Magen-Darm-Reizung, wenn ein Tier größere Mengen frisst (ASPCA). Für den Alltag heißt das: Ein Bissen ins Blatt oder ein Schnuppern an der Blüte ist kein Grund, den Strauß zu entsorgen.

Für Katzen ungiftig sind auch die anderen üblichen Straußblumen: Rose, Gerbera, Sonnenblume, Orchidee, Löwenmäulchen, Lisianthus und Statice. Die Freesie ist eine unter mehreren Schnittblumen, bei denen die Blüte im Katzenhaushalt kein Thema ist.

Doch «Ungiftig» heißt nicht «geprüft und harmlos»: Es heißt, dass keine Vergiftung dokumentiert ist. Frisst eine Katze größere Mengen Pflanzenmaterial, kann sie auch von einer ungiftigen Pflanze erbrechen. Der Magen reagiert dann auf die Menge, nicht auf einen Wirkstoff.

Welcher Teil der Pflanze für wen ein Thema ist, zeigt diese Übersicht:

PflanzenteilKatze und HundMensch
Blüteungiftigungiftig, aber kein Lebensmittel
Blätter und Stängelungiftigungiftig, aber kein Lebensmittel
Knolleaußer Reichweite halten, nicht verschlucken lassennicht verschlucken; außer Reichweite von Kindern

Wo neben der Katze ein Hund lebt, stellt sich die Frage ein zweites Mal.

Hunde vertragen Freesien wie Katzen, graben aber gern nach Knollen

Hund liegt entspannt neben einer Vase mit ungiftigen Freesien

Für Hunde gilt dieselbe Einstufung wie für Katzen: An Blüte, Blatt und Stängel kann ein Hund knabbern, ohne dass etwas passiert.

Einen Unterschied gibt es trotzdem, und er liegt draußen. Ein Hund gräbt, eine Katze tut das nicht. Wer im Herbst Freesienknollen setzt oder sie zum Überwintern aus dem Beet holt, hat beim Hund die realistischere Gelegenheit, dass etwas ausgebuddelt und ins Maul genommen wird. In diesen Wochen behalten Sie den Hund im Blick, solange die Knollen offen im Beet liegen. Danach wandern die restlichen Knollen an ihren Platz, bevor der Hund wieder allein in den Garten darf. Im Wohnzimmer, wo nur der Strauß in der Vase steht, stellt sich diese Frage nicht.

Nur die Knolle ist heikel, nicht die Blüte in der Vase

Freesienknollen sollten außer Reichweite von Haustieren gelagert werden

Die Freesie wächst aus einer Knolle, und diese Knolle ist der einzige Teil der Pflanze, der außer Reichweite gehört. Botanisch ist das eine Knolle und keine Zwiebel: Die Freesie gehört zu den Schwertliliengewächsen, der Familie der Iridaceae (NC State Extension). Zwiebel und Knoblauch stehen in einer anderen Pflanzenfamilie — was für sie gilt, lässt sich auf die Freesienknolle nicht übertragen. Knolle und Zwiebel sind zwei verschiedene Bauformen, auch wenn beide unter der Erde sitzen. Die Knolle einer Freesie ist deshalb kein kleiner Zwiebelersatz, sondern eine verdickte Sprossachse, aus der die Pflanze treibt.

Innerhalb der eigenen Familie ist die Schwertlilie die einzige Pflanze mit dokumentiertem Knollen- beziehungsweise Rhizomgift — pentazyklische Terpenoide, am stärksten im Rhizom, mit Speicheln, Erbrechen, Mattigkeit und Durchfall als Anzeichen; für die Freesie selbst führt dieselbe Datenbank keine Karte (ASPCA).

Doch die Vorsicht bei der Knolle bleibt vorsorglich: Sie beruht auf der Nachbarschaft innerhalb derselben Pflanzenfamilie. Praktisch ändert das nichts. Eine Knolle, die niemand erreicht, ist keine Frage; eine Knolle, die im Beet offen liegt oder in der Papiertüte auf dem Küchentisch, ist eine.

Für die Wohnung folgt daraus wenig: Der Strauß in der Vase braucht keinen besonderen Platz, die Knollentüte aus dem Gartencenter schon. Für den Umgang mit den Knollen heißt das vier Dinge:

  • Knollen verschlossen lagern — in einer Kiste mit Deckel oder auf einem hohen Regal, dort kommt weder Katze noch Kind hin.
  • Beim Setzen Handschuhe tragen — bei empfindlicher Haut kann längerer Kontakt mit dem Pflanzensaft die Haut reizen.
  • Im Garten dabeibleiben, solange Knollen gesetzt oder ausgegraben werden — für einen grabenden Hund ist das die einzige realistische Gelegenheit.
  • Reste sofort einsammeln — abgeschnittene Knollenteile und Erdreste bleiben nicht im Beet liegen.

Beim Kauf eines gemischten Straußes entscheidet sich, ob eine echte Lilie mit ins Haus kommt.

Echte Lilien sind der eigentliche Notfall im Katzenhaushalt

Wer die Warnung vor Lilien im Kopf hat, hält am besten zwei Pflanzenfamilien auseinander. Für Katzen lebensgefährlich sind echte Lilien und Taglilien; die Freesie steht in der Familie der Schwertliliengewächse und trägt die Einstufung ungiftig. Die Osterlilie ist dabei ein Sonderfall: giftig für Katzen, für Hunde und Pferde dagegen nicht; Katzen sind die einzige Art, bei der die Wirkung bekannt ist.

Bei echten Lilien wirkt schon eine geringe Menge, und sie erreicht die Katze auf drei Wegen:

  • Pflanzenteile — schon ein kleines Stück Blatt, Stängel oder Wurzel reicht aus.
  • Pollen — auch aufgenommener Blütenstaub kann eine Katze vergiften.
  • Vasenwasser — Wasser, in dem Lilien gestanden haben, kann für eine Katze tödlich sein.

Im Zentrum steht ein akutes Nierenversagen; früh erkannt ist es abwendbar (ASPCA). Wer den Verdacht hat, dass die Katze an einer Lilie war, ruft sofort in der Tierarztpraxis an und schüttet das Vasenwasser weg, bevor die Katze daraus trinkt. Was im Ernstfall passiert und wie schnell gehandelt werden muss, steht ausführlich unter warum Lilien für Katzen so gefährlich sind.

Für Menschen und Kinder bleibt nur die Knolle ein Thema

Für Menschen gilt dieselbe Trennung wie für Tiere: Der oberirdische Teil ist ungiftig, verschluckt werden sollte die Knolle nicht. Blüte und Stängel der Freesie gelten für Menschen als ungiftig; ein Lebensmittel sind sie deshalb nicht. Wer viel mit den Knollen hantiert, kann bei empfindlicher Haut eine Reizung bekommen, Handschuhe lösen das (Plants & Flowers Foundation Holland). Für kleine Kinder gilt dieselbe Regel wie für Katze und Hund: Der Strauß auf dem Tisch ist in Ordnung, die Knollenkiste gehört nach oben.

Was zu tun ist, wenn die Katze an der Freesie geknabbert hat

Im Verdachtsfall sollten Tierhalter ruhig bleiben und den Tierarzt kontaktieren

An Blüte oder Blatt geknabbert zu haben, ist kein Notfall; der Verdacht auf eine gefressene Knolle ist einer. Hat die Katze an Blüte oder Blatt geknabbert, stellen Sie den Strauß außer Reichweite, bieten Sie frisches Wasser an und behalten Sie das Tier im Blick. Besteht dagegen der Verdacht, dass eine Knolle im Spiel war, oder zeigt das Tier wiederholtes Erbrechen, Mattigkeit oder Futterverweigerung, rufen Sie sofort in der Tierarztpraxis an.

Besteht der Verdacht, dass ein Tier eine Knolle gefressen hat, gilt diese Reihenfolge (Deutscher Tierschutzbund):

  1. Sofort in der Tierarztpraxis oder Tierklinik anrufen — auch bei bloßem Verdacht und auch dann, wenn das Tier munter wirkt. Ist es bewusstlos, geht es ohne Umweg in die nächste Klinik.
  2. Angaben bereithalten: Zeitpunkt, geschätzte Menge, welcher Pflanzenteil. Ein Rest der Pflanze oder das Erbrochene kommt in einen verschlossenen Beutel und mit in die Praxis.
  3. Kein Erbrechen auslösen — das Tier kann daran ersticken.
  4. Keine Hausmittel: weder Milch noch Eiweiß noch pflanzliche Öle.

Für Tiere ist die Tierarztpraxis oder die Tierklinik die richtige Adresse. Die Giftinformationszentren sind humanmedizinisch, beraten Tierhalter aber in Einzelfällen mit — etwa der Giftnotruf der Charité in Berlin unter 030/19240 oder die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn unter 0228/19240.

Diese Anzeichen gehören sofort in die Praxis

Manche Vergiftungen zeigen sich spät. Bei Zwiebelgewächsen beginnt die Schädigung der roten Blutkörperchen innerhalb von 24 Stunden, sichtbar wird sie aber oft erst drei bis fünf Tage später (MSD Veterinary Manual). Abwarten ersetzt den Anruf deshalb nicht.

  • Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall — der Magen-Darm-Trakt reagiert stärker als bei einem einmaligen Würgen.
  • Starkes Speicheln — deutlich mehr als beim Putzen oder vor dem Fressen.
  • Mattigkeit, Schwäche, Futterverweigerung — das Tier zieht sich zurück, statt zu fressen.
  • Beschleunigte Atmung oder Herzrasen — Anzeichen, die den Kreislauf betreffen.
  • Dunkler, rötlicher oder brauner Urin — ein Zeichen, mit dem niemand bis zum nächsten Morgen wartet.

Dieser Text ersetzt weder ärztliche noch tierärztliche Beratung.

Ungiftige Schnittblumen für den Haushalt mit Katze

Ungiftige Schnittblumen wie Freesien, Rosen, Gerbera und Sonnenblumen für Tierhaushalte

Wer eine Katze hat, muss auf Sträuße nicht verzichten: Freesie, Rose, Gerbera und Sonnenblume gelten als ungiftig. Die Übersicht sortiert die gängigen Schnittblumen:

BlumeFür KatzenMehr dazu
Freesieungiftig, nur die Knolle außer Reichweitediese Seite
Roseungiftigwas rote Rosen bedeuten
GerberaungiftigBedeutung der Gerbera
SonnenblumeungiftigBedeutung der Sonnenblume
Tulpegiftig, vor allem die ZwiebelTulpen und Katzen
Narzissegiftig, die Zwiebel am stärkstenNarzissen und Katzen
Hyazinthegiftig, heftiges Erbrechen und Durchfall

Einstufungen für Hund und Katze (ASPCA).

Bei den klassischen Zwiebelblumen sitzt das Gift überwiegend in der Zwiebel: bei der Tulpe Tulipalin A und B, bei der Narzisse Lycorin. Im Strauß sind sie deshalb weniger heikel als in der Tüte mit den Zwiebeln, und die gehört wie die Freesienknolle außer Reichweite.

Eigene Seiten gibt es zu Nelken im Haushalt mit Katze und Chrysanthemen. Wie sich die Freesie im Strauß kombinieren lässt, zeigt der Ratgeber zum einen Freesienstrauß zusammenstellen, und was Freesien symbolisieren, steht auf der Schwesterseite.

Häufig gestellte Fragen

Welche Blumen sind toxisch für Katzen?

Gefährlich sind vor allem echte Lilien und Taglilien: Schon kleinste Mengen, Pollen oder das Vasenwasser können ein akutes Nierenversagen auslösen. Bei Tulpe, Narzisse und Hyazinthe steckt das Gift überwiegend in der Zwiebel, bei der Schwertlilie im Rhizom. Freesie, Rose, Gerbera und Sonnenblume gelten als ungiftig.

Wie schnell treten Vergiftungssymptome bei Katzen auf?

Sind Blumenzwiebeln giftig?

Sind Freesien als Zimmerpflanze geeignet?

Sind Rosen giftig für Katzen?

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